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Magath (l.) wurde mit Wolfsburg und zweimal mit Bayern Meister, Daum 1992 mit Stuttgart © imago

Magath und Daum greifen in den spannenden Abstiegskampf ein - und treffen direkt aufeinander. SPORT1 macht den Abstiegscheck.

Von Christian Stüwe

München - Im Tabellenkeller geht es eng wie lange nicht mehr zu.

Sieben Spieltag vor Schluss ist die Hälfte der Bundesliga-Teams noch nicht sorgenfrei.

Selbst der FC Schalke 04 schwebt auf Rang zehn mit lediglich fünf Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz noch in der Gefahr, unten reinzurutschen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Zuletzt zogen Eintracht Frankfurt und der VfL Wolfsburg die Notbremse und tauschten ihre Trainer aus. Bei den "Wölfen" übernahm Meistertrainer Felix Magath, bei den Hessen sitzt künftig Christoph Daum auf der Bank.

Nach der Länderspielpause treffen die beiden Trainerfüchse im direkten Duell in Wolfsburg aufeinander. Es ist nicht das einzige "Sechs-Punkte-Spiel" in den nächsten Wochen.

SPORT1 zeigt das Restprogramm der Abstiegskandidaten und analysiert die aktuelle Form der Kellerkinder.

Schalke 04 (10. Platz, 33 Punkte, 31:33 Tore):

Form: Schalke steht im Endspiel um den DFB-Pokal und im Viertelfinale der Champions-League. Die starken Auftritte in den Pokal-Wettbewerben können aber nicht über die Schwäche in der Liga hinwegtäuschen.

Nach der Niederlage in Leverkusen warnte Torwart Manuel Neuer vor dem möglichen Abstiegskampf.

Und das zu Recht. Die Schalker müssen noch gegen einige direkte Konkurrenten spielen. Sollten diese Partien verloren gehen, kann es ganz schnell noch weiter nach unten gehen.

Der neue Trainer Ralf Rangnick muss seinem Team also schnellstens klar machen, dass die Schalker die Saison keineswegs locker auslaufen lassen können.

Restprogramm: St. Pauli (A), Wolfsburg (H), Bremen (A), Kaiserslautern (H), Bayern (A), Mainz (H), Köln (A)

1. FC Köln (11. Platz, 32 Punkte, 37:49 Tore)

Form: Köln sah in der Hinrunde schon wie ein sicherer Absteiger aus. Doch nachdem Trainer Frank Schaefer die Truppe übernahm, gelang ein bemerkenswerter Aufschwung.

Zuletzt kassierten die "Geißböcke" bei der 2:6-Niederlage in Hamburg aber einen bösen Rückschlag.

Während es zu Hause läuft, hat der FC auswärts nach wie vor große Probleme.

"Wie soll ich das erklären?", fragte Lukas Podolski im "Express": "Klar ist: wenn wir das nicht abstellen, wird es eng für uns."

Restprogramm: Nürnberg (H), Gladbach (A), Stuttgart (H), Wolfsburg (A), Leverkusen (H), Frankfurt (A), Schalke (H)

[kaltura id="0_lpds0t9h" class="full_size" title="Daum 25 Stunden am Tag f r die Eintracht "]

Werder Bremen (12. Platz, 32 Punkte, 37:53 Tore):

Form: Werder Bremen spielt eine katastrophale Saison. Nie im Leben hätten die Nordlichter damit gerechnet, in der Tabelle in dieser Phase der Spielzeit so weit unten zu stehen.

Doch zuletzt scheint sich das Team mit der Situation arrangiert zu haben, die Bremer haben den Abstiegskampf angenommen und wichtige Punkte geholt.

Spieler aus der zweiten Reihe wie Sandro Wagner übernehmen Verantwortung und erzielen wichtige Tore. Auch das ist ein positives Signal.

Dass Trainer Thomas Schaaf sicher im Sattel sitzt, ist in Bremen sowieso selbstverständlich.

Restprogramm: Stuttgart (H), Frankfurt (A), Schalke (H), St. Pauli (A), Wolfsburg (H), Dortmund (H), Kaiserslautern (A)

1. FC Kaiserslautern (13. Platz, 31 Punkte, 36:43 Tore):

Form: Der FCK wurde vor der Saison als einer der ersten Abstiegsanwärter genannt.

Doch Klub-Boss Stefan Kuntz und Trainer Marco Kurz formten mit wenig Geld ein kampfstarkes Team, dass nach einem Durchhänger im neuen Jahr zuletzt einen enorm wichtigen Sieg gegen Gladbach einfuhr.

Die Moral der "Roten Teufel" stimmt. Auch wenn der Sieg gegen die Borussia glücklich war, zeigt die Formkurve nach oben.

Restprogramm: Leverkusen (H), Stuttgart (A), Nürnberg (H), Schalke (A), St. Pauli (H), Wolfsburg (A), Werder (H)

Eintracht Frankfurt (14. Platz, 31 Punkte, 27:37 Tore):

Form: Die Hessen legten nach einer starken Hinrunde einen fast schon unglaublichen Absturz hin.

