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Michael Skibbe trainierte seit Sommer 2009 Eintracht Frankfurt © getty

Die Eintracht schasst ihren Trainer, der versucht mit erhobenem Haupt zu gehen. Nachfolger Daum gibt sich selbstbewusst.

Frankfurt - Christoph Daum steigt wie Phönix aus der Asche und kehrt auf die Bundesliga-Bühne zurück:

Der abstiegsbedrohte Erstligist Eintracht Frankfurt gibt dem früheren Meistertrainer eine neue Chance.

Die Hessen trennten sich am Dienstagmorgen von Chefcoach Michael Skibbe - Nachfolger ist überraschend der 57-jährige Daum, der bis Sommer 2010 bei Fenerbahce Istanbul tätig und seitdem beschäftigungslos war.

"Ich will eine Aufbruchstimmung in Frankfurt erzeugen. Mein Wunsch ist es, dass der 1. FC Köln und die Eintracht drin bleiben. Frankfurt zu übernehmen, ist für mich kein Rückschritt", sagte Daum dem "Kölner Express".

"Bin kein Feuerwehrmann"

Und Daum fügte an: "Die Eintracht ist ein Traditionsverein mit Riesenpotenzial. Ich bin kein Feuerwehrmann, ich bin ein Konzept-Trainer. An die Zweite Liga denke ich daher nicht."

Im Falle des Klassenerhalts soll sich der bis zum Saisonende gültige Vertrag um zwei Jahre verlängern (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Am Mittwoch wird Daum das erste Training bei der Eintracht leiten, die sich trotz des 2:1-Sieges über den FC St. Pauli zu Skibbes Beurlaubung entschieden hatte.

Bruchhagen kritisiert "Leistungseinbußen"

Denn das Team hatte trotz des Erfolgs eine enttäuschende Leistung abgeliefert.

"Wir haben uns zu diesem Schritt durchgerungen, weil es in der Rückrunde deutliche Leistungseinbußen gab. Es ist eine Entscheidung aus Verantwortung gegenüber dem Verein", begründete Eintracht-Vorstandsboss Heribert Bruchhagen den Trainerwechsel.

"Wir sind der Überzeugung, dass wir das Ziel Klassenerhalt auch mit einem neuen Trainer erreichen."

"... dass man hilflos ist"

Bruchhagen hatte Skibbe am Dienstag vor dem Training persönlich informiert.

"Es ist nie schön einen Trainer zu entlassen, den man selber geholt hat. Das ist auch ein Eingeständnis, dass man hilflos ist gegen den Abwärtstrend. Ich trage mindestens genauso viel Verantwortung", sagte Bruchhagen.

Gerüchte, wonach Skibbe eine Abfindung von zwei Millionen Euro erhalte, dementierte der 62-Jährige.

Skibbe äußerte sich "natürlich enttäuscht". Er sei sicher, dass er den Klassenerhalt geschafft hätte. Der 45-Jährige äußerte aber auch Verständnis für die Entlassung.

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"Die Bilanz und Entwicklung der Rückrunde war sehr unglücklich. Wir haben es nicht geschafft, besseren und vor allem erfolgreichen Fußball zu spielen", erklärte Skibbe und wünschte der Eintracht unter Daum "alles Gute".

Die Mannschaft, von der sich Skibbe am Vormittag vor dem Training verabschiedet hat, bedauerte die Entscheidung.

Franz bedauert Skibbes Aus

"Auch wenn wir in den letzten acht Wochen nicht so stark gespielt haben, hat Skibbe super Arbeit geleistet", sagte Abwehrspieler Maik Franz über die Ablösung des früheren DFB-Trainers Skibbe.

"Die Entscheidung ist sehr schade für ihn. Für mich kam die Trennung sehr überraschend, das muss ich erst verarbeiten."

Die Entscheidung gegen Skibbe sei laut Bruchhagen am Sonntag gefallen. Danach habe er dann "ein sehr langes Gespräch" mit Daum geführt.

Daums Traum erfüllt sich

Der in Köln wohnende Daum hatte mit einer Rückkehr in die Bundesliga bereits seit geraumer Zeit geliebäugelt.

"Ich hatte in den vergangenen Monaten einige Angebote aus dem Ausland. Doch ich habe sie in erster Linie abgesagt, weil ich zurück in die Bundesliga möchte. Auf ihr liegt mein Fokus", hatte der Coach im Interview mit der "Welt" vor kurzem gesagt.

Kein Fortune mit Fenerbahce

Daum war langjähriger Coach des 1. FC Köln, von Bayer Leverkusen und dem VfB Stuttgart, den er 1992 zum Titel führte.

Aufgrund seiner Kokain-Affäre im Jahr 2000 hatte Daum seine Bundestrainer-Karriere verspielt.

Erst beim 1. FC Köln (2006 bis 2009) feierte er sein Deutschland-Comeback als Trainer. Danach ging er das erneute Engagement in der Türkei bei Fenerbahce ein. Dort konnte Daum allerdings die hochgesteckten Erwartungen nicht erfüllen. Mit einer Abfindung von geschätzt 2,4 Millionen Euro wurde sein Abschied vom Bosporus versüßt.

Skibbe besaß noch einen Vertrag bis 30. Juni 2012. Die Trennung bedeutet den zehnten vorzeitigen Trainerwechsel in dieser Bundesliga-Saison.

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