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St. Paulis Trainer Holger Stanislawski ist seit 18 Jahren im Verein © getty

St. Pauli befindet sich in Abstiegsnot. Gerade jetzt sorgen Gerüchte um den Trainer für zusätzliche Unruhe. Asamoah droht Ärger.

Von Nikolai Kube

München/Hamburg - Der Abstiegskampf spitzt sich zu. Noch sieben Spieltage bleiben.

Dann steht fest, wer den bitteren Gang in die Zweite Liga antreten muss. Die Topkandidaten für viele Experten:

Der Tabellenletzte Gladbach - und der FC St. Pauli, derzeit auf dem Relegationsplatz 16.

Fünf Pleiten in Folge setzte es zuletzt für die Kiez-Kicker. Seit dem umjubelten Derby-Sieg gegen den Hamburger SV (1:0) geht es steil bergab. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Jetzt haut Trainer Holger Stanislawski auf den Putz: "Allen, die glauben, St. Pauli wäre schon abgestiegen, werden wir gehörig in den Arsch treten!"

Der 41-Jährige will nichts von einer Krise wissen.

Stanislawki im Sommer weg?

Doch genau in dieser schwierigen Phase sorgen Meldungen über seinen angeblich bereits feststehenden Abgang im Sommer für zusätzliche Unruhe.

Die "Bild" behauptet: Stanislawski wird St. Pauli definitiv verlassen, unabhängig vom Ausgang der Saison. Einige Spieler soll der Trainer bereits eingeweiht haben.

Stanislawski selbst hält sich bedeckt: "Ich gebe hier alles bis zum Sommer. Dann ist noch genug Zeit, darüber zu reden, ob ich in der kommenden Saison hier noch Trainer bin oder nicht."

Guter Name in der Branche

Fest steht: Sein Vertrag läuft noch bis 2012. Eine Ausstiegsklausel in Höhe von 250.000 Euro gibt ihm allerdings jederzeit die Möglichkeit, sich zu verändern.

Der Klub startete bereits mehrfach Versuche, Stanislawski diese abzukaufen. Eine Gehaltserhöhung von 30.000 auf 35.000 Euro im Monate lehnte er angeblich ab.

Seit Ende 2010 ruhen die Verhandlungen.

Die Anzeichen verdichten sich, dass Stanislawski eine neue Herausforderung sucht. Er hat als Trainer einen guten Namen in der Branche.

Verhandlungen mit Wolfsburg

Leverkusen und Wolfsburg hatten bereits angeklopft. Stanislawskis neuer Berater Marc Kosicke soll dem "kicker" zufolge vor einigen Wochen mit dem ehemaligen Wolfsburg-Manager Dieter Hoeneß verhandelt haben.

Der Deal platzte: Hoeneß wurde entlassen, Felix Magath übernahm.

Auch in Hoffenheim soll Stanislawski im Gespräch sein, falls die Abwärtstendenz unter Marco Pezzaiuoli anhält. Dort könnte er sein Gehalt verdreifachen.

Genau wie beim Hamburger SV, wo im Sommer ebenfalls ein Stelle frei wird.

HSV beobachtet Stanislawski

Ein Wechsel zum Lokalrivalen? Für Stanislawski offenbar nach 18 Jahren St. Pauli nur schwer vorstellbar - auch wenn er in der Jugend für den HSV spielte.

Laut "kicker" soll der ehemalige HSV-Manager Bernd Hoffmann angefragt haben. Zudem habe ein Scout regelmäßig Trainingseinheiten des FC St. Pauli beobachtet.

Stanislawski hat offenbar abgewunken.

Nebenkriegsschauplätze, die der Klub in seiner sportlich kritischen Lage nicht gebrauchen kann.

Stanislawski kündigt eine harte Gangart an: "Wir werden an kleinen Stellschrauben drehen, das Kollektiv in den Vordergrund stellen und alle Einflüsse und jegliche Unruhe von außen hart bekämpfen."

Asamoah sorgt für Aufsehen

So musste sich auch Gerald Asamoah einiges anhören. Der feierte nach dem 1:2 in Frankfurt bis in die Nacht mit einigen Kollegen auf der Reeperbahn. Die Party endete auf dem Polizeipräsidium.

Asamoah ließ sich von zwei ihm bekannten Frauen nach Hause begleiten, angeblich um dort Burger am Küchentisch zu essen.

In der Wohnung wartete aber überraschend seine sonst im Ruhrgebiet lebende Ehefrau Linda.

Sie geriet in heftigen Streit mit den beiden anderen Frauen. Laut "Bild" riss eine ihr ein Haarbüschel aus. Daraufhin soll Asamoahs Frau ein Messer aus einem Block gezogen und sich dabei selbst verletzt haben.

"Es ist an der Zeit, die Streitaxt herauszuholen"

"Das war ganz harmlos, da war nichts Sexuelles. Meine Frau kennt die beiden auch, möchte aber nicht, dass ich mit ihnen zusammen bin. Deshalb gab es schon mal Stress", sagt der 32-Jährige.

Dennoch: Solche Aktionen gefallen Stanislawski nicht. Er behauptet zwar: "Wir wollen die Jungs nicht in den Keller sperren."

Aber die Sache sei natürlich sehr unglücklich.

Klingt zunächst nicht nach Konsequenzen. Ein weiterer Satz lässt allerdings Raum für Spekulationen.

"Wir tun alles für die Bundesliga - jeder, der auf diesen Zug aufspringen will, bekommt ein Ticket. Und wer schwarz mitfährt, fliegt raus", sagt der Trainer.

Ob Asamoah wohl bezahlt hat?

Fest steht: Auf dem Kiez weht nun ein anderer Wind. "Es ist an der Zeit, die Streitaxt herauszuholen", kündigt Stanislawski an.

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