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Felix Bastians (r.) hat in dieser Bundesligasaison nicht eine Minute verpasst © imago

Freiburgs Felix Bastians spricht bei SPORT1 über die angeschlagenen Bayern, Robin Dutt und seinen 2012 auslaufenden Vertrag.

Von Mathias Frohnapfel

München - Mal endgültig ankommen, sich niederlassen? Nein, für Felix Bastians ist das noch nichts.

Das muss bei einem jungen Mann von 22 Jahren aber auch nicht verwundern. Schon gar nicht, wenn er den Beruf des Profifußballers gewählt hat.

Geboren in Wattenscheid, hat Bastians schon mit 16 Lenzen den Ruhrpott verlassen, um in England an seiner Karriere zu feilen.

Bei Nottingham Forest erlebte er sein ganz eigenes "Insel-Hopping": In nur drei Jahren wurde der Blondschopf sechsmal an Klubs aus der vierten und fünften Liga verliehen.

Schon sieben Tore vorbereitet

Über die Young Boys Bern kam Bastians dann 2009 ins beschauliche Freiburg und spielt dort aktuell mit dem SC eine starke Saison: 26 Mal durchgespielt, nur einmal Gelb gesehen, dazu sieben Torvorlagen gegeben. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Schon lange vor dem Spiel gegen Bayern München (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) steht fest: Felix Bastians hat sich zu einem der begehrtesten Linksverteidiger der Republik entwickelt.

Vor allem, weil der U-21-Nationalspieler auch noch einer dieser rar gesäten "Linksfüße" ist.

Bei SPORT1 erzählt Felix Bastians, was ihn am Samstag mit den Bayern erwartet, wie wichtig Robin Dutt für den SC Freiburg ist und warum er seinen 2012 auslaufenden Vertrag noch nicht verlängert hat.

SPORT1: Herr Bastians, wenn der FC Bayern ins Breisgau kommt, ist das meist ein Fußballfeiertag - auch diesmal?

Felix Bastians: Das ist ein schönes Spiel, aber auch da gibt es nur drei Punkte. Nach den letzten drei Partien sind wir etwas unter Druck und wollen natürlich gerne die drei Zähler hierbehalten.

SPORT1: Welche Schlüsse ziehen Sie aus dem Champions-League-Auftritt und der 2:3-Pleite der Münchner gegen Inter?

Bastians: Dafür muss ich diese Partie nicht gesehen haben, um zu wissen, was auf uns zukommt. Bayern ist an jedem Tag eine der besten Mannschaften der Welt. Das hat man ja in der ersten Hälfte gegen Inter gesehen. Es wird für uns ganz schwierig.

[kaltura id="0_vdweqize" class="full_size" title="M ller und Gomez Kein Bock auf Europa League "]

SPORT1: Können Sie von der Enttäuschung der Münchner profitieren?

Bastians: Das glaube ich nicht. Vielleicht kommen die Bayern ja mit extra viel Wut im Bauch zu uns. Wir müssen uns auch nicht auf Bayern konzentrieren, sondern auf unsere eigenen Stärken. Dann sind wir für jeden Gegner unangenehm zu bespielen.

SPORT1: Ihr Trainer Robin Dutt wird mit Leverkusen in Verbindung gebracht. Beschäftigt sich die Mannschaft damit?

Bastians: Nein, wir tun gut daran, uns nur auf unsere Spiele zu konzentrieren.

SPORT1: Wie wichtig ist Robin Dutt denn aus Ihrer Sicht für die Entwicklung des Sportclubs?

Bastians: Er ist seit vier Jahren da und ist mit der Mannschaft aufgestiegen. In diesem Jahr spielen wir eine sehr gute Saison. Man kann nur den Hut ziehen, was er mit den anderen Verantwortlichen für den SC Freiburg geleistet hat. Im Fußball ist es eben so: Spieler gehen, Trainer gehen. Im Moment ist aber noch gar nichts gesagt.

SPORT1: Sie sind als Linksverteidiger in der Liga sehr begehrt. Machen Sie Ihren Verbleib in Freiburg auch vom Trainer abhängig?

Bastians: Nein, das wurde falsch interpretiert. Ich habe nur gesagt, dass es über eine vorzeitige Vertragsverlängerung keinen Gesprächsbedarf gibt. Mein Vertrag läuft bis 2012. Ich möchte die sportliche Perspektive abwarten und wie es mit der sportlichen Führung weitergeht. Dazu gehört nun mal der Trainer und wenn man mit einem Vertrag bis 2012 ausgestattet ist, muss man nicht schon jetzt verlängern.

SPORT1: Bleiben Sie nur, wenn auch Robin Dutt bleibt?

Bastians: Robin Dutt ist sicher ein sehr guter Trainer, aber meine Zukunft ist nicht an seine geknüpft.

SPORT1: Freiburg hat dreimal in Folge verloren, wie erklären Sie sich diese Negativserie?

Bastians: Wir haben zuletzt sicher nicht das Optimum rausholen können. Gegen die Bayern muss man das aber, um erfolgreich zu sein. Das wird ein heißes Spiel am Samstag.

SPORT1: Ihr Team hat 37 Punkte, kann kaum noch absteigen. Besteht die Gefahr, dass der SC nun die Saison austrudeln lässt?

Bastians: Ich denke nicht, jeder Spieler hat den Ehrgeiz die Spiele zu gewinnen.

SPORT1: Mal ehrlich, ist es nicht schwer, sich nun ein Ziel zu setzen? Die Europa-League-Plätze sind schon sechs Punkte entfernt. Und das Thema Abstieg ist doch auch schon durch, oder?

Bastians: Das ist so eine Sache mit dem Abstieg. Sicher ist der Klassenerhalt noch nicht, dafür müssen wir noch punkten. Wir müssen in den letzten Spielen noch mal richtig Gas geben. Es wird sich keiner hängen lassen, es sitzen ja genug Leute mit in dem Boot.

SPORT1: Wird in der aktuellen Situation in Freiburg mehr hinterfragt als vorher?

Bastians: Das ist bei Niederlagen nun mal so. Da kommen immer Leute, die es besser wissen. Wenn man gewinnt, ist alles toll, wenn man verliert, ist alles schlecht, aber so einfach machen wir es uns nicht.

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