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Marcus Sorg (r.) ist seit 2008 beim SC Freiburg als Trainer aktiv © imago

Der bisherige Reserve-Trainer tritt in Freiburg im Sommer die Nachfolge von Robin Dutt an. Der nimmt vielleicht einige Profis mit.

Freiburg - Marcus Sorg wird beim SC Freiburg Nachfolger von Trainer Robin Dutt.

Der in Ulm geborene Ex-Zweitligaprofi, der bisher die Regionalliga-Mannschaft der Breisgauer seit rund zwei Jahren trainiert, wird die Freiburger Profis ab der kommenden Saison betreuen.

Obwohl die einstimmige Entscheidung der SC-Gremien zu Gunsten Sorgs bereits seit langem feststeht, muss sich der weitgehend unbekannte Coach erst noch an die neue Situation gewöhnen.

"Ein großer Vertrauensbeweis"

"Keiner kommt als Bundesliga-Trainer auf die Welt. Deshalb war ich nicht drauf eingestellt. Ich habe nicht darauf spekuliert. Wenn man sowas machen würde, wäre man falsch beraten", sagte der 45 Jahre alte Sorg bei seiner Vorstellung am Montagmittag im überfüllten Freiburger Presseraum.

"Das ist ein sehr großer Vertrauensbeweis vonseiten des Vorstands und des Sportdirektors. Das beweist, dass ein Klub wie der SC Freiburg auch Leistungen in der zweiten oder dritten Reihe anerkennt und belohnt."

Sorg als Nachfolger von Dutt

Eine Stunde zuvor hatten sich die Spekulationen, wonach der ursprünglich bis 2012 im Breisgau unter Vertrag stehende Dutt ab der kommenden Saison den Freiburger Ligarivalen Bayer Leverkusen betreuen wird und dort Jupp Heynckes beerbt, bestätigt.

Für den 46 Jahre alten Dutt, der im Jahr 2007 die Nachfolge des Freiburger Urgesteins Volker Finke angetreten hatte, erhalten die Freiburger angeblich eine Ablösesumme in geschätzter Höhe von einer Million Euro.

Dutt erhält beim Werksklub einen Zweijahresvertrag mit einjähriger Option.

Wechsel schon länger besprochen

Der Abgang Dutts aus dem Breisgau war schon seit längerer Zeit beschlossene Sache, lediglich der Zeitpunkt war noch offen.

"Wir haben schon vor einem Jahr die möglichen Szenarien eines Abschieds im Jahr 2011 oder 2012 besprochen. So ein Trainerwechsel, wie wir ihn nun erleben, zeichnet einen Verein wie den SC Freiburg aus", erklärte Dutt, der den Wechsel zu Sorg ausdrücklich begrüßt:

"Seit ich von der internen Lösung wusste, war mir sehr warm ums Herz." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Spieler mit nach Leverkusen?

Warm ums Herz könnte auch einigen SC-Profis werden. Schließlich kann sich Dutt durchaus vorstellen, den ein oder anderen seiner Schützlinge mit zum potenziellen Champions-League-Teilnehmer zu nehmen.

Im Gespräch sind Topstürmer Papiss Cisse und Außenverteidiger Felix Bastians. "Wenn der SC jemanden abgeben möchte, dann hoffe ich, das als erster zu erfahren", sagte Dutt.

Feststehende Transfers gibt es laut Dutt, der von seinem Assistenten Damir Buric und Torwartcoach Marco Langer nach Leverkusen begleitet wird, aber "definitiv" nicht.

Streich als Assistent

Sollte dem SC ein personeller Aderlass bevorstehen, ist Sorg ab Sommer noch stärker gefragt. Darauf ist der Diplom-Ingenieur der Grundlagen- und Bauphysik, der bisher nur unterklassige Mannschaften trainiert hat, aber eingestellt.

"Der SC Freiburg hat sich im Verhältnis zu seinen Rahmenbedingungen immer als sehr effektiv gezeigt. Dies will ich im Sommer fortführen. Ich bin seit zwei Jahren in alle Abläufe involviert, sodass einem reibungslosen Übergang nichts im Wege stehen sollte", sagte Sorg.

Ihm wird der bisherige A-Juniorentrainer Christian Streich als Assistent zur Seite stehen.

"Jeder hat eigene Identität"

Sorg stellte aber gleichzeitig klar, dass er andere Schwerpunkte als Dutt setzen wird.

"Robin und ich sind ähnlich Typen und haben sicher eine ähnliche Vorstellung vom Fußball. Aber jeder hat seine eigene Identität und handelt deshalb auch unterschiedlich", erklärte Sorg, der seit zwölf Jahren hauptberuflich als Trainer arbeitet.

Wenn es nach den Freiburger Verantwortlichen geht, soll Sorg ähnlich lange beim SC arbeiten.

"Wir sind von seiner fachlichen und sozialen Kompetenz überzeugt. Es ist mit Abstand die beste Lösung und für uns das kleinste Risiko", sagte Sportdirektor Dirk Dufner, der Sorg schon seit Wochen an der täglichen Arbeit beteiligt:

"Marcus ist schon lange eingebunden, um sich mit den Spielern oder Transfers beschäftigen zu können."

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