Schnüffelten die Frankfurter nach der Winterpause noch an den Europa-League-Plätzen, befinden sie sich nun nach einer endlosen Torlos-Serie und gerade einmal fünf Punkten aus der Rückrunde in akuter Abstiegsgefahr.

Im Kellerduell mit St. Pauli gelang zwar der erste Sieg in 2011, spielerisch konnte die Eintracht aber nicht überzeugen.

Daraufhin zog Klubchef Heribert Bruchhagen die Notbremse und beurlaubte Trainer Michael Skibbe, Christoph Daum übernahm.

Daum bleiben nun zwei Wochen, um die Mannschaft auf das enorm wichtige Spiel in Wolfsburg einzustimmen. Es wird sich zeigen, ob der große Motivator der Eintracht wieder das Selbstbewusstsein der Hinrunde zurückgeben kann.

Restprogramm: Wolfsburg (A), Werder (H), Hoffenheim (A), Bayern (H), Mainz (A), Köln (H), Dortmund (A)

VfB Stuttgart (15. Platz, 29 Punkte, 46:49 Tore):

Form: Im Kellerduell gegen den VfL Wolfsburg kamen die Schwaben zu einem späten und schmeichelhaften Ausgleichstreffer durch Georg Niedermeier, der die Verantwortlichen zumindest ein wenig durchatmen lässt.

Auch wenn die Stuttgarter den Punktgewinn wie einen Sieg feierten, kann das späte Tor nicht über die dürftige Leistung hinwegtäuschen.

Der VfB wird sicherlich bis zum Ende der Saison um den Klassenerhalt zittern müssen.

Zumal der Trainer bereits zweimal gewechselt wurde, der große Aufschwung aber ausblieb.

Restprogramm: Werder (A), Kaiserslautern (H), Köln (A), HSV (H), Hoffenheim (A), Hannover (H), Bayern (A)

FC St. Pauli (16. Platz, 28 Punkte, 29:47 Tore):

Form: Die Kiezkicker spielten zu Beginn der Rückrunde stark auf und schienen auf dem Weg aus dem Keller.

Doch nach dem legendären Derbysieg gegen den HSV setzte es Niederlage auf Niederlage.

Vor allem das 1:2 in Frankfurt am Wochenende dürfte St. Pauli schmerzen. In der aktuellen Form ist die Elf von Trainer Holger Stanislawski auf dem Weg in die Zweite Liga.

Restprogramm: Schalke (H), Leverkusen (A), Wolfsburg (A), Werder (H), Kaiserslautern (A), Bayern (H), Mainz (A)

VfL Wolfsburg (17. Platz, 27 Punkte, 31:40 Tore):

Form: Der VfL ist aktuell schwer einzuschätzen. Vom Kader her sind die "Wölfe" sicherlich eines der am stärksten besetzten Teams im Tabellenkeller.

Die Frage ist nun, ob der neue Trainer Felix Magath dieses Potenzial auf der Zielgeraden noch abrufen kann.

Nach dem 1:1 in Stuttgart machte sich der Trainer zunächst mal Luft über den "schlechten Zustand" der Mannschaft.

Nun gibt ihm die Länderspielpause zwei Wochen Zeit, mit der Mannschaft zu arbeiten. Dann können die "Wölfe" gegen Frankfurt zeigen, ob im Abstiegskampf noch mit ihnen zu rechnen ist.

Restprogramm: Frankfurt (H), Schalke (A), St. Pauli (H), Köln (H), Werder (A), Kaiserslautern (H), Hoffenheim (A)

Borussia Mönchengladbach (18. Platz, 23 Punkte, 38:61 Tore):

Form: Die Gladbacher haben die schlechteste Ausgangsposition aller Abstiegskandidaten.

Dazu kassierten die "Fohlen" im Duell mit Kaiserslautern eine demoralisierende Niederlage, die durch ein unnötiges Eigentor von Keeper Logan Bailly verursacht wurde.

Und jetzt steht das schwere Auswärtsspiel gegen Bayern München an.

Die Borussia scheint mit einem Bein bereits in der Zweiten Liga zu sein.

Restprogramm: Bayern (A), Köln (H), Mainz (A), Dortmund (H), Hannover (A), Freiburg (H), HSV (A)

SPORT1-Prognose:

Gladbach ist abgeschlagen und wohl kaum noch zu retten. Die übrigen Teams werden bis zum Schluss darum kämpfen, den zweiten Abstiegs- und den Relegationsplatz zu vermeiden.

Nach den letzten Eindrücken ist St. Pauli der heißeste Anwärter auf Platz 17. Wer in die Relegation muss, wird davon abhängen, wie die neuen Trainer einschlagen. Sollten Daum in Frankfurt und Magath in Wolfsburg einen Aufschwung herbeiführen können, dürfte der VfB Stuttgart den Schwarzen Peter haben.

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