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Marko Pantelic spielt seit 2005 für Hertha BSC Berlin © getty

Nach dem 3:2-Sieg in Bochum verteidigt die Hertha den vierten Tabellenplatz. Alle sind glücklich in Berlin, bis auf einen.

Von Thorsten Deppe

Der Hertha-Angriff lief in Bochum heiß: drei Tore in einer Viertelstunde. Pikanterweise ohne den einsatzbereiten Marko Pantelic.

Der Serbe musste sich deutlich angefressen den Berliner Offensivdrang von der Bank aus ansehen.

Manager Dieter Hoeneß goss noch zusätzlich Öl ins Feuer: "Man erkennt eine deutliche Struktur in der Mannschaft. Das ist die Handschrift des Trainers."

Und der Coach macht klar, mit wem er in Zukunft plant: nicht mit Pantelic.

Sein Wunschspieler Raffael hat sich mittlerweile in die Mannschaft gespielt, Voronin ist sowieso gesetzt.

"Hertha treibt ein mieses Spiel"

Es gibt keinen Platz mehr für den Serben, der sich auf dem Abstellgleis wähnt. "Ich habe die Schnauze richtig voll. Ich habe das Gefühl, dass Hertha ein mieses Spiel mit mir treibt", meckerte der 30-Jährige schon Ende Oktober.

Jetzt vermeldet die "Bild"-Zeitung die Trotzreaktion: Pantelic kündigt seine Berliner Wohnung. Ab Januar ist er somit angeblich in der Hauptstadt ohne festen Wohnsitz und zugleich auf dem Transfermarkt zu haben.

Guter Offensivfußball

In der Tat vermissten die Berliner ihren Stürmer vor allem in der ersten Hälfte nicht.

Die Hauptstädter zeigten mit drei Toren von Raffael (25.), Gojko Kacar (33.) und Cicero (39.) guten Offensivfußball, allerdings gegen erschreckend schwache Bochumer.

Bis dato war auch Hertha-Coach Favre noch zufrieden: "Die erste Halbzeit war sehr gut von uns, aber man darf nicht die Konzentration verlieren."

Aus Licht wird Schatten

Genau das taten die Berliner jedoch. Die Vorzeichen hatten sich komplett gedreht, wohl auch weil Bochums Trainer Marcel Koller das richtige Gegenmittel fand. "In der Pause bin ich laut geworden, danach haben wir eine gute Reaktion gezeigt".

Der gerade wieder genesene Stanislav Sestak (50.) und Marcin Mieciel (74.) bestraften viel zu passive Berliner und verkürzten auf 2:3.

"Ich bin fassungslos, dass wir immer eine schlechte Halbzeit spielen. Das ist nicht erklärbar", resümierte der Kapitän Arne Friedrich.

Erst für die letzten zehn Minuten brachte Hertha-Trainer Lucien Favre dann Pantelic, der Serbe fand allerdings nicht mehr richtig ins Spiel.

"Wir wollen in die Champions League"

Trotz des Bochumer Endspurts äußerte sich Manager Hoeneß zufrieden: "Da wächst etwas zusammen."

Seine weitere Planung: "Wir wollen bis zum Schluss um die UEFA-Cup-Plätze mitspielen. Von diesem Ziel rücken wir auch nicht ab. Erst mittelfristig wollen wir in die Nähe der Champions-League-Ränge kommen."

VfL rutscht ab

Für Bochum steht am Ende das zehnte Spiel in Folge ohne Sieg.

Zudem rutscht die Mannschaft aus dem Ruhrgebiet nach dem Erfolg von Bielefeld auf den Relegationsplatz ab.

Der Abstiegskampf ist aber "in Bochum nichts Neues", sagte Koller.

Der Trainer ist sich sicher, dass das Thema Abstiegskampf schon lange in den Köpfen der Spieler angekommen sei.

Paul Freier zeigte Verständnis für das leidende Publikum. Man habe die mannschaftliche Geschlossenheit vor der Pause vermissen lassen.

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