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Wohl bald wieder vereint: Trainer Jupp Heynckes (r.) und Toni Kroos © getty

Bayerns Youngster durchlebt eine schwierige Phase. Von der Rückkehr seines Förderers könnte der 21-Jährige besonders profitieren.

Von Maik Rosner und Thorsten Mesch

München - Toni Kroos baut auf Jupp Heynckes und bleibt langfristig beim FC Bayern.

Am Donnerstagnachmittag gab der Verein die Vertragsverlängerung mit dem Mittelfeldspieler bis 2015 bekannt.

"Wir trauen Toni Kroos eine tolle Entwicklung zu und sind glücklich, über den Vertragsabschluss", sagte Sportdirektor Christian Nerlinger.

"Ich fühle mich wohl hier, der FC Bayern hat eine hervorragende sportliche Perspektive und ich bin sicher, dass wir in den kommenden Jahren wieder die Titel gewinnen können, die sich unsere Fans wünschen", kommentiert Kroos seine Unterschrift.

Treibende Kraft für die Zukunft für ihn und den Verein soll dabei vor allem der neue Coach sein.

"Heynckes ist ein hervorragender Trainer", sagte Kroos zu SPORT1 zur Verpflichtung des Routiniers. "Ich hoffe, dass wir mit ihm wieder erfolgreicher sind."

Kroos hofft auf Heynckes als Förderer, der ihn auch in schwierigen Momenten stützt.

In Leverkusen gereift

Heynckes, derzeit noch bei Leverkusen, hatte Kroos während seiner Leihphase bei Bayer zu einem Topspieler der Bundesliga und zum Nationalspieler geformt.

Seit seiner Rückkehr nach München gelang es Kroos dagegen nur selten, sich Selbstvertrauen zu holen.

Auch bei der Nationalmannschaft konnte er sich nicht in den Vordergrund spielen, dafür waren seine Einsatzzeiten gegen Kasachstan und Australien zu kurz.

21 Einsätze, ein Tor

Bei den Bayern kam er in dieser Saison auf 21 Einsätze in der Liga. Seine Bilanz: ein Tor, vier Vorlagen, vier Einwechslungen, sechs Auswechslungen.

Dazu in der Champions League sieben Spiele, im DFB-Pokal drei und ein Tor.

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Das war bei Bayer ganz anders: Allein in der Bundesliga kam er in der Vorsaison auf 33 Spiele und neun Tore.

Auf die Frage, ob er in Leverkusen seine beste Saison gespielt habe, antwortet Kroos allerdings ausweichend: "Wer das so sieht..."

Und er fügt erklärend an: "Ich habe in Leverkusen eine ganz andere Position gespielt. Viel offensiver."

Vielleicht verhilft Heynckes seinem früheren Lieblingsschüler nun dazu, aus seiner Lethargie zu erwachen und auch im Bayern-Trikot die Leistungen aus Leverkusen abzurufen.

"Gutes Händchen"

"Er hat ein unheimlich gutes Händchen dafür, wie man mit einer Mannschaft umgeht", meint Kroos jedenfalls.

Ob das auch für den aktuellen Bayern-Trainer Louis van Gaal gilt, darüber sind die Meinungen nach dieser enttäuschenden Saison geteilt.

Wobei der Niederländer Kroos im Gegensatz zu Vorgänger Jürgen Klinsmann immer wieder das Vertrauen gab.

Seit seiner Rückkehr nach München kam der gebürtige Greifswalder regelmäßig zu Einsätzen, setzte aber selten Impulse. Im Winter warf ihn eine langwierige Fußverletzung zurück.

"Toni ist noch nicht ausgereift, muss intensiv an sich arbeiten. Man darf Potenzial nicht brachliegen lassen", sagte Heynckes.

Andererseits hatte der 66-Jährige das Ausnahmetalent aber auch schon immer in höchsten Tönen gelobt:

"Nicht nur seine fußballerischen Fähigkeiten sind einfach superklasse, er ist auch psychisch und mental stabil. Das zeigt, dass er für höhere Aufgaben gewappnet ist."

Tendenziell offensiv

Deshalb spricht auch jetzt vieles dafür, dass Heynckes Kroos bei Bayern wieder auf seiner Lieblingsposition auflaufen lässt.

"Eigentlich egal" sei ihm, wo er aufgestellt werde, sagte er artig. Aber: "Tendenziell sehe ich mich eher offensiv."

Bei van Gaal spielt er im defensiven Mittelfeld neben Bastian Schweinsteiger. Vielleicht wird das ja der Schlüssel zur neuen Blüte unter Heynckes.

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