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Sandro Wagner (l.) erzielte zum dritten Mal in Folge die Werder-Führung © getty

Trotz des Sieges in Nürnberg sieht sich Werder noch nicht gerettet. Club-Coach Hecking vergleicht sein Team mit dem Schiedsrichter.

Nürnberg - Rückschlag für Nürnberg, Befreiungsschlag für Bremen:

Während der 1. FCN auf dem Weg in die Europa League einen gehörigen Dämpfer hinnehmen musste, linderte der SV Werder durch ein verdientes 3:1 (1:1) beim Club erst einmal die größe Abstiegsnot.

Doch trotz des vierten Spiels ohne Niederlage und vier Punkten Vorsprung auf einen Relegationsplatz warnte Kapitän Torsten Frings vor zu viel Euphorie. 363670(DIASHOW: Der 27. Spieltag)

"Die Tabelle ist sehr eng. Wenn man einmal ausrutscht, ist man schnell wieder unten dabei", sagte Frings mit Blick auf das kommende Keller-Duell gegen den VfB Stuttgart.

Lektionen gelernt

Doppel-Torschütze Sandro Wagner zeigte sich aber überzeugt, dass die Bremer nach einigen Krisen-Monaten ihre Lektion im Abstiegskampf gelernt haben. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Es ist ein komische Situation für uns, aber man hat spätestens jetzt gesehen, dass wir das annehmen", sagte Wagner und nannte die entscheidenden Gründe für den jüngsten Aufschwung der Norddeutschen:

"Wir fühlen uns gut und sind seit ein paar Wochen enger zusammengerückt. Das wurde auch längst Zeit."

Augenscheinlich zahlt es sich inzwischen aus, dass Sportvorstand Klaus Allofs trotz der lange Zeit prekären Situation an Schaaf festhielt und Werder seit einiger Zeit mit Mentaltrainer Jörg Löhr zusammenarbeitet.

Schaaf erleichtert

Zwei Siege und zwei Remis konnte Werder zuletzt einfahren und dadurch die gröbste Gefahr bannen. Entsprechend erleichtert zeigte sich auch Schaaf.

"Wir sind sehr froh. In unserer Situation ist es wichtig, sich nicht nur in der Tabelle zu verbessern, sondern auch Bestätigung für die Arbeit unter der Woche zu bekommen", erklärte er:

"Es ist noch nicht alles rund, aber man sieht, dass wir die Sache ernst nehmen."

Allofs attestierte, "dass das Selbstvertrauen und die Sicherheit wieder da sind", nachdem "der Spaß bei allen in den letzten Wochen nicht sehr ausgeprägt war".

Hecking beklagt fehlende Ideen

Dass Werder wieder lachen kann, lag aber auch an einem schwachen Club, der überhaupt nicht an seine zuletzt überzeugenden Leistungen anknüpfen konnte, als er acht Mal in Folge bei sechs Siegen ungeschlagen blieb.

Dies räumte auch Trainer Dieter Hecking offen ein.

"Wir haben es nicht verstanden, Bremen unter Druck zu setzen. Werder hat es dagegen geschafft, uns weit vom Tor wegzuhalten. Uns haben zudem die zündenden Ideen gefehlt", sagte er, gestand seinem jungen Team aber auch diesen Rückfall zu:

"Wir haben über Wochen hervorragend gespielt. Da darf auch mal so ein Spiel dabei sein. Ich bin überzeugt, dass wir in Köln den Faden wieder aufnehmen."

Harte Schiedsrichter-Kritk

Gar nicht gut zu sprechen war Hecking dagegen auf Schiedsrichter Michael Weiner:

"Was sich der Mann in Schwarz geleistet hat, war katastrophal und entsprach genau unserer Leistung. Insgesamt über 90 Minuten so ein wechselhaftes Pfeifen habe ich selten gesehen."

Die Gelb-Rote Karte gegen Timothy Chandler (72.) war ebenso gemeint wie der fragwürdige Strafstoß in der 89. Minute, als Torwart Raphael Schäfer ("Ich habe ihn nicht berührt") Claudio Pizarro gefoult haben soll.

Matchwinner Wagner cool

Wagner nahm das Geschenk dankend an, nachdem er schon in der 27. Minute per Strafstoß getroffen hatte.

"Wenn man selbstbewusst ist, macht man die auch rein", sagte der Stürmer cool.

Auch Schaaf freute sich über die Kaltschnäuzigkeit des 23-Jährigen: "Wenn einer so mutig wie Sandro ist und die Kugel reinmacht, dann hat er alles richtig gemacht."

Vor 48.548 Zuschauern hatte Ilkay Gündogan in der 30. Minute die Bremer Führung ausgleichen können. Pizarro brachte Werder dann aber erneut in Führung (50.).

"Wir müssen den Trend jetzt fortsetzen", forderte Frings, und Wagner ergänzte: "Wir müssen jetzt weiter machen, es waren nur drei Punkte." Aber drei wichtige.

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