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Felix Magath führte den VfL Wolfsburg 2009 zur deutschen Meisterschaft © getty

Nach dem Wolfsburger Remis in Stuttgart ärgert sich der Rückkehrer über den "schlechten Zustand" seines Teams. Labbadia ist zufrieden.

Von Björn Seitner

München - Felix Magath ist wieder in Wolfsburg angekommen.

Zum Wohlfühlen in der alten Heimat fehlt ihm aber offenbar noch einiges. Sein neues und altes Team sei in einem "schlechten konditionellen Zustand", erklärte der Trainer nach dem 1:1 im Abstiegsduell mit dem VfB Stuttgart bei LIGA total! und übte damit versteckt Kritik an seinen Vorgängern Steve McClaren und Pierre Littbarski.

Kurz vor Schluss hatten die "Wölfe" das Gegentor bekommen und zwei ganz wichtige Punkte im Duell mit dem direkten Konkurrenten verpasst.

Das brachte Magath auf die Palme. "Außerdem braucht es ein anderes Bewusstsein", schimpfte der 57-Jährige, der bei seinem Team Defizite sowohl im Ausdauerbereich wie auch bei der Einstellung ausgemacht hat.

"Wir müssen konditionell sofort etwas tun, damit wir den Abstiegskampf erfolgreich angehen können", sagte Magath, der erst vor wenigen Tagen bei Schalke rausgeworfen wurde. (ZUR MELDUNG: Magaths Rundumschlag)

Angesichts der prekären Lage ist Eile geboten. Mit 27 Punkten rangiert der Meister von 2009 weiterhin auf dem 17 Tabellenplatz.

"Müssen sofort etwas tun"

Magath scheint die Mannschaft, mit der er vor 665 Tagen den Titel holte, kaum wiederkennen.

Obwohl noch sieben Spieler aus der Meisterelf in Wolfsburg spielen, sind die glanzvollen Tage weit weg. Magath bemerkte, dass er die Mannschaft "anders zurückgelassen hat, als ich sie jetzt vorgefunden habe."

"Einige haben es noch nicht registriert"

Das sei jedoch nicht das einzige Problem im Team: "Ich mache mir ernsthafte Sorgen, denn die Spieler sind technisch in Ordnung. Einige haben aber anscheinend noch nicht registriert, dass wir auf einem Abstiegsplatz stehen. Wir müssen noch einiges tun, um da unten wieder rauszukommen."

Nur einen Sieg konnten die "Wölfe" in den letzten acht Partien einfahren.

Gegen den VfB schien der Dreier schon so gut wie sicher, die Mannschaft schien mit dem Spiel schon abgeschlossen zu haben.

Doch dann glich Stuttgarts Verteidiger Georg Niedermeier in der vierten Minute der Nachspielzeit Grafites Führung (40.) aus. 367308(DIASHOW: Der 27. Spieltag)

Grafite vergibt gute Chancen

"Es ist bitter, so kurz vor Schluss den Sieg zu verspielen. Wir hätten schon lange das 2:0 machen müssen", beklagte Sascha Riether.

Vor allem Grafite hatte die Entscheidung mehrfach auf dem Fuß, doch der Stürmer ließ die Chancen aus.

"Er hätte durchaus ein zweites machen dürfen", sagte Magath über den Brasilianer, der ihm vor dem Spiel per "Facebook" seinen achten Saisontreffer versprochen hatte.

Es wartet viel Konditionsarbeit

Mit dem Neunten sollte es aber nichts werden. "Schon wieder in der letzten Minute Punkte zu verlieren, ist unheimlich hart. Dieses Ergebnis ist zu wenig für uns", erklärte Grafite.

Etwas trotzig sagte sein Trainer, er sei "froh, dass wir trotz dieser Verfassung heute einen Punkt gemacht haben."

Auf die Spieler des VfL kommen nun harte Zeiten zu. "Auch wenn es schon spät in der Saison ist: In den nächsten Tagen steht viel Konditionsarbeit an", erklärte Magath.

Prekäre Lage in Wolfsburg

Der Rückkehrer hätte nach dem chaotischen Abschied aus Gelsenkirchen ("Schalke interessiert mich nur am Rande") lieber "erstmal ein paar Tage den Kopf freibekommen".

Angesichts der Lage in der Autostadt habe man aber keine Zeit zu verlieren.

Nicht minder schwierig ist die Situation in Stuttgart, auch wenn der VfB den späten Ausgleich wie einen Sieg feierte.

Labbadia ist zufrieden

"Für uns ist nach dem Spielverlauf der Punkt natürlich Gold wert", gab Stuttgarts Trainer Bruno Labbadia zu.

Zehn von zwölf möglichen Punkten haben die Schwaben aus den letzten vier Partien mitgenommen. "Das ist hervorragend", fand Labbadia.

Stuttgart ist zwar weiterhin nur 15., hat den Kampf aber offenbar angenommen.

Eine Einstellung, die Magath seiner Truppe erst noch beibringen muss.

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