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Felix Magath holte 2009 mit Wolfsburg den Meistertitel © getty

Den Angriff seines Nachfolgers bei Schalke kontert der Wolfsburg-Coach süffisant. Seine Spieler müssen gleich mal schwitzen

München/Wolfsburg - Felix Magath hat im Trainerstreit nachgelegt und seinen Nachfolger Ralf Rangnick bei Schalke 04 attackiert.

"Zu mir hat Herr Rangnick nichts gesagt", sagte Magath über die Kritik am Zustand des Schalker Kaders und schob mit beißender Ironie nach:

"Aber Herr Rangnick ist ja Professor. Er wird sich noch etwas einfallen lassen."

Am Tag zuvor hatte Rangnick bei seinem Dienstantritt den Zustand der Schalker Mannschaft kritisiert und damit die Arbeit von Magath infrage gestellt.

Der Mannschaft fehle Teamgeist, eine Hierarchie, eine Spielidee und ein vernünftiges Miteinander.

Rangnick stichelt

Nur genug Spieler seien da, witzelte Rangnick bezüglich des personell aufgeblähten Kaders: "Wenn alle da sind, ist ein vernünftiges Training nicht möglich."

Am Mittwoch vergangener Woche hatte sich Schalke von Trainer-Manager Magath getrennt.

Zwei Tage später hatte Wolfsburg den Meister-Coach von 2009 zurückgeholt und will mit Magath den Bundesliga-Klassenerhalt schaffen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Nachfolger des 57-Jährigen bei den Königsblauen ist Rangnick, der am Neujahrstag seinen Rücktritt bei 1899 Hoffenheim erklärt hatte.

Magath bittet zum Zirkeltraining

Magath machte am Dienstag im Training Ernst. Fünf Minuten früher als geplant rief er um 9.55 Uhr seine Schützlinge zusammen und ordnete Zirkeltraining an. Zweimal 20 Minuten.

Als Arbeitsgerät dienten die vom Trainer geschätzten Medizinbälle, mit denen Grafite und Co. ihre Bauchmuskulatur aufbessern mussten.

[kaltura id="0_pboke5fb" class="full_size" title="Fans freuen sich auf Rangnick"]

"Schönes Wetter, gute Arbeit, mit gefällt's", meinte Magath am Rande des Trainings vor 200 Schaulustigen schmunzelnd. Die Höchststrafe blieb den Profis erspart.

Auf den "Hügel der Leiden" schickte der 57-Jährige seine Spieler nicht, die Erdaufschüttung neben den Trainingsplätzen mit Treppen und Sprintrampen droht den Spielern allerdings bei weiteren Punktverlusten im Abstiegskampf.

Josue: "Er gibt immer Vollgas"

"Für mich ist es gut, dass er wieder da ist. Er hat Vertrauen in meine Arbeit und gibt immer Vollgas", sagte Mittelfeldstratege Josue.

Der Brasilianer hat in Abwesenheit von Magath in den letzten zwei Jahren nie mehr zu seiner Form gefunden. Auch Landsmann Grafite hatte angeblich nichts gegen das harte Training einzuwenden. "Diese Kraft wird uns helfen."

Nach dem 1:1 beim VfB Stuttgart am Sonntag steht Magaths Team im Abstiegskampf weiter unter Druck und kann sich keinen weiteren Ausrutscher erlauben.

Nach der Länderspielpause erwarten die "Wölfe" am 3. April Tabellennachbar Eintracht Frankfurt, der am Dienstag Trainer Michael Skibbe durch Christoph Daum ersetzte.

Magath weiß aus eigener Erfahrung nur zu gut, was das bedeuten kann: "So ein Trainerwechsel ist zu Beginn immer erfrischend."

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