Frankfurts Wechsel von Skibbe zu Daum krönt den Trainer-Irrsinn der letzten Wochen. Für die Eintracht markiert er eine Zäsur.

Es ist eine Zäsur, die Heribert Bruchhagen am Dienstag vollzogen hat.

Der Rauswurf von Michael Skibbe, aber noch viel mehr die Einstellung von Christoph Daum bedeuten das Ende der seriösen Zeiten bei Eintracht Frankfurt.

Jahre lang hat Bruchhagen mit teilweise großem Erfolg gegen die Großmannssucht im Umfeld der Eintracht und der Banken-Metropole gekämpft, und den gefühlten Bayern-Rivalen auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.

Dazu trugen Bruchhagens grundsolide Arbeit und sein bodenständiges Naturell bei. Die neue Bescheidenheit in Frankfurt personalisierten aber vor allem die Trainer Friedhelm Funkel und Michael Skibbe - Arbeit und Akribie statt Glamour.

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Daum stellt praktisch den genauen Gegenentwurf zu seinen beiden Vorgängern da.

Doch Bruchhagens Vertrauen in Skibbe war trotz des Zittersiegs über St. Pauli aufgebraucht. Der Absturz nach der Winterpause ließ den Vorstandsboss zum letzt möglichen vernünftigen Zeitpunkt die Reißleine ziehen.

Ob aber Christoph Daum der richtige Mann ist, die Eintracht aus dem Keller und danach in die seit langem erhoffte erfolgreiche Zukunft zu führen, muss sich erst noch zeigen.

Bei seinem letzten Engagement in Köln ist der einstige Meistercoach mit ähnlichen Mitteln, aber wesentlich mehr Kredit an der Aufgabe gescheitert, einen Traditionsklub zurück an die Bundesligaspitze zu führen.

Immerhin dürfte die "Reise nach Jerusalem" auf dem Trainermarkt nun beendet sein, denn alle Plätze sind erst mal vergeben.

Mit den unglaublichen Rochaden der vergangenen Woche hat die Liga allerdings ihren Anspruch auf Seriosität fürs Erste verspielt.

Vielmehr erinnerte der hektische Winterschlussverkauf an einen großen Zirkus ? in dem nun auch die Frankfurter Eintracht mit Zampano Daum wieder ganz vorne mitspielt.

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