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Zuletzt bei Fenerbahce Istanbul tätig, jetzt bei Eintracht Frankfurt: Christoph Daum © getty

Der Skibbe-Nachfolger gibt sich bei seiner Vorstellung in Frankfurt kämpferisch - und schenkt sich frühere Motivationskniffe.

Frankfurt - Als Christoph Daum um 12.36 Uhr im Blitzlichtgewinner auf die Bundesliga-Bühne zurückkehrte, machte er aus seiner puren Vorfreude auf die Mission Klassenerhalt keinen Hehl.

"Es geht jetzt 25 Stunden am Tag um die Eintracht", sagte der sonnengebräunte Daum bei seiner ersten Pressekonferenz als Trainer des abstiegsgefährdeten Klubs Eintracht Frankfurt.

Und weiter: "Das Potenzial und die Perspektiven in Frankfurt sind großartig, deshalb habe ich zugesagt. Ich wollte zurück in die Bundesliga." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Die offizielle Präsentation des Hoffnungsträgers im Bauch der WM-Arena glich einem Staatsempfang - und dauerte geschlagene 46 Minuten. (369622DIASHOW: Daums Start in Frankfurt)

Riesen-Medienandrang

Vor 15 Kamerateams, 20 Fotografen und rund 50 Journalisten machte Daum, gekleidet in einen hellgrauen Maßanzug, gewohnt plakativ deutlich, wo er den Hebel bei den Eintracht-Profis ansetzen will.

"Wenn der Kopf funktioniert, ist das wie ein drittes Bein", sagte der 57-Jährige und ergänzte: "Ich werde versuchen, Fachkompetenz und Leidenschaft auf die ganze Mannschaft zu übertragen."

Der als Motivationskünstler bekannte Daum, der schon einmal Geldscheine an die Kabinentür heftete, plant allerdings keine ungewöhnlichen Aktionen: "Es wird keine magischen Zirkel und kein Voodoo geben. Nur Hand auflegen, und der Erfolg stellt sich ein, das geht nicht."

Bruchhagen hoffnungsfroh

Eintrachts Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen setzt trotzdem auf die Aura des Ex-Kölners.

Er hoffe, dass Daums "Aufbruchstimmung auf die Mannschaft und den Verein" ausstrahle, sagte Bruchhagen, der am Montag die Trennung von Michael Skibbe vollzogen hatte.

[kaltura id="0_lpds0t9h" class="full_size" title="Daum 25 Stunden am Tag f r die Eintracht "]

Nur anderthalb Stunden nach seinem ersten denkwürdigen Auftritt im Dienste der Eintracht leitete Daum am Mittwochnachmittag ab 15.30 Uhr bei stahlendem Sonnenschein das erste Training der kriselnden Hessen.

Trainingsauftakt live im TV

Die Einheit, in deren Mittelpunkt verschiedene Spielformen standen, wurde live im Programm des Hessischen Rundfunk (HR) übertragen. Das hatte es zuvor beim Traditionsklub noch nie gegeben.

Den 2000 erschienenen Fans versprach Daum schon einmal goldene Zeiten. "Irgendwann wollen wir dann auch das internationale Flair zurückholen. Das sind Zukunftsvisionen, aber Visionen schaffen Fakten", sagte der Stuttgarter Meistertrainer.

Um Präsenz zu zeigen, wird Daum, der seinen Sohn Marcel als Video-Analyst mitbringt, ab sofort in einem Frankfurter Hotel wohnen. (REAKTIONEN: Farbtupfer und Frikadelle)

Abgang bei Fenerbahce

"Zu Hause habe ich Bilder von mir aufgestellt. Die kann sich meine Familie anschauen", scherzte der routinierte Bundesligacoach, der in Frankfurt seine zehnte Trainerstation erlebt.

Nach seinem Abgang von Fenerbahce Istanbul im Juni 2010 hatte sich Daum in England und Südamerika fortgebildet.

Die erste Bewährungsprobe steht für Daum am 3. April an, wenn die Eintracht beim VfL Wolfsburg mit dessen Feuerwehrmann Felix Magath auf der Bank antreten muss.

250.000 Euro im Monat

"Es ist wichtig, dass wir schnellstmöglich den Klassenerhalt schaffen, damit wir Planungssicherheit haben", sagte der Eintracht-Coach, der die Saison "neu starten" will: "Wir möchten die Spitzenposition in der Tabelle der letzten sieben Spiele erobern."

Im Falle des Klassenerhalts soll sich der bis zum Saisonende gültige Vertrag um mindestens zwei Jahre verlängern.

Daum soll für sein Engagement am Main rund 250.000 Euro im Monat verdienen - und mit einer Nicht-Abstiegs-Prämie von 150.000 Euro belohnt werden.

Amanatidis zuversichtlich

Stürmer Ioannis Amanatidis ist davon überzeugt, dass Kommunikator Daum die Hessen vor dem Bundesliga-Abstieg bewahren wird - trotz nur fünf Punkten aus den bisherigen zehn Rückrundenspielen (3:16 Tore).

"Er ist ein erfahrener Trainer, hat sehr viel mitgemacht und besitzt Auslandserfahrung", sagte Amanatidis der "Frankfurter Rundschau".

Der Grieche ist vom Klassenerhalt überzeugt: "Zweifel gibt's nicht, gab's nie und wird es auch nie geben."

Auch Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff lobte die Qualitäten von Daum: "Wer sich mit ihm schon einmal unterhalten hat, weiß, welche Kompetenzen er hat."

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