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Rolf Dohmen ist seit 2002 Manager des Karlsruher SC © getty

Die Schonfrist für die Profis des Karlsruher SC ist vorbei: Nach der Pleite gegen Dortmund platzt dem Manager der Kragen.

Karlsruhe - Der KSC befindet sich nach dem 0:1 (0:1) gegen Borussia Dortmund im freien Fall.

Und Manager Rolf Dohmen platzte der Kragen.

Der Sportchef nahm sich die Spieler des tief in der Krise steckenden Klubs, der aus den vergangenen acht Partien nur einen mageren Punkt geholt hatte, schonungslos zur Brust.

"Manche ergeben sich in Ehrfurcht und klatschen dem Gegner fast noch Beifall. Wir haben nur eine Gelbe Karte kassiert. Das ist ein Unding für eine Mannschaft, die unten drin steht. Die Spieler sollten langsam mal wach werden", sagte der Funktionär.

Dohmen stellte einen Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit bei den Profis fest: "Wer 25 Bundesliga-Spiele gemacht hat, ist noch kein Erstliga-Spieler. Das muss man über zwei bis drei Spielzeiten bestätigen."

Dohmen konnte die vermeidbare Pleite nach dem Treffer des Ägypters Mohamed Zidan (20.) in einer schwachen Partie vor 29.657 Zuschauern im Wildparkstadion (der Spielbericht) nur noch mit Ironie ertragen.

Kommt Federico zurück?

"Nach dem jetzigen Stand der Dinge, brauchen wir Spieler für viele Positionen", antwortete der Manager auf die Frage nach Transfers in der Winterpause: "Wir könnten natürlich auch Spieler abgeben - viele Angebote werden wir aber sicher nicht bekommen."

Ein Angebot abgeben wird der KSC für Offensivspieler Giovanni Federico.

Damit der Ex-Karlsruher, der in Dortmund mittlerweile sogar seinen Platz auf der Reservebank verloren hat, wieder an die alte Wirkungsstätte zurückkehren kann, muss sich aber zunächst der BVB bewegen.

Kein Kommentar zu Kroos

"Dortmund muss erst einmal signalisieren, dass sie ihn freistellen. Dann können wir aktiv werden", erklärte Dohmen.

Zu Spekulationen über ein Leihgeschäft mit Rekordmeister Bayern München, der seinem Nachwuchsstar Toni Kroos beim KSC zu Spielpraxis verhelfen könnte, wollte sich Dohmen nicht äußern.

"Andere Namen kommentiere ich nicht. Wir führen Gespräche und haben die Möglichkeit, Leute zu holen. Wir haben aber sicher keine fünf Millionen zur Verfügung."

Becker sitzt fest im Sattel

Während die Spekulationen über mögliche Neuzugänge auch in Zukunft weitergehen werden, braucht sich Trainer Edmund Becker keine Sorgen um seinen Arbeitsplatz zu machen.

Der Coach, der den damaligen Zweitligisten nach seinem Amtsantritt im Jahr 2005 vor dem Absturz in die 3. Liga bewahrt und anschließend in die Bundesliga geführt hatte, ist laut Dohmen mit einer Jobgarantie ausgestattet. "Da gibt es null Diskussion."

Klopp zofft sich mit Journalisten

Von den Sorgen der Karlsruher ist der BVB, der weiter den Kurs in Richtung internationales Geschäft hält, meilenweit entfernt.

Dennoch sorgte Trainer Jürgen Klopp nach der Partie für Aufsehen, als er sich mit einem Medienvertreter anlegte.

"Sind sie Journalist oder trinken sie nur Bier hier?", fragte der Coach und entzündete damit ein heftiges Streitgespräch, das fast zu einem Eklat während der Pressekonferenz geführt hätte.

Zuvor hatte sich Klopp in wesentlich entspannterer Manier über den bisher guten Saisonverlauf gefreut.

"Die Tabelle interessiert derzeit zwar nicht, ein Blick darauf ist aber dennoch schön", meinte der Trainer, der vom Auftritt seines Teams in Karlsruhe aber nicht restlos begeistert war: "Wir haben noch massenhaft Luft nach oben."

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