Die Wende zum Guten schien beim VfB Stuttgart mit Ex-Trainer Armin Veh nicht mehr möglich. Doch auch der Sportdirektor wackelt.

Die Weisheit ist so alt wie die Menschheit: Im Erfolg macht man die meisten Fehler.

Nur anderthalb Jahre ist es her, da wurden Trainer Armin Veh und Manager Horst Heldt zu Recht als kongeniales Duo gefeiert, ohne das die Meisterschaft des VfB Stuttgart niemals möglich gewesen wäre.

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Doch schon im Sommer 2007 nahm der schleichende, aber stetige Abstieg der Schwaben seinen Anfang.

Mit Yildiray Bastürk, Gledson, Ciprian Marica, Sergiu Radu, Ewerthon und allen voran Torhüter Raphael Schäfer holten Veh und Heldt gleich ein halbes Dutzend Spieler an den Neckar, die sich dort nicht zurechtfanden und keinerlei Verstärkung darstellten.

Dass die Schwaben unter diesen Umständen über den UI-Cup noch in den UEFA-Pokal rutschten, muss unter diesen Umständen noch als Erfolg gewertet werden.

Die Transfers des Sommers 2008 - Jens Lehmann, Jan Simak und Martin Lanig - haben den VfB auch nicht wesentlich voran gebracht. Platz elf ist weit von den Ansprüchen entfernt, die der Klub an sich stellt.

Sich von dem Meistertrainer zu trennen war dennoch so lange ein Tabuthema wie Veh den Eindruck vermittelte, den Wagen wieder flott machen zu wollen und können. Dieser Eindruck ist in den vergangenen Wochen verloren gegangen.

Veh vermittelte den Anschein zunehmender Rat- und Lustlosigkeit. Nach der Pleite in Wolfsburg brachte er auch noch seine Führungsspieler gegen sich auf, indem er ihnen unterstellte, sie hätten keinen Hintern in der Hose. Damit sägte er mutwillig an dem ohnehin morschen Ast, auf dem er saß.

Die Stuttgarter Führung kam zu dem zwangsläufigen Schluss, dass mit Veh eine Wende zum Guten kaum noch möglich sein würde. Dass Heldt, dem die Misere mindestens in gleichem Maße anzukreiden ist, nun mit Markus Babbel auf das Prinzip Hoffnung setzt, belegt zumindest, dass er Veh bis zuletzt die Stange gehalten und keinen Plan B vorbereitet hat.

Um Heldts angeschlagene Position wieder zu festigen, wäre es wichtig, dass Babbel sich als der Mann erweist, der den VfB wieder auf Kurs bringt. Mit einer solchen ?kleinen Lösung? der Trainerfrage sind die Stuttgarter ja zumindest in den ersten anderthalb Jahren der Veh?schen Amtszeit schon einmal gut gefahren.

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