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Für Felix Magath ist Schalke 04 die neunte Station als Trainer © getty

Schalkes Coach steht offenbar vor dem Rauswurf. Trotz des Erfolgs über Frankfurt muss er sich dem Aufsichtsrat stellen.

Gelsenkirchen - Die Zeit von Felix Magath läuft offenbar ab.

Das "Gespräch unter Männern" mit Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies am Sonntag in Düsseldorf hat scheinbar keinen Umschwung mehr ergeben, stattdessen wurde der allmächtige Trainer des DFB-Pokalfinalisten Schalke 04 für Mittwoch zu einer Sitzung des Aufsichtsrates geladen.

Auf der Sondersitzung soll angeblich über die sofortige Entlassung Magaths entschieden werden.

"Wir haben die Probleme sachlich diskutiert. Felix Magath kann sich in der Aufsichtsratssitzung äußern. Ansonsten haben wir Stillschweigen vereinbart", sagte Tönnies nach dem Treffen.

Anhörung nur formeller Akt?

Dass Magath das Gremium aber noch umstimmen kann, erscheint unwahrscheinlich.

Vielmehr dürfte es sich bei der Anhörung nur noch um einen formellen Akt handeln. Laut Schalker Satzung ist eine Anhörung zwingend notwendig, um den früheren Meistercoach als Vorstandsmitglied abzuberufen.

Damit dürfte die Ära Magath am Mittwoch beendet sein.

Sieg gegen Frankfurt

Am Samstag durfte sich der 57-Jährige indes nochmal als Sieger fühlen, nachdem der Schalker Wahnsinn eine Fortsetzung erfahren hatte.

Ausgerechnet "Panik-Kauf" Angelos Charisteas hatte mit seiner ersten Ballberührung die Abstiegssorgen weggeschossen. 363670(DIASHOW: Der 26. Spieltag)

Die Arena tobte nach dem 2:1 (1:0) gegen Eintracht Frankfurt, und der Trainer und Manager sammelte einen weiteren Pluspunkt.

Auf welcher Seite sind die Fans?

Am Samstag war Magath noch von einem weiteren Engagement auf Schalke ausgegangen. "Ja, wer denn sonst?", antwortete er süffisant auf die Frage, ob er auch in der kommenden Saison noch Trainer bei den Königsblauen sein werde.

In der Arena war die Stimmung gegenüber dem 3:1-Triumph gegen den FC Valencia beim Einzug ins Champions-League-Viertelfinale jedoch umgeschlagen.

"Felix Magath"-Rufe waren nicht zu hören, und die "Pro Magath, Tönnies raus"-Plakate waren in der Minderheit.

Pro-Magath-Demo fällt aus

Die meisten Transparente waren eindeutig: "Felix spaltet", "Die Zeit der Diktatur ist vorbei", "Niemals FC Magath" oder "Hoffnungsträger rausgeschmissen, auf die Fans geschissen, Magath raus!"

Auch eine angekündigte Pro-Magath-Demo fiel mangels Interesse aus.

Dass am Ende die Schalker unter den 61.673 Zuschauern kollektiv feierten, hatten sie jedoch einem zu verdanken, der Magath besonders in die Bredouille gebracht hatte - Charisteas.

Genugtuung für Magath

Die Verpflichtung des griechischen EM-Helden von 2004, ebenso wie der Iraner Ali Karimi anderswo ausgemustert, hatte der Kritik an der Personalpolitik des Trainer-Managers eine neue Schärfe gegeben.

"Es hat mich selbstverständlich gefreut, dass ausgerechnet er mit seinem ersten Kontakt sein erstes Tor macht", sagte Magath mit deutlicher Genugtuung, "nachdem gerade er so kritisch beurteilt wurde."

Dass Charisteas 50 Sekunden nach seiner Einwechselung nach einem langen Schlag von Torwart Manuel Neuer und einer unfreiwilligen Kopfballverlängerung von Marco Russ das Siegtor erzielte (84.), war das unglaubliche Ende eines kuriosen Spiels.

Zukunft ungewiss

Für Magath und Schalke sollte zumindest das Thema Abstiegskampf vorerst erledigt sein. Sieben Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz hat der Tabellenzehnte. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Nicht so klar ist jedoch die künftige tägliche Fahrtstrecke des 57-Jährigen. "Mal sehen. Das kann ich Ihnen noch nicht sagen, wo ich in Zukunft hinfahre", sagte er bei LIGA total!.

Nach Gelsenkirchen zumindest zunächst nicht - bis einschließlich Dienstag gab er trainingsfrei.

Und am Mittwoch muss Magath erst einmal die Geschäftsstelle ansteuern.

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