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Petar Sliskovic (l.) erzielt in der vorletzten Spielminute den Ausgleich © getty

Der BVB verspielt den Sieg gegen Mainz: Hummels bringt Dortmund in Führung, Sahin patzt. Sliskovis Ausgleich sorgt für Wirbel.

Dortmund - Borussia Dortmund droht am Ende einer herausragenden Saison doch noch das große Zittern.

Eine Woche nach dem 0:1 bei 1899 Hoffenheim kassierte der Tabellenführer gegen den FSV Mainz 05 fast in letzter Minute den Ausgleich zum 1:1 (1:0)-Endstand durch Joker Petar Sliskovic (89.). (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Der Vorsprung auf Verfolger Bayer Leverkusen beträgt zumindest für eine Nacht zehn Punkte - die Werkself kann am Sonntag gegen Schalke 04 aber im Kampf um den Meistertitel näher heranrücken.

Für Mainz war es ein Meilenstein auf dem Weg in die Europa League. 367308(DIASHOW: Der 27. Spieltag)

Riesenwirbel um den Ausgleich

Für viel Wirbel und große Verärgerung beim BVB sorgte allerdings der späte Ausgleichstreffer der Mainzer.

Die Gäste hatten den Angriff zu Ende gespielt, obwohl der am Unterleib getroffene Neven Subotic am Boden lag, Schiedsrichter Felix Brych unterbrach die Partie nicht.

"Das ist saubitter", schimpfte der Dortmunder Nationalspieler Sven Bender.

"Wir haben den Schiedsrichter zehnmal darauf hingewiesen, dass Neven Subotic verletzt am Boden liegt. Er hat nicht abgepfiffen, das ist extrem ärgerlich."

Kevin Großkreutz brandmarkte die Szene als "klar unsportliches Verhalten".

"Unfassbare Sauerei"

Und BVB-Boss Han-Joachim Watzke schimpfte bei LIGA total!: "Eine unfassbare Sauerei. Ich hätte das nicht für möglich gehalten, dass Mainz 05 so etwas tut. Da tritt man das Fairplay mit den Füßen."

Auch Jürgen Klopp war nach dem Tor von Sliskovic kaum zu beruhigen und auch nach dem Schlusspfiff war dem Dortmunder Trainer die Verärgerung noch anzumerken.

"Ich habe mich aus meiner persönlichen Emotion aufgeregt, dass nach dem Tor draußen gejubelt wurde, obwohl bei uns ein verletzter Spieler auf dem Boden gelegen hat. Es ist in der Geschichte des Fußballs schon anders reagiert worden", erklärte der BVB-Coach.

"Das Ergebnis ist aber gerecht. Mainz war ein starker Gegner. Es ist heute vieles für uns unglücklich gelaufen. Wir haben einen Elfmeter verschossen und haben früh Barrios auswechseln müssen", sagte Klopp.

Tuchel nimmt Spieler in Schutz

Der Mainzer Coach Thomas Tuchel wollte den Vorwurf der Unsportlichkeit allerdings so nicht stehen lassen.

"Beim Tor haben meine Spieler nicht gesehen, dass da ein Spieler liegt. Etwas anderes zu behaupten, wäre eine Unterstellung. Zehn Minuten lang nur über diese Szene zu sprechen, wird dem Spiel nicht gerecht", beschwerte er sich:

"Wir haben nie den Faden verloren, waren immer drin im Spiel, deshalb bin ich mit dem Spiel heute sehr zufrieden."

Führung durch Hummels

Nationalspieler Mats Hummels (8.), der nach zweiwöchiger Verletzungspause in die Anfangsformation zurückgekehrt war, hatte den BVB vor 80.720 Zuschauern in der abermals ausverkauften Dortmunder Arena in Führung gebracht.

Doch Nuri Sahin verpasste sieben Minuten später das 2:0, als er mit einem Foulelfmeter an Christian Wetklo scheiterte.

Der Mainzer Keeper hatte zuvor den freistehenden BVB-Torjäger Lucas Barrios im Strafraum zu Fall gebracht. Für den türkischen Nationalspieler Sahin war es bereits der dritte verschossene Strafstoß in Folge.

Barrios ins Krankenhaus

Als Folge des Fouls musste der angeschlagene Barrios in der 31. Minute ausgewechselt werden und zu einer Leberuntersuchung ins Krankenhaus gebracht werden. Für ihn kam Robert Lewandowski.

Auch danach dominierten die Gastgeber die erste Halbzeit und hätten schon höher führen können.

Mainz tat sich beim Spielaufbau gegen das aggressive Forechecking der Dortmunder äußerst schwer.

Mainz' Joker sticht

Mit teilweise sehenswerten Kombinationen drängten die Gastgeber auch nach der Pause auf den zweiten Treffer, ließen jedoch die letzte Konsequenz gegen die gut organisierte FSV-Abwehr vermissen.

So vergab Lewandowski (63.) eine weitere hochkarätige Möglichkeit zur Vorentscheidung.

Dann schlug Sliskovic, der in der 78. Minute eingewechselt worden war, für Mainz zu.

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