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Schluss bei Bayern am Saisonende: Trainer Louis van Gaal © getty

Nach dem Kantersieg über den HSV spürt Bayerns scheidender Trainer Genugtuung. Robben gibt ein Bekenntnis zu van Gaal ab.

Aus der Allianz Arena berichtenDaniel Rathjen und Martin Volkmar

München - Hätte, wäre, wenn...

Hätte Mladen Petric schon in der zehnten Minute das 1:0 geschossen, wäre der HSV vielleicht nicht eingebrochen. Wenn der Gegner sich auch nur ein bisschen gewehrt hätte. Dann sähe alles komplett anders aus.

Doch so, mit einem 6:0 (1:0)-Polster im Rücken, saß Louis van Gaal lächelnd auf seinem Stuhl bei der Pressekonferenz am Samstagabend. 363670(DIASHOW: Der 26. Spieltag)

Truus hatte es schon vorher gewusst. "Ich habe meiner Frau vor dem Spiel gesagt, dass ich ein sehr gutes Gefühl habe", verriet van Gaal.

Van Gaal spürt Genugtuung

Für den Noch-Coach des FC Bayern war der Sieg gegen die desolaten Hanseaten eine Genugtuung.

"Ich bin sehr froh, dass wir ein gutes Spiel abgeliefert haben. Wer hätte das gedacht?", fragte der Niederländer - und gab die Antwort gleich selbst. "Meine Freunde von den Medien sicher nicht."

Nach dem ersten Erfolg nach drei sieglosen Spielen in Folge ist nun Rang drei wieder in greifbare Nähe gerückt und der Traum vom Einzug ins Viertelfinale der Champions League lebt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Nun gegen Inter

Am Dienstag kommt Inter Mailand zum Rückspiel in die Allianz Arena. "Wir haben wieder eine Hoffnung, es ist fantastisch", sagte van Gaal.

"Die Mannschaft war am Mittwoch am Boden, danach ging es Stück für Stück aufwärts", blickte der 59-Jährige auf die auch für ihn keineswegs normale Vorbereitung zurück.

Ob es auch eine Art Geschenk der Spieler an ihn war? "Ich weiß nicht, ob es für jeden Spieler gilt - aber viele Spieler denken so!"

Rummenigge lobt Reaktion

Alle hatten gespannt darauf gewartet, wie sich seine Elf in seinem ersten Abschiedsspiel präsentieren würde. "Wir waren neugierig, wie es weitergeht. Daher war es wichtig, dass wir die Reaktion der Mannschaft gesehen haben", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Allerdings war den Münchnern die Verunsicherung zu Beginn der Partie noch deutlich anzumerken - sie tropfte geradezu aus jeder Schweißdrüse.

Arjen Robben, der in den letzten Tagen mehr Verantwortung übernommen hat, brachte den Knoten zum Platzen.

Robben bricht den Bann

Seinem Treffer zum 1:0 (40.) ließ er die Tore zum 2:0 und 3:0 folgen (47. und 55.), sein dieses Mal kongenialer Partner Franck Ribery traf auf Pass Robbens zum 4:0 (64.).

Thomas Müller (79.) und erneut Ribery, dem das Eigentor von Heiko Westermann gut geschrieben wurde (85.), machten den höchsten Saisonsieg perfekt.

"Die Mannschaft stand in der Verantwortung - und dass sie damit umgehen kann, hat sie gezeigt", bilanzierte Kapitän Philipp Lahm.

"Für den Trainer gespielt"

"Natürlich" habe die Mannschaft für den Trainer gespielt, betonte er wie einige andere Spieler auch, "aber wir haben auch für uns gespielt, für den Verein. Wir alle wollen Platz zwei."

Die Leistung sei die einzig mögliche Reaktion auf die schwierige Lage gewesen, ergänzte Robben: "Und das war wichtig für die Mannschaft."

Gegen Inter, klar, da werde es schwieriger, "ein sehr gefährliches Spiel", meinte Robben, der mit seinen Kollegen am Dienstag das 1:0 aus dem Hinspiel verteidigen muss. "Wir dürfen uns nichts erlauben. Wenn die ein Tor schießen, wird es eng."

Die Null steht

Erleichterung herrschte im Bayern-Lager vor allem darüber, dass am Ende die Null stand.

Daniel van Buyten, der nach langer Zeit erstmals wieder in der Startelf stand, lieferte eine souveräne Leistung ab und auch sein Partner in der Innenverteidigung, Luiz Gustavo, überzeugte.

Weil der HSV sich hängen ließ, entstanden Räume, die Robben und Ribery sehr gerne nutzten.

Lahm denkt nur noch an Inter

"Es war wichtig, dass wir mal wieder zu null gespielt haben. Wir haben nicht so viele Chancen zugelassen", lobte Lahm indessen.

Im gleichen Atemzug mahnte jedoch auch: "Natürlich gibt dieser Sieg Selbstvertrauen, aber am Dienstag steht wieder ein wichtiges Spiel an. Das wird schwer genug."

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