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Jupp Heynckes gewann 1998 mit Real Madrid die Champions League © getty

Der Coach hört in Leverkusen auf. Er bestätigt Gespräche mit den Bayern, bisher sei aber nichts fix. Dutt wird der Nachfolger.

Leverkusen - Für Jupp Heynckes ist der Weg zurück zu seiner "alten Liebe" Bayern München frei:

Der 65-Jährige wird seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag bei Bayer Leverkusen nicht verlängern und mit großer Wahrscheinlichkeit zum 1. Juli 2011 wieder Cheftrainer beim Rekordmeister. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Gleichzeitig gab Leverkusen die Verpflichtung des derzeit beim SC Freiburg tätigen Robin Dutt zur neuen Spielzeit bekannt.

Der 46-Jährige wird einen Zwei-Jahres-Vertrag mit einjähriger Option beim Werksklub erhalten.

Allerdings dürfte Bayer wohl eine Ablösesumme für Dutt an die Breisgauer zahlen, denn dieser besaß noch einen Kontrakt beim Sport-Club.

Bei den Freiburgern wird U-17-Trainer Marcus Sorg die Nachfolge Dutts antreten. Der in Ulm geborene Ex-Zweitligaprofi, der die SC-Amateure seit rund zwei Jahren trainiert, wird die Freiburger Profis ab der kommenden Saison betreuen.

Co-Trainer wird der bisherige A-Juniorentrainer Christian Streich. Beide sind 45 Jahre alt.

Noch keine Einigung mit Bayern

Jupp Heynckes verkündete am Montag wie erwartet seinen Abschied in Leverkusen, dementierte aber, sich bereits mit Bayern einig zu sein.

"Herr Heynckes hat uns mitgeteilt, dass er für ein weiteres Jahr nicht zur Verfügung steht", erklärte zunächst Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser. 367308(DIASHOW: Der 27. Spieltag)

Dann meldet sich Heynckes in einer persönlichen Pressemitteilung zu Wort.

"Es gibt weder eine Zusage von mir, noch haben bisher Vertragsverhandlungen mit dem FC Bayern stattgefunden", teilte der 65-Jährige mit.

Lange Zeit, bis Ende Dezember, Anfang Januar, habe bei ihm die Tendenz überwogen, in Leverkusen zu bleiben, so Heynckes.

Entscheidung unabhängig "von der Situation in München"

"Der Umdenkungsprozess setzte bei mir in den ersten Wochen der Rückrunde ein, Bayer 04 war darüber informiert. Die Entwicklung hat weder private noch gesundheitliche Gründe, sie fiel auch unabhängig von der Entwicklung in München", schrieb Heynckes.

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge haben ihn zwar nach der Trennung von van Gaal kontaktiert "und mir den Trainerposten angeboten, auch habe ich dann natürlich mit meinem Freund Uli Hoeneß telefoniert".

Direktes Duell am 17. April

Zumindest offiziell wurde bei diesen Gesprächen aber noch keine Einigung erzielt.

Gut möglich ist allerdings auch, dass sich der Rekordmeister und der Wunschkandidat mit der Bekanntabgabe der Zusammenarbeit absichtlich noch ein wenig Zeit lassen.

Denn am 17. April spielt Bayern gegen Bayer mit Heynckes.

Und der Werksklub könnte dem Rekordchampion beim Kampf um eine Champions-League-Platzierung kräftig in die Suppe spucken.

"Jupp wäre eine gute Wahl"

Heynckes war bereits von 1987 bis Oktober 1991 sowie Ende der Saison 2008/2009 für fünf Spiele als Bayern-Chefcoach tätig gewesen.

"Jupp wäre eine gute Wahl", sagte Bayern-Ehrenpräsident Franz Beckenbauer. Und sogar eine weitere Personalie scheint schon festzustehen.

Wie die "Abendzeitung" berichtet, soll Michael Henke als Assistenzcoach zum FC Bayern zurückkehren.

Heynckes: "Schwere Entscheidung"

Heynckes begründete seinen Entschluss, nicht bei Bayer zu verlängern, wie folgt: "Bayer 04 Leverkusen ist ein sehr gut geführter Verein mit einer tollen Mannschaft. Es ist mir sehr schwer gefallen, diese Entscheidung zu treffen."

Für den Rest der Saison versprach Heynckes sein volles Engagement: "Ich werde alle meine Kraft einsetzen, um den zweiten Tabellenplatz in der Bundesliga zu festigen und die direkte Qualifikation für die Champions League zu erreichen."

Dort würde dann Dutt sein Debüt in der Königsklasse geben.

Völler: Dutt der "erste Ansprechpartner"

Laut Sportchef Rudi Völler war Dutt "immer unser erster Ansprechpartner für die Nachfolge von Jupp Heynckes - egal ob 2011 oder 2012".

Zudem sei er sicher, dass Bayer mit Heynckes in der laufenden Spielzeit ein tolles Saisonergebnis erzielen werde.

"Ich freue mich sehr auf die Herausforderung in Leverkusen und die Arbeit mit einer von Jupp Heynckes hervorragend betreuten Mannschaft. Die mir in den Gesprächen mit Wolfgang Holzhäuser und Rudi Völler vermittelte Philosophie von Bayer 04 Leverkusen entspricht auch meiner Sichtweise auf den Fußball", sagte Dutt.

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