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Grafite erzielt gegen den VfB sein achtes Saisontor © getty

In der Nachspielzeit sorgt der VfB-Verteidiger für den Ausgleich. Grafite bringt den VfL in Front, macht den Sack aber nicht zu.

Stuttgart - Last-Minute-Schock für Felix Magath: 665 Tage nach der Titelfeier hat der Meistermacher von 2009 beim Comeback als Trainer des VfL Wolfsburg einen Sieg auf ganz bittere Art und Weise verpasst.

Beim 1:1 (1:0) beim VfB Stuttgart kassierte der VfL in der vierten Minute der Nachspielzeit den Ausgleich in einem zuvor deutlich dominierten Spiel.

"Die Situation beim VfL ist sehr brisant. Der Zustand der Mannschaft ist einfach schlecht. Körperlich ist da nichts drin. Wir sind bestraft worden, weil wir nicht mehr getan haben", erklärte Magath.

Wolfsburg bleibt damit als Vorletzter auf einem Abstiegsplatz, Stuttgart bleibt nach zuvor drei Siegen in Folge als 15. auf dem ersten Platz am rettenden Ufer. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Grafite, der in der Meistersaison unter Magath mit 28 Treffern Torschützenkönig geworden war, hatte den VfL in Führung gebracht (39.), vergab aber in der Schlussphase gleich mehrfach die Entscheidung.

Lenz steht im Kasten

Dies rächte sich beim Ausgleich durch Georg Niedermeier. 367308(DIASHOW: Der 27. Spieltag)

"Es war sehr ärgerlich, dass wir uns das Tor selber reingelegt haben. Wir mussten heute viele Spieler ersetzen. Was die Moral betrifft, ist das ein Sensations-Punkt für uns", sagte der zufriedene VfB-Trainer Bruno Labbadia nach der Partie.

Nach der Länderspielpause in zwei Wochen stehen beiden Teams erneut Duelle gegen direkte Rivalen im Abstiegskampf bevor: Die Stuttgarter müssen bei Werder Bremen antreten, Wolfsburg empfängt Eintracht Frankfurt.

Magath, der 15 Tage zuvor noch mit seinem alten Arbeitgeber Schalke mit 0:1 in Stuttgart verloren hatte, wartete in der Aufstellung gleich mit einer Überraschung auf.

Anstelle des angeschlagenen Stammkeepers Diego Bengalio stand nicht der bisherige Ersatz Marwin Hitz, sondern Routinier Andre Lenz im Tor.

Älteste Wolfsburger Elf

Der 37-Jährige sorgte somit auch dafür, dass beim Magath-Comeback die älteste Wolfsburger Mannschaft in dieser Saison auf dem Feld stand.

Die Schwaben mussten kurz vor dem Anpfiff einen personellen Rückschlag hinnehmen.

Der in letzten Wochen überzeugende Spielmacher Tamas Hajnal fehlte wegen einer Oberschenkelzerrung, für ihn rückte der Ex-Wolfsburger Christian Gentner vom defensiven ins offensive Mittelfeld.

Schwache Anfangsphase

Beiden Teams fehlte im Spiel nach vorne zunächst die Überzeugung.

So dauerte es bis zur 24. Minute, ehe die 38.500 Zuschauer in der ausverkauften Baustelle der Stuttgarter WM-Arena die erste Chance sahen.

Einen Linksschuss von Timo Gebhart aus spitzem Winkel parierte Lenz mit zwei Fäusten.

Ulreich pariert glänzend

Nachdem die Gäste durch einen Kopfball von Makoto Hasebe über das Tor (27.) ein erstes Lebenszeichen setzten, gingen sie beinahe in Führung:

Nach einem katastrophalen Schnitzer von Serdar Tasci bediente Grafite seinen brasilianischen Landsmann Diego, doch der scheiterte aus drei Metern am glänzend reagierenden Sven Ulreich im VfB-Tor.

Grafite trifft zur Führung

Kurz vor der Pause dann ein weiterer Schock für die Schwaben: In Zdravko Kuzmanovic humpelte ein weiterer Mittelfeldspieler mit einer Knieverletzung vom Feld, für ihn kam Elson.

Nur wenige Sekunden dann die Gästeführung: Stefano Celozzi schoss an der eigenen Torauslinie Hasebe an, den Abpraller nahm Grafite auf, düpierte Georg Niedermeier und schoss unhaltbar für Ullreich ein.

Auch nach dem Wechsel blieb es ein schwaches Spiel.

Stuttgart ohne Ideen

Wolfsburg verteidigte immerhin geschickt, der VfB agierte ohne Ideen und Durchschlagskraft.

Die erste große Chance hatte dann auch wieder der VfL, doch einen Schuss des eingewechselten Jan Polak aus kurzer Distanz lenkte Ullreich an den Pfosten.

In der Schlussphase vergab Grafite bei zwei Kontern jeweils die Entscheidung (80./82.) und hatte sogar nach Niedermeiers Ausgleich noch einmal die große Chance zum Siegtor (90.+5).

Während bei den Gastgebern allenfalls der kampfstarke Nationalspieler Christian Träsch und Ulreich gefielen, überzeugten beim VfL vor allem die Innenverteidiger Simon Kjaer und Arne Friedrich.

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