vergrößernverkleinern
Hannover 96 stellt mit nun 50 Punkten einen neuen Vereinsrekord in der Bundesliga auf © imago

Hannover stellt mit dem Sieg gegen Hoffenheim einen Vereinsrekord auf und redet offen von Europa. Wichtige Stützen verlängern.

Hannover - Top-Stürmer Didier Ya Konan ist zurück, zwei Abwehrstützen bleiben und der Europapokal rückt immer näher. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Nach dem 2:0 (1:0) gegen 1899 Hoffenheim gab es die Freude bei Hannover 96 gleich im Multipack.

"Momentan ist alles gut. Wir haben gewonnen, Spielerverträge verlängert und die 50 Punkte erreicht. Das sind wichtige Zeichen", sagte Sportdirektor Jörg Schmadtke, der die Kabine kurzerhand in ein Büro umgewandelt hatte.

Die Verteidiger Christian Schulz und Karim Haggui unterzeichneten noch im verschwitzten Trikot bis 2014 gültige Arbeitspapiere.

Überfallartiger Offensivfußball

Zuvor hatten bereits Allrounder Sofian Chahed und Ersatzkeeper Markus Miller bis 2013 verlängert.

Hannover bastelt an der Zukunft - mit europäischen Aussichten als Klebstoff und einem klaren taktischen Plan als Schnittmuster.

Auch gegen Hoffenheim ging das Konzept des überfallartigen Offensivfußballs auf. 367308(DIASHOW: Der 27. Spieltag)

Der nach dreiwöchiger Verletzungspause genesene Ya Konan sorgte für die Führung (38.), sein kongenialer Sturmpartner Mohammed Abdellaoue erhöhte (53.). 2:0.

Rang drei war gefestigt, acht Punkte beträgt bereits der Vorsprung auf Platz sechs.

"Wenn wir die Chance nicht nutzen, werde ich sauer"

"Die Chance auf Europa ist groß, wenn wir sie jetzt nicht nutzen, werde ich wirklich sauer", sagte 96-Boss Martin Kind, dessen Team mit nun 50 Punkten einen Vereinsrekord aufstellte.

Anzeichen dafür, dass es dem Klubchef im Saisonendspurt noch die Laune verhageln könnte, sind nicht zu erkennen.

Selbst das 0:4 in der Vorwoche beim 1. FC Köln steckte der Tabellendritte mühelos weg.

"Ich bin mir sicher, dass sich unsere junge Mannschaft noch weiterentwickelt und wir dieses Niveau auch in der kommenden Saison halten", sagte Haggui und geriet förmlich ins Schwärmen:

"Ich bin stolz, ein Teil dieses Teams zu sein. Mein Ziel war es, dass wir alle zusammenbleiben. Die Spieler und der Trainer. Jetzt müssen wir Europa angreifen."

Vertragsverlängerungen als Signal

Coach Mirko Slomka hatte zum Jahresbeginn bis 2013 verlängert.

"Jetzt kämpfen wir um den europäischen Fußball. Aber es wäre vermessen, nun die Champions League als Ziel auszugeben. Wir müssen uns die Punkte weiter hart erarbeiten", sagte der Trainer, für den die Vertragsverlängerungen elementar wichtig sind:

"Das zeigt, dass wir nachhaltig erfolgreich bleiben wollen. Diese Spieler stehen dafür. Wir sind stolz darauf, dass wir Topspieler halten konnten, die auch bei anderen Vereinen auf dem Zettel standen."

Vor allem Schulz soll schon mit einem Bein beim VfL Wolfsburg gewesen sein.

"Aber Christian will international spielen. Bei uns hat er theoretisch die Möglichkeit dazu, in Wolfsburg defintiv nicht", sagte Kind und schien sich diebisch darüber zu freuen, selbst finanzstärkeren Vereinen die Stirn bieten zu können.

"Wird wenig Fluktuation geben"

Auch Schmadtke, der am Freitag einen Vertrag mit unbefristeter Laufzeit unterzeichnet hatte, sah in den glänzenden Perspektiven den Ausschlag für das Ja-Wort von Schulz und Co.

"Europa wäre für uns alle ein wunderbares Erlebnis", sagte der Manager und wischte die latenten Zweifel an der tatsächlichen Qualität der 96-Mannschaft weg:

"Wenn wir uns für den Europapokal qualifizieren, sind wir dafür auch gut genug."

Selbst bei winkenden Millioneneinnahmen will Schmadtke das Team nicht wesentlich umbauen: "Wir haben doch eine gute Truppe zusammen. Da wird es wenig Fluktuation geben."

Hoffenheim schaut neidisch nach Niedersachen

Bei den einst so ambitionierten Hoffenheimern verfolgte man das Treiben auf der Gegenseite wohl fast ein wenig neidisch.

Die Kraichgauer dümpeln im Mittelfeld herum. Nach oben geht nicht mehr viel. "Wir wollen jetzt einen einstelligen Tabellenplatz einfahren", sagte Trainer Marco Pezzaiuoli.

Einen solchen Rang hatte man sich vor der Saison auch in Hannover erträumt. Nun sind die Voraussetzungen für mehr geschaffen. Für viel mehr.

"Diese Chance jetzt nicht zu nutzen - das geht gar nicht", sagte Kind.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel