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Felix Magaths (rechts) Zeit auf Schalke läuft ab, Ralf Rangnick soll sein Nachfolger werden © getty

Schalkes Sportchef will kämpfen, aber sein Rauswurf scheint beschlossene Sache. Mit Rangnick soll der Nachfolger schon parat stehen.

Von Martin Volkmar und Andreas Berten

München - Es ist angerichtet für das große Ende einer tagelang andauernden Schlammschlacht bei Schalke 04: Der Rauswurf scheint beschlossene Sache, doch Felix Magath will sich am Mittwochmorgen noch einmal zur Wehr setzen.

Der Aufsichtsrat der Königsblauen setzt auf eine schnelle Trennung ohne die vertraglich vorgesehene Abfindung von zwölf Millionen Euro (Keine Abfindung für Magath?).

Magath widerspricht allerdings vehement den Anschuldigungen, er habe seine Pflichten verletzt, weil er sich Transfers über 300 000 Euro nicht habe genehmigen lassen.

Es ist Magaths lechtes Gefecht, denn den Kampf um seinen Job hat er schon verloren. Laut "Bild" wird Ralf Rangnick neuer Trainer von Schalke 04.

Ein Spiel Eichkorn, dann Rangnick?

Der 52-Jährige, in der Winterpause nach Streitigkeiten mit Dietmar Hopp bei 1899 Hoffenheim zurückgetreten, soll als Cheftrainer zu den Königsblauen zurückkehren.

Dem Bericht zufolge soll sich Rangnick, der Schalke schon 2004 bis 2005 trainierte, mit Aufsichtsrats-Chef Clemens Tönnies und Sportdirektor Horst Heldt geeinigt haben, spätestens zur neuen Saison die Schalker zu übernehmen.

Allerdings erscheint es auch möglich, dass der "Professor" schon am 1. April beim Auswärtsspiel gegen Aufsteiger FC St. Pauli wieder auf der Schalke-Bank sitzt. Am Sonntag in Leverkusen soll Magaths bisheriger Co-Trainer Seppo Eichkorn die Mannschaft betreuen.

Damit muss auch nicht Otto Rehhagel, der immer wieder als Interimslösung genannt wurde, für nur ein einziges Spiel einspringen. Angeblich soll der 72-Jährige seinem Freund Tönnies schon zugesagt haben, am Mittwoch das Training zu leiten und den Vize-Meister bis Saisonende zu übernehmen.

[kaltura id="0_58eiahlt" class="full_size" title="Hat Magath noch eine Zukunft "]

Heldt wollte diese Lösung aber nicht bestätigen: "Dazu kann ich nichts sagen, es ist jetzt nicht der Zeitpunkt", erklärte er. "Jetzt geht es erst einmal um die Sitzung am Mittwoch."

"Habe mich immer an die Regeln gehalten"

Vor der Anhörung gibt sich der Noch-Trainer kämpferisch: "Diese Vorwürfe müssen bewiesen werden", sagte der 57-Jährige der "Bild": "Ich habe mir nichts vorzuwerfen und mich immer an die Regeln gehalten."

Magath sieht sich als Opfer einer Kampagne und will daher bei der entscheidenden Sitzung Rede und Antwort stehen: "Ich will hören, was man mir vorhält." 365260(DIASHOW: Das Trainer-Karussell)

Laut "Bild" hat der Verein aber keine so schlechte Karten: Angeblich sollen ihnen zwei Rechtsgutachten von Professoren der Universitäten Bochum und Köln vorliegen.

Darin würde es um eine Prämien-Ausschüttung für die Champions League in Höhe von 3,1 Mio Euro an die Spieler und um 4 Mio Euro für "Nebenabsprachen mit Spielerberatern" gehen. Das Geld soll ohne Genehmigung des Aufsichtsrates geflossen sein.

Scherbengericht droht

Somit deutet fast alles auf ein Scherbengericht am Mittwochmorgen im "Raum Libuda" der Schalker Arena hin, denn der Aufsichtsrat steht offenbar einmütig hinter der geplanten Trennung.

Bei der Sitzung am Montagabend, an der im Gegensatz zum eingeladenen Magath, auch die beiden anderen S04-Vorstandsmitglieder Horst Heldt und Peter Peters teilnahmen, erhielt der Vorsitzende Clemens Tönnies klare Rückendeckung. (Magaths Zeit läuft ab - Aufsichtsratssitzung folgt)

Allerdings wollte sich der Schalker Boss nach dem vierstündigen Meeting nicht zu Magath äußern: "Das Thema haben wir am Mittwoch auf der Pfanne."

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