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Franck Ribery traf für die Bayern sechsmal in dieser Saison © getty

Franck Ribery brilliert gegen Cottbus und setzt zugleich eine Serie fort, die für einen Mittelfeldspieler beeindruckend ist.

Von Mathias Frohnapfelund Daniel Rathjen

München - Rosa Schuhe sind bei Fußballprofis in etwa so beliebt wie Waldläufe bei Dauerregen.

Ein Spieler darf jedoch beim FC Bayern ungestört rosa Schuhe tragen: Franck Ribery.

Denn viel bedeutsamer als das Schuhwerk des Franzosen war seine Glanzleistung gegen Energie Cottbus. Die Bayern fertigten das Tabellenschlusslicht mit 4:1 ab, weil Ribery aufdrehte.

Dabei waren die Gäste völlig überraschend nach 25 Minuten durch Ervin Skela mit 1:0 in Führung gegangen.

Ein Freistoß des Albaners war an Freund und Feind fast von der Seitenlinie aus ins Münchner Tor gesegelt.

Tore in Serie

Ein schneller Ausgleich musste her. Voila! Ribery zirkelte den Ball per direktem Freistoß in den Winkel.

Es war ein weiterer Farbtupfer einer Gala-Show, die bereits seit Wochen andauert.

In sechs Bundesliga-Spielen in Serie beförderte der Mittelfeld-Derwisch den Ball ins Tor. Mal elegant, mal wuchtig.

"Jedes Mal Weltklasse"

Gegen die Lausitzer hatte Ribery 127 Ballkontakte. Das Spielgerät folgte ihm mal wieder wie ein Hund, der einem Stöckchen nachjagt.

Im Moment ist der 25-Jährige nicht nur Bayerns Spielgestalter, sondern zugleich auch bester Torschütze.

Gegen Cottbus bereitete er das 3:1 durch Miroslav Klose vor, zudem trafen Martin Demichelis und Luca Toni.

"Seit er wieder gesund ist, zeigt er jedes Mal seine Weltklasse", schwärmte Uli Hoeneß von seinem besten Mann.

Sammer outet sich als Fan

Sogar Matthias Sammer, normalerweise jeder Lobhudelei unverdächtig, bekannte sich als glühender Ribery-Fan. Der DFB-Sportdirektor bezeichnete den 1,70 Meter großen Ballstreichler bei "Premiere" als "perfekt ausgebildet". Und fügte hinzu: "Ich glaube, er ist im Moment der beste Spieler der Welt."

Ribery ließ sich einen Teil der vielen Komplimente von seinem Teamkollegen Daniel van Buyten übersetzen. Und ließ wissen, er spiele halt gerne Fußball - egal mit welcher Schuhfarbe er auflaufe.

Derweil sinnierten seine Mannschaftskameraden im Stadionbauch der Allianz Arena über den Wert des Siegs gegen den Außenseiter.

Philipp Lahm lobte gegenüber Sport1.de "die gute Reaktion" nach dem verunglückten Gladbach-Spiel (2:2). Die Bayern hatten am Niederrhein vor Wochenfrist eine 2:0 Führung vertändelt.

"Unser Ziel war es, das Spiel heute souverän zu gewinnen. Wir haben schnell gespielt und wenig Chancen zugelassen", analysierte der Nationalverteidiger.

"Das Gegentor kann passieren"

Das Gegentor? "Kann passieren", schob Lahm diesen negativen Aspekt weg.

Bastian Schweinsteiger gewann dem Gegentreffer, vor dem Lucio ein beeindruckendes Luftloch schlug, gar Positives ab.

Der Mittelfeldspieler befand, das habe die Mannschaft nicht "aus der Bahn geworfen".

Der Cottbuser Kapitän Timo Rost erkannte derweil die "individuelle Klasse" der Bayern an. Der kommende Gegner Gladbach sei "auf Augenhöhe. Da müssen wir punkten, dann sieht die Welt ganz anders aus."

Bastian Schweinsteiger hatte indes schon die nächsten FCB-Aufgaben in Champions League (am Dienstag gegen Steaua Bukarest) und Bundesliga (am Samstag in Leverkusen) im Kopf. "Das sind schwere Spiele, da müssen wir nachlegen."

Härtetest folgt noch

Gleiches forderte Uli Hoeneß, der auf die "Woche der Wahrheit" verwies.

Mit Blick auf den Bundesliga-Dreikampf um den Herbsttitel stichelte der Manager der Roten gleich mal gegen Leverkusen. "Ich schätze Hoffenheim stärker ein, ganz klar", ordnete er die Bayern-Herausforderer ein. "Der Endspurt wird noch spannend."

Herbsttitel bleibt Ziel

Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann hat gleichfalls nach wie vor "die Herbstmeisterschaft im Visier". Doch nun gelte die Konzentration dem "Hammerspiel gegen Bukarest".

Die Münchner können da vorzeitig die Qualifikation für das Achtelfinale der europäischen Eliteliga perfekt machen.

Allerdings steht gegen Steaua noch ein kleines Fragezeichen hinter dem Einsatz von Martin Demichels (muskuläre Probleme in der Wade).

Auch Lukas Podolski, der gegen Cottbus wegen einer Oberschenkelprellung ausfiel, soll gegen die Rumänen wieder dabei sein.

Franck Ribery wird auf jeden Fall wieder seine rosa Schuhe schnüren.

Wahrscheinlich würden sie ihm in München aktuell auch Gummistiefel durchgehen lassen.

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