vergrößernverkleinern
Robin Dutt war insgesamt vier Jahre Trainer beim SC Freiburg © getty

Leverkusens künftiger Trainer hat eine rasante Karriere hinter sich. Bei Bayer warten allerdings ungewohnte Herausforderungen.

Von Maik Rosner

München - Es ist gar nicht so lange her, da kickte Robin Dutt noch als Spielertrainer in der Bezirksliga. TSG Leonberg hieß sein Verein damals.

Seither, seit 1999, ist Dutt stetig auf der Karriereleiter nach oben geklettert.

Nun wartet die bisher größte Herausforderung auf ihn: Bayer Leverkusen.

Von der Bezirksliga über Freiburg bis zu einem Topverein der Bundesliga, der beste Chancen hat, in der kommenden Saison in der Champions League zu spielen - Dutt geht diese Aufgabe gelassen an.

Jetzt sei ein Zeitpunkt, "wo ich die Möglichkeit habe, sehr positiv verabschiedet zu werden, weil die Leute mich jetzt noch einigermaßen okay finden", sagt der 46-Jährige.

Nicht der Mann der großen Sprüche

Das ist natürlich ein bisschen Understatement, doch Dutt ist ohnehin nicht der Mann der großen Sprüche.

Ähnlich entspannt geht er den Umgang mit der Vielzahl an Nationalspielern in Leverkusen an. Auch die zuletzt komplizierte Personalie Ballack.

"Ich freue mich sehr auf Michael Ballack", sagt er und erklärt, wie er den Umgang mit den Stars angehen will: "Ich schätze sie als Menschen ein und dementsprechend werde ich auch mit ihnen umgehen."

Finkes schweres Erbe

2007 trat er in Freiburg das schwere Erbe von Volker Finke an, der zuvor 16 Jahre lang dort Trainer war und nicht nur eine Ära prägte, sondern mit dieser Dauer zugleich einen Bundesligarekord aufstellte.

Doch Dutt ließ sich davon nicht schrecken und führte den Sport-Club an die Schwelle des Europapokals.

Mittlerweile wird er in der Branche als Trainer anerkannt, der seiner Mannschaft trotz vergleichsweise bescheidener Mittel eine deutliche Handschrift verliehen hat.

Und als Musterschüler. 2005 schloss er den Fußball-Lehrerlehrgang als Jahrgangsbester mit der Note 1,4 ab. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Leverkusen beobachtete Dutt lange

Leverkusen hat die Entwicklung des gelernten Industriekaufmanns seither aufmerksam verfolgt.

Schon vor seinem Engagement im Breisgau wurde der Trainer deutsch-indischer Abstammung von Bayer 04 bei den Stuttgarter Kickers beobachtet.

"Gewundert habe ich mich nicht, weil Trainerscouting immer wichtiger wird und Bayer Leverkusen alle seine Personalentscheidungen immer sehr akribisch angeht", sagte Dutt dazu der "Bild".

Zudem habe er ein gutes Gefühl durch die Art und Weise, wie mit Jupp Heynckes umgegangen worden sei.

"Jupp hat die Latte sehr hoch gelegt"

Dutt weiß aber, dass er das Vertrauen nun auch rechtfertigen muss. "Jupp hat durch seine Erfolge mit Bayer die Messlatte freilich sehr hoch gelegt."

Gerade deshalb werde er das Gespräch suchen mit Heynckes, der zur kommenden Saison voraussichtlich zu Bayern München zurückkehrt.

Am letzten Spieltag werden sich die beiden Trainer ohnehin begegnen. Dann gibt Dutt seinen Ausstand an der Dreisam.

Er sagt: "Ich wäre froh, wenn bis dahin alles klar ist und es ein gemütliches Abschiedsspiel für beide Trainer wird."

Geburtsort Köln

Danach hofft er auf einen freundlichen Empfang in Leverkusen. Dass er in der bei den Fans nicht gerade beliebten Nachbarstadt geboren wurde, soll kein Hindernis sein.

"Ich hatte nicht mal das erste Lebensjahr in Köln vollendet, bevor wir nach Ditzingen zogen. Das können mir die Leverkusener doch verzeihen", scherzt er.

Mit Misserfolgen könnten sie sicherlich schlechter umgehen.

Aber Dutt, der nun den international erfahrenen Heynckes ablösen wird, kennt sich mit einem schweren Erbe ja aus.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel