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In der 75.Minute tauschte Fred Rutten Stürmer Kevin Kuranyi gegen Gerald Asamoah aus © imago

Trotz des 3:1-Sieges gegen Gladbach kehrt bei Schalke keine Ruhe ein. Der Unmut der Fans richtet sich nun gegen Kevin Kuranyi.

Von Andreas Kloo und Bita Mohammadi

Gelsenkirchen/München - Kevin Kuranyi staunte. Ausnahmsweise war er nach dem Schalker 3:1-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach nicht der begehrteste Gesprächspartner.

"Wollt ihr mir heute keine Fragen stellen?", fragte er in die Journalistenrunde und führte kurzerhand ein Interview mit sich selbst: "Herr Kuranyi, was haben Sie heute gemacht?" Mit "Ich weiß nicht, was ich sagen soll" lieferte er auch gleich die Antwort mit.

Die Szene nach der Partie war bezeichnend. Denn den Hauptanteil am Schalker Sieg hatte nicht Kuranyi, sondern seine beiden Sturmkollegen Jefferson Farfan und Halil Altintop.

Altintop trifft nach 1007 Minuten Torflaute

Farfan verwandelte einen Foulelfmeter mit einem lässigen Lupfer zum 2:0 (23.). Altintop traf sogar doppelt (17. und 45.).

Es waren die ersten Tore des Türken nach 1007 Minuten Ladehemmung. "Natürlich will man als Stürmer so viele Tore schießen wie möglich, aber ich habe jetzt eine andere Rolle. Kuranyi ist unser Goalgetter", erklärte der linke Flügelstürmer.

Pfiffe bei Kuranyi-Auswechslung

Die ihm zugedachte Rolle füllte Kuranyi aber gegen Gladbach nicht aus. Zweimal vergab er freistehend aus kurzer Distanz Großchancen, die ein Stürmer in Topform im Schlaf verwandeln würde: nach einem Freistoß von Christian Pander (3.) ebenso wie nach einer Hereingabe von Farfan (59.).

Das Schalker Publikum bedachte Kuranyi (Spielerporträt) bei dessen Auswechslung in der 75. Minute deshalb mit Pfiffen.

Zeit der Solidarität vorbei

Offensichtlich wendet sich auch auf Schalke die Stimmung gegen den Ex-Nationalspieler. Hundertprozentig standen die Fans der "Knappen" noch nie hinter Kuranyi .

Nach seinem Rauswurf aus dem DFB-Team stärkte ihm das Publikum zwar demonstrativ den Rücken. Aber die Phase der Solidarität mit Kuranyi scheint nun nicht nur bei den Fans vorüber zu sein.

Mitspieler unzufrieden

Auch die Mitspieler kritisierten die mangelhafte Chancenverwertung: "Das ist ein Spiel, in dem man die Tore machen muss, um das Torverhältnis zu verbessern", hielt Jermaine Jones bei Sport1.de fest.

Benedikt Höwedes schloss sich dieser Meinung an: "Wir hätten das Spiel höher gewinnen können, ja sogar müssen."

Punktevorgabe als hohe Hürde

Kevin Kuranyi scheint so bei den Schalkern das nächste Konfliktthema zu werden. In den letzten Tagen hatte der Zoff zwischen Aufsichtsrats-Boss Clemens Tönnies und Trainer Fred Rutten bereits für Unruhe im Verein gesorgt.

Ohnehin ist noch nicht abzusehen, ob die Mannschaft die Vorgabe von Tönnies, zehn Punkte aus vier Partien zu holen, erfüllen kann. Mit Stuttgart, Hertha und Hoffenheim stehen den Schalkern nun weitaus schwerere Prüfsteine als Gladbach bevor.

Meyer kritisiert Abwehrverhalten

Die Borussia bekam auch wegen verletzungsbedingter Umstellungen in der Abwehr ihre Defensivprobleme nicht in den Griff.

Mit 27 Toren stellt Gladbach die schwächste Hintermannschaft der Liga (DATENCENTER: Bundesliga-Tabelle) .

"Wir haben ein paar ganz gute Ansätze gezeigt", urteilte Trainer Hans Meyer. "Aber was wir abwehrtaktisch sowie individuell als auch als Gruppe gemacht haben, damit bin ich nicht zufrieden."

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