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Theofanis Gekas (l.) schoss seinen fünften Bundesliga-Doppelpack 2010/2011 © imago

Die Gattin des Eintracht-Torjägers muss nicht mehr schimpfen, Skibbes Job ist gerettet. Euphorie kommt dennoch nicht auf.

Frankfurt - Theofanis Gekas hatte in dieser Woche ungewohnten Einblick in sein Privatleben gegeben

"Meine Frau schimpft mich aus, wenn ich eine Chance vergebe", bekannte Frankfurts Stürmer, der mit über 700 Minuten ohne Tor zuletzt viele Anlässe für Tiraden der Gattin geliefert hatte.

Mit dem Doppelpack beim 2:1 (1:1)-Zittersieg im Kellerduell mit dem FC St. Pauli hat der Grieche den Hausfrieden wiederhergestellt - und den Betriebsfrieden ebenso.

"Bei einer Niederlage wäre wohl Michael Skibbe als Trainer weg gewesen", sprach Marco Russ das aus, was alle ahnen mussten: "Und das wollen wir alle nicht." Ein "Riesenstein" wäre dem Team beim ersten Rückrundensieg vom Herz gefallen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Wir stecken noch mittendrin"

Auch der Coach atmete durch. "Ich bin - wie alle, die ein Herz für die Eintracht haben - sehr erleichtert. Es war auch für mich persönlich ein wichtiges Spiel", sagte Skibbe.

Von einer Wende wollte der 45-Jährige aber nichts wissen: "Wir haben uns ein ganz klein wenig Luft verschafft. Aber wir stecken noch mittendrin. In den nächsten Spielen müssen wir mutiger und schlichtweg besser auftreten."

"Vieles war Zufall"

Auch Vorstandsboss Heribert Bruchhagen, dessen gewohnte Trainer-Treue zuletzt auf einer harten Probe stand, blieb im Augenblick des Erfolges realistisch.

"Ich freue mich für uns alle, aber wir haben auch Glück gehabt. Vieles in unserem Spiel war auf Zufall angelegt", sagte Bruchhagen.

Präsident Peter Fischer meinte dagegen: "Es zählen nur die drei Punkte. Zauberfußball war auch nicht zu erwarten."

Vor 50.500 Zuschauern war der Eintracht die Verunsicherung deutlich anzumerken.

Gekas bannt Heimtor-Fluch

Einzig auf Gekas war Verlass. Der Grieche brachte die Gastgeber per Foulelfmeter (34.) in Führung und sorgte nach einem Ausrutscher von St. Paulis Verteidiger Markus Thorandt kaltschnäuzig für das 2:1 (77.). 367308 (DIASHOW: Der 27. Spieltag).

Für die Eintracht waren es die ersten Treffer im Jahr 2011 vor heimischem Publikum.

Gekas, der zuletzt am 18. Dezember 2010 beim 1:0 gegen Dortmund getroffen hatte, bejubelte seine Saisontore Nummer 15 und 16.

Die Eintracht-Profis zeigten sich nach dem Ende der schwarzen Rückrundenserie aber auch selbstkritisch. "Wir haben gefightet - nicht weniger, aber auch nicht mehr. Nur das Ergebnis ist zufriedenstellend", sagte Stürmer Ioannis Amanatidis.

Offensive Aufstellung ohne Effekt

Skibbe hatte sein Heil in der Flucht nach vorne gesucht und in Amanatidis, Gekas und Martin Fenin erstmals drei Angreifer von Beginn an aufgeboten. Doch positive Auswirkungen brachte der Schachzug zunächst nicht.

Die Hessen leisteten sich zahlreiche Abspielfehler, hatten aber auch Pech. Schiedsrichter Günter Perl erkannte ein reguläres Tor von Alexander Meier (40.) nicht an. Pauli-Torhüter Thomas Kessler wehrte Meiers Schuss klar hinter der Torlinie ab - doch das sah Perl anders.

Wobei auch der Elfmeter von Gekas hochumstritten war.

Aufsteiger St. Pauli, der durch einen abgefälschten Freistoß von Charles Takyi (42.) zum zwischenzeitlichen 1:1 ausgeglichen hatte, gab sich nach der fünften Pleite in Folge trotzig.

Stanislawski: "Behalten den Kopf oben"

"Wir behalten den Kopf oben. Die Art und Weise des Auftritts war in Ordnung", sagte Trainer Holger Stanislawski: "Wir müssen uns für unseren Aufwand aber endlich mal wieder belohnen und mehr Konsequenz zeigen. "

Die Mannschaft, die wieder große Schwächen in Sachen Torgefahr zeigte, steht nach wie vor eng zusammen.

"Unser Plus beim Aufstieg war, dass wir in jeder Situation als Team aufgetreten sind", sagte Verteidiger Ralph Gunesch: "Dies müssen und werden wir auch im Abstiegskampf beherzigen."

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