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Arjen Robben ist mit acht Treffern bester Torjäger der Bundesliga-Rückrunde © getty

Bayern-Boss Rummenigge hält die Abschieds-Gerüchte für lächerlich. Der Niederländer kuriert seine Verletzung in München aus.

Von Andreas Berten

München - Arjen Robben hat in den Tagen nach dem bitteren Champions-League-Aus gegen Inter Mailand aus seinem Herzen keine Mördergrube gemacht.

Die Königsklasse verpassen und stattdessen nur in der Europa League spielen?

"Das ist das Schlimmste, was passieren kann", war noch der diplomatischste Teil seiner Einschätzung zur aktuellen Situation des FC Bayern München.

In den weiteren Sätzen des 27-Jährigen war allerdings eindeutig herauszuhören, dass er sich nur schwerlich eine Zukunft in München vorstellen könne, falls der Rekordmeister tatsächlich nicht mal die Qualifikation zur Champions League erreichen würde.

Doch jetzt steht fest: Robben bleibt bei den Bayern - und zwar in doppelter Hinsicht.

"Arjen weiß, was er an Bayern hat"

Bayerns Vereinsboss Karl-Heinz Rummenigge wies solche Fluchtgerüchte ins Reich der Fabeln zurück.

"Das entspricht überhaupt nicht den Fakten. Gerade Arjen weiß, was er an Bayern München hat", sagt Rummenigge mit dem Verweis auf Robbens sechsmonatige Zeit als Rekonvaleszent:

"Gerade da hat er unter Beweis gestellt bekommen, was Bayern München für seine Spieler tut und bedeutet."

Dass sich sein Star mit Abwanderungsgedanken herumschlägt, hält der Vorsitzende für "an den Haaren herbeigezogen und lächerlich":

"Ganz im Gegenteil: Er wird jetzt alles geben, um das große Ziel, die Teilnahme an der Champions League, zu erreichen."

Vier Ballkontakte und eine Verletzung

Das war am Samstag beim 2:1-Sieg in Freiburg nicht unbedingt zu erkennen. Gerade mal vier Ballkontakte hatte Robben, bevor er sich mit verbittertem Gesichtsausdruck wegen eines Ziehens an den Adduktoren auswechseln ließ.

Und schon vorher drohte Robben über sein eigenes Kinn zu stolpern, das angesichts der besorgniserregenden Darbietung der Bayern-Abwehr von Minute zu Minute länger wurde. 367308(DIASHOW: Der 27. Spieltag)

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Nun will der Vize-Weltmeister seine Beschwerden aber in aller Ruhe in München auskurieren:

Robben hat seinem Nationaltrainer Bert van Marwijk einen Korb gegeben und die beiden EM-Qualifikationsspiele der "Elftal" gegen Ungarn (Hin- und Rückspiel folgen direkt aufeinander) abgesagt.

Ribery: "Europa League ist scheiße"

Vielleicht wollen der FCB und der niederländische Verband aber auch einen neuerlichen Streit gleich im Keim ersticken, nachdem es im Anschluss an die WM und Robbens dort erlittener Verletzung monatelangen Zoff mit Schadensersatzforderungen gab.

Das mögliche Theater ist jedenfalls nicht auszudenken, würden sich Robbens Blessuren bei Einsätzen für die Niederlande zu einer schlimmeren Verletzung entwickeln.

Der FC Bayern versteht diese Absage nun als klares Bekenntnis zum Rekordmeister. Und nachträglich erhält Robben in seiner Meinung sogar Bestätigung.

"Es ist scheiße, wenn du Europa League spielen musst", pflichtete Franck Ribery, Siegtorschütze in Freiburg, seinem Kollegen bei.

Und auch Rummenigge selbst hat erkannt: "Keiner will an der Europa League teilnehmen."

Schwere Gegner alle noch in München

Um dies sicher zu vermeiden, dürfen sich die Bayern eigentlich keine Schlappe mehr leisten. "Wir müssen nun weiter Punkte sammeln", fordert Toni Kroos.

Zwar bezeichnete Coach Louis van Gaal die maximal erreichbaren 69 Punkte als "Utopie", viel weniger dürfen es aber auch nicht werden, will der FCB noch mindestens Dritter werden. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Kleiner Vorteil für den Noch-Meister: Die vermeintlich harten Brocken (Gladbach als Ausnahme, Leverkusen, Schalke, Stuttgart) des Sieben-Spiele-Restprogramms kommen alle noch nach München.

Bayern gastiert dazu in Nürnberg, Frankfurt und St. Pauli.

Rummenigge widersprach zudem Annahmen, in der Kabine würde der Haussegen schief hängen.:

"Ich habe zur Mannschaft einen ganz guten Draht und nicht den Eindruck, dass dort ein Hauen und Stechen herrscht."

Einheitlich würden alle am letzten verbliebenen Saisonziel arbeiten: "Die Teilnahme im nächsten Jahr an der Champions League."

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