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Felix Magath wurde mit dem VfL Wolfsburg 2009 Deutscher Meister © getty

Nach der Rückkehr zum VfL Wolfsburg rechnet der Coach mit seinem Ex-Klub Schalke 04 ab und spottet über Bayern-Coach van Gaal.

Von Matthias Becker

München - Felix Magath hatte es bereits im SPORT1-Interview angekündigt.

"Ich denke, dass es am Sonntag das erste Mal krachen wird", sagte Magath und bestätigte damit seinen sensationelle Rückkehr zum VfL Wolfsburg - nur einen Tag nach seinem Rauswurf auf Schalke.

Damit meinte er allerdings nicht nur den Auftritt seines neuen alten Teams beim VfB Stuttgart.

Denn Magath nutzte das Wochenende erstmal für seine ganz persönliche Abrechnung mit den Schalker Bossen per medialem Rundumschlag.

"Leider haben mich nicht alle unterstützt", sagte der 57-Jährige der "Welt am Sonntag".

Wenn sein Team als "Besatzungsmacht" bezeichnet und angesehen werde, habe er keine Chance mehr.

"Männergespräch" reißt alle Brücken ein

In der "ARD" ging Magath weiter ins Detail. "Man hat mich vor zwei Jahren geholt, um Veränderungen beim FC Schalke 04 herbeizuführen", erinnerte er:

"Ich habe mich daran gehalten. Wenn dann auf einmal die Bereitschaft auf der anderen Seite nicht mehr so hoch ist, etwas zu verändern, können sie mich nicht dafür verantwortlich machen."

Sehr deutlich ging Magath auch den Schalker Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies an. "Die Situation war für mich nach dem Sonntagsgespräch unter Männern auf Schalke untragbar geworden", erklärte er.

"Hier verlangt niemand, dass ich mich ändere"

Einen Seitenhieb auf die Schalker Befindlichkeiten konnte sich Magath auch nicht verkeifen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Ich habe in den letzten Jahren erfolgreich gearbeitet. Deshalb sehe ich keinen Anlass, meine Arbeitsweise zu verändern", sagte er in der "Bild am Sonntag".

Auf Schalke hatte es Kritik über den menschlichen Umgang und die Alleinherschermentalität Magaths gegeben.

[kaltura id="0_0dnhav1k" class="full_size" title="Magath: "War sofort Feuer und Flamme""]

Für den ist die Rückkehr nach Wolfsburg trotz der prekären Lage im Abstiegskampf deshalb offensichtlich eine Heimkehr ins Paradies:

"Hier verlangt niemand, dass ich mich ein bisschen ändern soll. Sondern man verlangt, dass ich so arbeite, wie ich immer gearbeitet habe."

Pläne und Regeln über Bord geworfen

Auch deshalb habe er beim Angebot aus Wolfsburg persönliche Pläne und Regeln über den Haufen geworfen, berichtet Magath.

"Ich wollte die Füße hochlegen und Schalke verarbeiten. Und dann wollte ich im Sommer ins Ausland gehen", versicherte er.

Nach den Vorfällen auf Schalke sei Wolfsburg aber wie eine andere Welt:

"Deshalb habe ich mit meiner Regel gebrochen, nicht zu einem Verein zu wechseln, bei dem ich schon unter Vertrag stand."

Bentley als Prämie

Mit diesem möchte er die Erfolge der Vergangenheit unbedingt wiederholen.

Sollte der Klassenerhalt gelingen (Magaths Vertrag gilt allerdings auch für die Zweite Liga), darf sich Magath über einen Bentley als Prämie freuen - und wieder die großen Ziele ins Visier nehmen.

"Ich soll das schaffen, was ich in meiner ersten Zeit hier geschafft habe: international zu spielen", sagte Magath: "Und wenn ein Titel dabei rausspringt, wäre das auch nicht schlecht."

Den des Pokalsiegers mit dem FC Schalke heftet er sich - obwohl das Finale gegen den MSV Duisburg noch aussteht - wie selbstverständlich auch schon mal ans Revers.

Spott für van Gaal und Labbadia

Für moralische Debatten über seinen Wechsel hat Magath, vielfach als Söldner bezeichnet, nur beißenden Spott übrig.

"Es ist doch so, dass sich die Vereine von den Trainer trennen und nicht umgekehrt", erklärte er in der "ARD" und machte sich in der "Welt am Sonntag" auch über die Kollegen Louis van Gaal lustig.

Van Gaal hatte eine Trainer-Wechselfrist eingefordert und wurde von Magath dafür gelobt, "dass er sich neben seiner Arbeit noch solch grundlegende Gedanken machen kann."

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