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Laut- und meinungsstark: HSV-Schlussmann Frank Rost spielt seine 17. Bundesligasaison © getty

Der 35-Jährige moniert, dass Fußballprofis nicht mehr ihre Meinung äußern dürfen und erkennt ein Klima der Gängelung.

Hamburg/Frankfurt - Torhüter Frank Rost vom Hamburger SV hat die vermeintliche Stromlinienförmigkeit vieler Profis kritisiert und den DFB für diese Entwicklung verantwortlich gemacht.

"Im Fußballgeschäft muss man heutzutage einen Teil seines Gehalts als Rücklage bilden, um Strafen zu bezahlen. Es ist Wahnsinn, was vom DFB alles sanktioniert wird", sagte der 35-Jährige der "Welt am Sonntag". "So zieht man sich nur Leute heran, die keine eigene Meinung mehr haben."

Natürlich müsse sich jeder an Regeln halten, der Schiedsrichter oder die Gegenspieler dürften nicht beleidigt werden. Aber man solle nicht jedes Wort, das nach dem Abpfiff aus der Erregung heraus gesagt werde, auf die Goldwaage legen, meinte Rost und forderte vom DFB mehr Gelassenheit.

Rost nimmt Ballack in Schutz

"Die aktuelle Entwicklung sorgt nicht dafür, dass junge Spieler Führungsqualitäten entwickeln." In einem "solchen Klima der Gängelung" könnten sich selten großen Persönlichkeiten herausbilden.

Auch in der inzwischen beigelegten Auseinandersetzung zwischen Bundestrainer Joachim Löw mit Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack bezog Rost Stellung:

"Ich weiß nicht, was Ballack verbrochen hat. Was ist denn daran falsch, dass der Nationalmannschaftskapitän eine Meinung vertritt und seinen Kumpel Frings in Schutz nimmt? Führungsspieler werden nicht mehr geduldet, da wird sofort vom DFB Druck gemacht."

Sport1.de hat weitere Bundesliga-Splitter zusammengestellt:

Hinrunde für Nikolov beendet

Eintracht Frankfurt muss in den restlichen drei Spielen der Hinrunde auf Torhüter Oka Nikolov verzichten.

Wie eine Untersuchung am Sonntag ergab, hat sich der 34-Jährige in der Partie am Samstag gegen Hannover 96 (4:0) einen Sehnenanriss in der rechten Fußsohle zugezogen.

Ob die Verletzung konservativ behandelt wird oder eine Operation nötig ist, soll in den nächsten Tagen entschieden werden. Nikolov war wegen der Blessur bereits in der Halbzeit ausgewechselt und durch Markus Pröll ersetzt worden.

Funkel kündigt Konsequenzen für Galindo an

Eintracht-Teamkollege Aaron Galindo (Spielerporträt) muss dagegen wegen seiner um 24 Stunden verspäteten Rückkehr eine Strafe befürchten. Der mexikanische Nationalspieler war nach einem Länderspiel in Honduras erst am Samstagnachmittag statt wie vereinbart am Freitag in Frankfurt gelandet und hatte den hessischen Klub nicht darüber informiert.

"Das hat Folgen. Man kann mal verschlafen oder ein Flugzeug verpassen. Aber man kann nicht einen Tag zu spät kommen, ohne sich zu melden", erklärte Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel, der im Heimspiel der Frankfurter gegen Hannover 96 (4:0) auf Galindo verzichten musste.

Der 26 Jahre alte Verteidiger rechtfertigte sich. "Ich bin mit dem Auto in Mexiko in eine Demo geraten und saß vier Stunden fest. Bei der Eintracht habe ich wegen der Zeitverschiebung niemanden erreichen können", behauptete Galindo.

Ermittlungen gegen Magath

Der Kontrollausschuss des DFB wird Ermittlungen gegen Trainer Felix Magath vom VfL Wolfsburg aufnehmen.

Der Coach war von Schiedsrichter Dr. Helmut Fleischer beim 4:1-Sieg gegen den VfB Stuttgart (Spielbericht) am Samstag nach einer Verbalattacke in der Halbzeitpause von der Trainerbank verwiesen und auf die Tribüne geschickt worden.

Fleischer hatte nach dem Schlusspfiff erklärt, dass bei den Äußerungen von Magath "die Tonart und Wortwahl nicht in Ordnung" gewesen sei. Der DFB-Kontollausschuss will Fleischers Bericht am Montag auswerten.

Applaus für Klopp und den BVB

Unter großem Jubel sind Trainer Jürgen Klopp und die Mannschaft von Borussia Dortmund bei der Jahreshauptversammlung von den 632 anwesenden Mitgliedern empfangen worden. "Dortmund ist ein geiler Klub, und das liegt an den Fans", sagte Klopp, der eine 15-minütige Rede hielt.

Der börsennotierte Klub hatte bereits in der vergangenen Woche positive Geschäftszahlen verkündet. "Wir sind nach turbulenten Zeiten auf einem soliden Fundament gebaut. Diesen Weg gehen wir weiter", meinte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

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