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Armin Veh begann seine Trainerkarriere 1990 beim FC Augsburg © imago

Der VfB-Coach kritisiert nach der Pleite gegen Wolfsburg seine Führungsspieler. Die sprechen von Pech und bemühen Durchhalteparolen.

Wolfsburg - Erst die "Klatsche" durch den Gegner, dann die verbale Ohrfeige vom eigenen Trainer.

Vor allem die Führungsspieler des VfB Stuttgart bekamen nach der 1:4 (1:0)-Schlappe beim VfL Wolfsburg gleich noch einmal ihr Fett weg.

"Gerade von unseren Nationalspielern erwarte ich, dass sie auch in einer schwierigen Phase klaren Kopf bewahren. Aber wir waren wie gelähmt", schimpfte VfB-Coach Armin Veh nach der höchsten Stuttgarter Saisonniederlage.

Der Trainer sah dafür vor allem einen Grund: "Das war in erster Linie ein mentales Problem. Man hat gesehen, dass wir in der zweiten Halbzeit richtig eingebrochen sind."

Sechste Niederlage kein Betriebsunfall

Die sechste Niederlage des VfB in dieser Spielzeit wollte Veh denn auch nicht einfach als Betriebsunfall abhaken. (Datencenter: Ergebnisse)

Doch ein schnelles Rezept gegen den negativen Lauf von inzwischen fünf Spielen ohne Sieg in Folge hatte er auch nicht parat.

Durchhalteparolen der Spieler

"Das werden wir unmittelbar nach dem Spiel nicht klären können. Aber je länger das Erfolgserlebnis ausbleibt, desto schwieriger wird die Situation natürlich", so der 47-Jährige.

Die zu Recht kritisierten Stuttgarter Spieler versuchten indes, sich mit Durchhalteparolen aus der Affäre zu ziehen.

"Natürlich sind nach so einer Niederlage alle unzufrieden. Aber das hilft uns nicht. Wir müssen jetzt einfach dafür sorgen, dass es schnell aufwärts geht, die Saison ist ja noch etwas länger", meinte Nationalspieler Thomas Hitzlsperger.

Cacau sieht VfB im Pech

Der 26-Jährige sah sogar positive Ansätze: "Wir haben in der ersten Halbzeit gut gespielt. Das müssen wir beim nächsten Mal eben über 90 Minuten tun."

Stürmer Cacau fand die Niederlage sogar unglücklich: "Wenn's nicht läuft, kommt eben auch noch Pech dazu." (Datencenter: Teamseiten)

Allerdings wirkte der Meister von 2007 trotz der frühen Führung durch Martin Lanig (17.) auch schon im ersten Durchgang nicht wirklich sicher und sah sich zunehmend gefährlichen Angriffen der "Wölfe" gegenüber.

Keine Gegenwehr

Individuelle Fehler und zu wenig Gegenwehr der VfB-Defensive machten es den Platzherren nach der Pause einfach.

Doppelpacks der Stürmer Grafite (51. unf 76.) und Edin Dzeko (79. und 85.) drehten die Partie und ließen den Stuttgarter Trainer ratlos zurück: "Wir standen in allen Situationen viel zu weit vom Gegner weg - das ist mir vollkommen unverständlich."

UEFA-Cup als Hoffnung

Dass durch die letztlich auch in der Höhe verdiente Pleite in Wolfsburg der Abstand zu den ursprünglich anvisierten UEFA-Cup-Plätzen wieder ein Stück größer geworden war, war für den Coach nur eine Nebensache.

"Wir müssen uns erst einmal neue Ziele setzen und Ansätze finden, die uns wieder ein Erfolgserlebnis bescheren."

Dabei könnte auch das UEFA-Cup-Auswärtsspiel am Donnerstag bei Sampdoria Genua helfen. "Vielleicht kommt uns das ganz gelegen", so Veh.

Magath muss auf die Tribüne

Für Wolfsburg wäre dagegen wichtig, den Schwung des fünften Heimsiegs in Folge mit in die UEFA-Cup-Partie beim portugiesischen Klub Sporting Braga zu nehmen.

"Es wäre gut, wenn wir endlich auch auswärts einmal siegen. In Braga könnten wir damit anfangen", sagte Doppel-Torschütze Dzeko.

Für den einzigen Wermutstropfen beim VfL sorgte Trainer Felix Magath, der nach einer verbalen Auseinandersetzung mit Schiedsrichter Helmut Fleischer (Sigmertshausen) vom Referee auf die Tribüne verbannt wurde.

Magath uneinsichtig

Allerdings war sich der Wolfsburger Coach keiner Schuld bewusst: "Ich bin ja auch dafür, dass Trainer nicht wild gestikulierend aufs Feld laufen sollten. Aber ich habe ihm nur ein paar Worte in der Pause gesagt. Und irgendetwas sollte man den Trainern auch erlauben."

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