Der Ententanz mit drei Trainern auf Abruf fordert erste Opfer. Beim HSV herrscht Anarchie. Für S04 muss das eine Warnung sein.

Der HSV hat den internen Kriegszustand ausgerufen.

Und im Moment totaler Anarchie weiß schon längst keiner mehr, wo die Fronten verlaufen.

Trainer Armin Veh sprach nach der 0:6-Demontage in München so lässig über seine Arbeit, als ob ihm das Ganze nichts mehr angehe.

Er hatte ja schließlich seinen Rücktritt zum Saisonende erklärt, schien der 50-Jährige zu denken.

Dass der HSV Veh am Sonntagmorgen geschasst hat, ist folgerichtig. Jetzt soll der bisherige Assistenzcoach Michael Oenning die Saison halbwegs anständig zu Ende zu bringen.

[image id="ffa34630-6480-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Die Spieler meinten beim katastrophalen Auftritt in München wohl: "Na wir haben uns ja immerhin die Mühe gemacht, das Trikot anzuziehen und auf den Platz zu laufen."

Frank Rost zählt nicht in diese Kategorie. Allerdings hat sich der Keeper mit seinem öffentlichen Rundumschlag im Verein mal wieder in sämtliche Nesseln gesetzt.

Auch wenn seine Leistung keine Grundlage war, um den Chefkritiker zu geben.

Der HSV-Aufsichtsrat hat den Vorstandsboss Bernd Hoffmann zum Jahresende den Laufpass gegeben.

Dass Hoffmann zum Zeitpunkt der Blamage beim FC Bayern im Skiurlaub weilte, passt ins Bild.

Wer hat in Hamburg eigentlich überhaupt noch das Sagen? Das Machtvakuum schadet jedenfalls dem Renommee des gesamten Klubs ungemein.

Nur mal so zur Erinnerung:

Der HSV stand zuletzt zweimal in Folge im Halbfinale der Europa League beziehungsweise des UEFA Cups.

Jetzt droht dem Bundesliga-Dino der große Absturz, zumal die Erneuerung der überalterten Mannschaft zwecks fehlender Verantwortlichkeiten immer wieder vertagt wird.

Trainer Veh war mit seinem auslaufenden Vertrag eine "lahme Ente" - genauso wie der Münchner Kollege Louis van Gaal.

Doch der Niederländer könnte mit Grandezza vom FC Bayern abtreten.

Viele haben ja angenommen, der Meistertrainer werde von sich aus hinschmeißen. Stattdessen arbeitet er trotzig an seinem eigenen Image bei seiner vermutlich letzten Station als Vereinstrainer.

Das dürfte auch denjenigen der unzufriedenen Bayern-Profis imponieren, die schon auf neue Chancen beim nächsten Coach hoffen.

Felix Magath ist der dritte Bundesliga-Trainer, dessen Aus bereits öffentlich eingeläutet wurde.

Angelos Charisteas, der wohl umstrittenste von zig umstrittenen Magath-Einkäufen, beschert seinem Trainer einen Moment zum Durchschnaufen.

S04-Boss Clemens Tönnies muss sich jetzt rasch entscheiden: Daumen rauf oder runter für Magath.

Nur so kann er vermeiden, dass auch auf Schalke die Anarchie ausbricht. Nachfrage bitte an den HSV!

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel