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Michael Ballack wechselte vor der Saison vom FC Chelsea zu Bayer Leverkusen © getty

Beim Sieg in Mainz gibt Michael Ballack sein Startelf-Comeback - bleibt aber unauffällig. 05-Coach Tuchel hadert mit einem Trend.

München/Mainz - Den Abstand auf Tabellenführer Borussia Dortmund verkürzt, den auf Verfolger Hannover 96 vergrößert und auf Bayern München gehalten.

Bayer Leverkusen befindet sich weiter auf Kurs in Richtung Champions League - und das wieder mit Michael Ballack. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Der Mittelfeldspieler stand am Sonntag zum ersten Mal seit dem 21. Spieltag wieder in der Startelf der Leverkusener.

An eine neue Chance auf die Meisterschaft angesichts des auf neun Zähler geschmolzenen Rückstands auf den BVB wollen die Rheinländer aber offenbar keinen Gedanken verschwenden.

"Es tut gut, dass wir einen Big Point gelandet haben. Das war wichtig für uns. Aber wir schauen weiter nach hinten", sagte Nationaltorhüter Rene Adler nach dem schwer erkämpften 1:0 (0:0) beim direkten Konkurrrenten FSV Mainz 05.

Neunter Auswärtssieg der Saison

Ein Sonntagsschuss von Renato Augusto, der einen Blackout der FSV-Abwehr zum Siegtreffer (82.) nutzte, bescherte der Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes zugleich den neunten Auswärtssieg - und damit einen Vereinsrekord.

Doch der interessierte nur am Rande.

Ballack bleibt blass

Überraschend stand der umstrittene Ballack in der ersten Elf der Leverkusener.

Bayer-Coach Jupp Heynckes hatte ihm den Vorzug gegenüber Simon Rolfes, der beim 2:3 gegen den FC Villarreal Schwächen gezeigt hatte, gegeben.

"Wir haben Michael schließlich verpflichtet, damit er Fußball spielt", lautete Heynckes lapidare Begründung für Ballacks Starteinsatz. Der Coach bescheinigte dem Routinier ein ordentliches Spiel, stellte aber bei LIGA total! auch fest, dass Ballack "noch Luft nach oben" habe.

Zu dem angeblichen Streit mit Ballack sagte er bei Sky": "Wir haben ein ganz relaxtes Verhältnis. Alles, was da hinein interpretiert wird, können Sie vergessen."

Gute Statistik, wenig Wirkung

Ballack hatte zuletzt auf eigenen Wunsch beim 3:0 gegen den VfL Wolfsburg und dann auch gegen Villarreal nicht zum Bayer-Aufgebot gezählt, wollte seine körperlichen Defizite aufarbeiten.

In Mainz konnte Ballack auf gute Zweikampfwerte und die beste Passquote aller Feldspieler verweisen, dennoch konnte er dem Spiel der Werkself über weite Strecken keine großen Impulse geben.

"Haben schwer ins Spiel gefunden"

"Wir haben in der ersten Halbzeit vor allem im Mittelfeld etwas schwer ins Spiel gefunden", analysierte Heynckes.

"In der zweiten Halbzeit hat die Mannschaft dann aber Leidenschaft, Moral und Teamgeist gezeigt, so dass wir dann auch zum verdienten Erfolg gekommen sind. Das ist nach der deprimierenden und enttäuschenden Niederlage gegen Villarreal doppelt hoch zu bewerten", betonte der Coach.

"Das war für uns ein wichtiger Sieg", sagte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler. "Wir haben in diesem Spiel immer an uns geglaubt. Nach dem Spiel am Donnerstag hat die Mannschaft heute die richtige Antowort gegeben."

"Schauen nicht auf Dortmund"

Die Erleichterung war bei den Leverkusenern, deren Abstand auf die auf Platz vier stehenden Bayern weiterhin sieben Zähler beträgt, nach dem Schlusspfiff eines temporeichen und unterhaltsamen Spiels spürbar. 363670(DIASHOW: Der 26. Spieltag)

"Es war wichtig, dass wir auch einmal einen dreckigen Sieg gelandet haben. Aber wir schauen weiterhin nicht nach Dortmund, wir wollen unseren zweiten Platz verteidigen", bestätigte Torjäger Stefan Kießling.

Mainz seit vier Monaten zu Hause sieglos

Dagegen warten die Mainzer weiter seit vier Monaten auf einen Heimsieg und konnten im Kampf um einen Platz in der Europa League keine Pluspunkte sammeln.

Der starke Andre Schürrle, der sich nach dem Abpfiff das Trikot seines künftigen Mannschaftskollegen Renato Augusto gesichert hatte, haderte mit dem Glück: "In der ersten Halbzeit haben wir gut gespielt und hatten auch Konterchancen. Zum Schluss hat Leverkusen seine individuelle Klasse bewiesen."

Der FSV-Angreifer lieferte sich insbesondere mit Bayer-Keeper Adler ein packendes Duell.

Zweimal rettete Adler gegen Schürrle schon vor der Halbzeit in höchster Not, ehe der Jung-Nationalspieler mit einem Schuss (34.) knapp das Bayer-Gehäuse verfehlte.

"Das begleitet uns schon durch die gesamte Saison"

Thomas Tuchel zeigte sich somit auch "nur phasenweise zufrieden" und kritisierte: "Vor allem in der zweiten Halbzeit haben wir nicht die nötige taktische Disziplin gehabt."

Den Trainer der 05er wurmte auch ein Negativ-Trend seiner Mannschaft: "Besonders ärgert mich, dass wir in dieser Saison jedes 0:0-Spiel am Ende noch mit 0:1 verloren haben. Das ist eine bittere Erkenntnis, das begleitet uns schon durch die gesamte Saison."

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