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Dieter Hecking ist seit September 2006 Trainer der Hannoveraner © getty

Nach der Niederlage gegen Frankfurt steckt Hannover im Abstiegskampf. Bislang scheint nur Trainer Hecking den Ernst der Lage zu erkennen.

Frankfurt/Main - Die Spieler bewiesen nur im Schönreden Erstligareife, einzig Trainer Dieter Hecking sprach bei Hannover 96 Klartext.

"Ich erwarte, dass die Spieler zumindest viel mehr Biss und Leidenschaft zeigen. Das war zu wenig", sagte Hecking nach dem 0:4 (0:2) der Niedersachsen bei Eintracht Frankfurt und schlug Alarm: "Wenn wir nicht schleunigst auf den richtigen Weg finden, wird das ein ganz schweres Jahr."

Die Situation hat sich nach dem Sturz auf Platz 13 in der Bundesliga bei nur noch drei Punkten Abstand zu einem Abstiegsplatz deutlich verschärft, doch die Profis haben die Lage offenbar noch immer nicht verinnerlicht.

"Natürlich ist das Ergebnis niederschmetternd, aber ich fand unsere Leistung nicht desolat", meinte Hanno Balitsch (Spielerporträt) , der sogar "eins der besseren Auswärtsspiele" gesehen haben wollte.

Liberopoulos trifft doppelt

Das mag bei erst einem Auwärtszähler sogar stimmen, sollte aber nicht der Maßstab sein. Nur in der Anfangsphase wusste Hannover einigermaßen zu gefallen, danach habe man angefangen "zu wackeln", wie es Sportdirektor Christian Hochstätter formulierte.

Das Wort Demontage wäre nach den Gegentoren durch Nikos Liberopoulos (25./86.), Marco Russ (40.) und Martin Fenin (90.+2) angebrachter gewesen.

Von einstmals höheren Zielen redet in Hannover niemand mehr, selbst die Vorgabe von Klubchef Martin Kind von 20 Punkten bis zur Winterpause ist kaum noch realistisch.

Immerhin scheint der bei der "50+1-Regel" streitlustige Kind weiter an Hecking festhalten zu wollen.

"Herr Kind hat unserem Trainer das Vertrauen ausgesprochen, ich denke nicht, dass sich das ändert", sagte Hochstätter: "Und auch ich bin überzeugt, dass Dieter Hecking der richtige Trainer für uns ist - auch in so einer schwierigen Phase."

"In beiden Strafräumen nicht präsent"

Allerdings muss Hecking seinen Profis bis zum nächsten Spiel gegen den Karlsruher SC (Der 15. Spieltag) begreiflich machen, dass 96 im Abstiegskampf angekommen ist.

In Frankfurt wurden die Offensivkräfte Jan Schlaudraff, Mikael Forssell (beide verletzt) und Jiri Stajner (Rot-Sperre) schmerzlich vermisst. Auch wenn Hecking und Hochstätter Mike Hanke eine "ordentliche Leistung" attestierten, war der einstige Nationalstürmer kein gleichwertiger Ersatz im Angriff.

Zu der Schwäche in der Offensive kamen auch entscheidende Fehler in der Defensive dazu. So musste auch Hecking erkennen: "Wir waren in beiden Strafräumen nicht präsent genug."

Zufriedenheit herrschte nach dem Befreiungsschlag vor 39.600 Zuschauern in der WM-Arena in Frankfurt. "Das waren drei wichtige Punkte. Wir haben verdient gewonnen, auch wenn der Sieg etwas zu hoch ausgefallen ist", sagte Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel und machte seinem Team "ein Kompliment für den hohen Einsatz".

Der nächste Verletzte?

Ein Sonderlob zollte Funkel Neuzugang Liberopoulos, der wie vor zwei Wochen beim 2:2 gegen den VfB Stuttgart zweimal traf. "Nikos ist ein bescheidener Mannschaftsspieler, verfügt aber über Erfahrung und Klasse und tut uns sehr gut", meinte Funkel über den griechischen Stürmer.

Einziger Wermutstropfen war die Verletzung von Oka Nikolov. Der Torhüter musste zur Halbzeit mit einer Fußverletzung gegen Markus Pröll ausgetauscht werden und wird möglicherweise länger fehlen.

Aufregung um Elfmeterpfiff

Einmal mehr eine strittige Schiedsrichterentscheidung gab es Mitte der zweiten Halbzeit. Der Unparteiische Günter Perl hatte nach einem Zweikampf zwischen Habib Bellaid und Hanke zunächst auf Strafstoß entschieden, nahm die Entscheidung nach Rücksprache mit seinem Assistenten aber zurück.

"Auch wenn so etwas in unserer Situation noch hinzu kommt: Wenn der Linienrichter Recht hatte, muss man ihm ein Kompliment machen", meinte Hecking fair.

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