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Dante wurde 2008 mit Standard Lüttich belgischer Meister © imago

Die Borussia schöpft durch den Punkt in Bremen neue Hoffnung. Wie schon vor zwei Jahren Dante zum entscheidenden Mann werden.

Bremen - Er sah an diesem Abend aus wie eine Mischung aus Batman und dem originalen Kinocop Shaft aus den siebziger Jahren: wie ein ganz spezieller Superheld also.

Da war es nur passend, dass Dante aus Mönchengladbacher Sicht die Heldenrolle zufiel: Die Borussia glaubt nach dem 1:1-Ausgleich in der 92. Minute bei Werder Bremen mehr denn je an das Wunder Klassenerhalt.

Ein Kopfball durch den wegen eines Nasenbruchs maskierten Verteidiger, eine Unaufmerksamkeit in der Bremer Hintermannschaft, ein wertvoller Punkt - und ganz viel Euphorie.

"Dieser Punkt ist sehr, sehr gut für den Kopf", sagte Trainer Lucien Favre: "Wir haben immer an uns geglaubt." 363670(DIASHOW: Der 26. Spieltag)

Glück und Dante

Mit 23 Punkten bleibt der fünfmalige Meister Tabellenletzter, aber seit der Schweizer vor vier Spieltagen das Amt von Michael Frontzeck übernommen hat, geht es langsam, aber stetig bergauf (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Zwei Siege und ein Unentschieden schlagen jetzt zu Buche. "Wir haben Charakter gezeigt, es war nicht leicht, hier einen Punkt zu holen", sagte Favre. Tatsächlich hatten sie vor allem Glück und Dante.

Mit Ausnahme der letzten zehn Minuten fand Borussia Mönchengladbach in dem Kellerduell nicht statt. Werder dominierte nach Belieben und hätte mehr als den einen Treffer von Sandro Wagner (39.) erzielen müssen.

"Als ob man uns etwas weggenommen hat"

Die letzte Chance, alles klar zu machen, verpasste Marko Arnautovic eine Minute vor Schluss, als sein Ball um Zentimeter das Tor verfehlte.

"Es fühlt sich an, als ob man uns was weggenommen hat", sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf, "wir haben vergessen, den Sack zuzumachen".

Dann kam Dante und nickte einen von Wesley völlig unnötig verursachten Freistoß ein.

Lohnender Schmerz

Vergangene Woche noch hatte sich der Brasilianer die Nase gebrochen und selbst gerichtet, Samstag spielte er nicht nur mit der Maske, sondern auch dem Wissen, dass Kopfbälle weh tun würden.

"Das 1:1 war es wert. Ich freue mich riesig für mich und die Mannschaft. Der Punkt fühlt sich fast wie ein Sieg an", sagte der 27-Jährige.

In der Winterpause 2009 wurde der Innenverteidiger vom belgischen Meister Standard Lüttich nach Mönchengladbach geholt. Auch damals köpfte er ein entscheidendes Tor im Abstiegskampf ein - und auch dieses in der Nachspielzeit: der Siegtreffer am drittletzten Spieltag beim direkten Abstiegskontrahenten Energie Cottbus.

"Wir müssen jetzt aber ruhig bleiben", mahnte Dante, "Freitag steht gegen Kaiserslautern das nächste ganz wichtige Spiel an, das wir unbedingt gewinnen müssen."

Schaaf sieht Werder "auf dem richtigen Weg"

Bei Werder herrschte dagegen tiefer Frust vor. Zwei Big Points im Kampf gegen den Abstieg wurden verspielt. Dass in der Mannschaft noch Angst und Unsicherheit herrschen, zeigten die letzten zehn Minuten deutlich, als das Team plötzlich die Kontrolle verlor.

"Wir hätten einen Riesenschritt machen können, die Enttäuschung ist groß", sagte Vorstandschef Klaus Allofs: "Leider haben wir es nicht geschafft, unser Spiel bis zuletzt konsequent durchzuziehen."

Schaaf sieht das dritte Spiel ohne Niederlage in Folge dennoch als weiteren Schritt nach vorn: "Wir sind noch nicht so stabil, dennoch hat die Partie gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind."

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