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Für Martin Stranzl hat Borussia Mönchenglad- bach 800.000 Euro nach Moskau überwiesen © imago

Gladbachs Zugang Martin Stranzl spricht bei SPORT1 über den neuen Trainer Lucien Favre und seinen Glauben an den Klassenerhalt.

Von Christian Stüwe

München - Als Tabellenletzter ging Borussia Mönchengladbach in die Rückrunde der Bundesliga.

Zwar haben die "Fohlen" auch vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) am 27. Spieltag noch die "Rote Laterne" inne, doch in diesem Jahr gab es aus neun Partien schon vier Siege.

Verantwortlich dafür ist auch Martin Stranzl, der in der Winterpause von Spartak Moskau kam und seither keine Minute verpasst hat. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

So stehen 47 Gegentore in der Hinrunde erst 13 Gegentreffer in diesem Jahr gegenüber.

Vor der wichtigen Partie gegen den Tabellen-Vierzehnten aus der Pfalz spricht der Österreicher im SPORT1-Interview über das psychologisch wichtige Unentschieden in Bremen, den neuen Trainer Lucien Favre und seinen Glauben an den Klassenerhalt.

SPORT1: Das Abstiegsduell gegen Kaiserslautern steht an. Geht es schon um Alles oder Nichts?

Martin Stranzl: Wir gehen das Spiel genauso an wie die anderen auch. Das ist natürlich ein wichtiges Spiel für uns, das wir auch gewinnen wollen, um uns eine bessere Ausgangslage für die restlichen Spiele zu schaffen. Wir arbeiten konzentriert. Im letzten Spiel gegen Werden Bremen haben wir durch ein spätes Tor noch einen Punkt geholt und großartige Moral gezeigt. Das Selbstvertrauen wollen wir mitnehmen.

SPORT1: Wie ist der FCK zu packen?

Stranzl: Kaiserslautern ist eine sehr zweikampfstarke Mannschaft mit einem sehr guten spielerischen Potenzial. Wir spielen zu Hause und wollen natürlich aggressiv dagegen spielen. Zuerst musst du im eigenen Stadion die Zweikämpfe gewinnen, um dann ins spielerische Element übergehen zu können. Wir wollen unbedingt zu Hause gewinnen, das ist ganz klar. Und im Endeffekt ist es dann egal, wie du die drei Punkte holst.

SPORT1: Kann ein solches Erlebnis wie der späte Ausgleichstreffer durch Dante in Bremen zum Knackpunkt im Abstiegskampf werden?

Stranzl: Ich bin niemand, der alles von einem Spiel abhängig macht, ob es da gut oder schlecht gelaufen ist. Man muss die Gesamtsituation sehen. Es ist schon öfters geschrieben worden, dass wir schon abgestiegen sind. Aber wir haben nach wie vor gepunktet. Jetzt stehen noch einige Spiele an, es sind noch einige Punkte zu vergeben. So lange rechnerisch alles möglich ist, bist du noch nicht abgestiegen.

SPORT1: Wie sehr beschäftigt sich die Mannschaft mit der Berichterstattung über den Abstiegskampf?

Stranzl: Wir nehmen nur am Rande wahr, was alles berichtet wird. Wichtig ist, dass der Zusammenhalt in der Mannschaft da ist. Jeder muss immer dran glauben. Bisher hat es immer ganz gut funktioniert, außer beim Spiel gegen Stuttgart. Wir führen zu Hause 2:0 und verlieren noch 2:3. Das darf nicht passieren. Auch nicht in Zukunft. Das müssen wir rauskriegen.

SPORT1: Gladbach war zur Winterpause schon ziemlich abgeschlagen, in der Rückrundentabelle ist die Borussia immerhin Achter. Ist das gesteigerte Selbstbewusstsein ein Grund für den Aufschwung?

Stranzl: An der Stimmung hat sich grundsätzlich nichts geändert. Wir haben unser großes Ziel und das ist der Nichtabstieg. Das kann bis zum letzten Spieltag dauern. Wir müssen an uns glauben und hart arbeiten. Wir dürfen uns nicht verrückt machen lassen, wenn mal ein Spiel dabei ist, bei dem es nicht klappt. Man hört auch viel, dass wir eine Serie starten müssen, die Spiele hintereinander weg gewinnen müssen. Natürlich ist es so, das man ruhiger arbeiten kann, je früher man von den Abstiegsplätzen wegkommt. Aber das ist im Fußball so. Wir hatten einen großen Rückstand und haben jetzt ganz ordentlich gepunktet. Da wollen wir dran anknüpfen.

SPORT1: Lucien Favre hat den Trainerposten kürzlich von Michael Frontzeck übernommen. Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit dem neuen Coach?

Stranzl: Die Zusammenarbeit mit dem neuen Trainer läuft sehr gut. Er korrigiert sehr viel, greift ein und spricht viele Situationen an. Das ist für einige Spieler sehr wichtig.

SPORT1: Sie wurden als Innenverteidiger in der Winterpause in die Abwehrkette integriert. Die Borussia hat bereits 60 Gegentreffer kassiert. Ist das ein Punkt, wo man ansetzen kann?

Stranzl: Wir erarbeiten uns im Training verschiedene Situationen und wie man darauf reagieren muss. Aber im Spiel ist es dann oft ein bisschen anders, darauf muss man dann sehr schnell reagieren. Vieles kann man durch Kommunikation schon im Vorfeld lösen. Vieles ist schon besser geworden und ich gehe davon aus, dass das noch besser wird und wir öfters zu Null spielen können.

SPORT1: Nach vier Jahren bei Spartak Moskau haben Sie also sofort wieder den Anschluss in der Bundesliga gefunden?

Stranzl: Ja, klar. Ich fühle mich sehr wohl hier. Das Umfeld im Verein ist sehr familiär. Auch von den Spielern bin ich sehr schnell aufgenommen worden. Umso schneller du deine Leistung bringst, umso schneller ist die Akzeptanz da. Das ist im Sport ganz normal.

SPORT1: Aktuell sind es fünf Punkte zu den Nicht-Abstiegsplätzen. Wie groß schätzen Sie die Chancen auf den Klassenerhalt ein?

Stranzl: Ich denke, die Frage habe ich schon beantwortet. Ich bin überzeugt: Wir werden die Klasse halten! Alles andere ist für mich kein Thema.

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