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Der HSV gewann im ersten Spiel unter dem neuen Chefcoach Oenning 6:2 gegen Köln © getty

Beim HSV ist nach Hoffmanns Abschied Ruhe eingekehrt. Interimschef Jarchow und der künftige Sportchef Arnesen planen die Zukunft.

München - "Geschlossene Gesellschaft!" Vor dem Hamburger Edelitaliener Da Remo drehten Montagabend zahlreiche potenzielle Gäste enttäuscht ab.

Bei Antipasti und Vino verabschiedeten sich dort Bernd Hoffmann und Katja Kraus von zahlreichen Mitarbeitern der Geschäftsstelle und einigen treuen Weggefährten aus acht Jahren.

Danach waren die am Mittwoch vergangener Woche beim Hamburger SV ausgeschiedenen Vorstände endgültig Geschichte (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Beim Bundesliga-Gründungsmitglied begann spätestens am Dienstag ein neues Kapitel.

"Die Übergabe ist abgeschlossen", sagte der Interimsvorsitzende Carl-Edgar Jarchow, "alles ist unkompliziert und freundschaftlich abgelaufen."

"Es wird einen Umbruch geben"

Passend zum Neuanfang hatte sich für Dienstag der neue HSV-Sportdirektor Frank Arnesen zu Sondierungsgesprächen angesagt.

Der Däne, der noch beim FC Chelsea unter Vertrag steht, beginnt seinen Job erst am 1. Juli, ist aber bereits in alle Entscheidungen und Ideen involviert. Arnesen wird mit Jarchow, Trainer Michael Oenning und der sportlichen Abteilung bis runter zum Scoutingteam die sportliche Lage beurteilen und Entscheidungen vorbereiten.

Die Hängepartien mit zahlreichen Profis, deren Verträge auslaufen, und verliehenen Spielern muss schließlich beendet werden.

"Es wird einen Umbruch geben, wir werden auf die Jugend setzen", kündigte Jarchow bereits an. Am Sonntag schaute sich Oenning in der Schweiz die Talente Valentin Stocker und Xherdan Shaquiri an, ob der HSV sie sich leisten kann, scheint jedoch fraglich.

Gehen Elia, Petric und Mathijsen?

Schon gibt es Spekulationen, ob der Verein Eljero Elia und Mladen Petric verkaufen muss. Auch eine Trennung von Joris Mathijsen ist nicht undenkbar.

Petric und Mathijsen haben Verträge bis 2012 und bringen nur in diesem Sommer noch Ablöse. Der niederländische Nationalspieler Elia gilt trotz seiner enttäuschenden Leistungen in dieser Saison immer noch als Toptalent, der eine Ablöse im zweistelligen Millionenbereich bringen soll.

"Wir stehen finanziell solide da"

"Die Perspektive für den Verein ist ungebrochen gut. In den letzten Jahren wurde sehr viel Gutes getan", sagte Jarchow. Dennoch wird er einen Kassensturz machen müssen.

Und es würde sicher helfen, wenn die Mannschaft in den noch ausstehenden Spielen doch noch Mainz 05 von Platz fünf verdrängt und damit die Qualifikation für die Europa League schafft. Bei vier Punkten Rückstand ist das nicht unmöglich.

"Ohne internationalen Wettbewerb müssten wir kürzer treten", sagte Jarchow, "wir stehen aber finanziell solide da." Möglicherweise kann der Verein die Saison sogar mit einem positiven Ergebnis abschließen.

Es herrscht wieder Ruhe

Eine wesentliche Voraussetzung für die Aufholjagd ist durch die zahlreichen personellen Wechsel der letzten Tage geschaffen. Es herrscht wieder Ruhe im Verein.

Oenning konnte durch den 6:2-Startsieg gegen Köln und das Auftreten des Teams gleich mal alle Skeptiker zum Schweigen bringen 367308(DIASHOW: Der 27. Spieltag).

Das Rumoren hinter den Kulissen ist nach dem Abschied von Hoffmann und Kraus ebenfalls beendet. Jarchow ist eine clevere Lösung. Als Kaufmann und Politiker ist er in der hanseatischen Gesellschaft ebenso verankert wie bei den Fans, deren Supporters-Club er drei Jahre als stellvertretender Vorsitzender gedient hat.

Schwierige Aufgabe für Hilke

Seinen Job aufgenommen hat auch bereits der für das Marketing zuständige zweite Vorsitzende Joachim Hilke.

Der ehemalige Mitarbeiter einer Sport-Vermarktungsgesellschaft hat unter anderem die schwierige Aufgabe, für eine optimale Auslastung der lukrativen Logen und Businessseats zu sorgen.

Ende des Monats endet das Vorkaufsrecht der bisherigen Abonnenten. Noch haben lange nicht alle davon Gebrauch gemacht. Die nächsten Tage könnten auch da entscheidende Weichenstellungen bringen.

Der Chaosklub HSV ist geradezu langweilig geworden in diesen Tagen. Besseres kann ihm nicht passieren.

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