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VfB-Trainer Babbel (l., mit Manager Heldt) spielte 51 Mal für das DFB-Team © getty

Mit Vehs Rauswurf und der umgehenden Berufung von Markus Babbel als Nachfolger soll die VfB-Krise schnell überwunden werden.

Von Manuel Krons

München - Lange getrauert wurde nicht beim VfB Stuttgart.

Kurz nachdem die Entlassung von Trainer Armin Veh allseits verkündet war, blickten die Verantwortlichen schnell wieder nach vorne. "Wir haben wichtige Spiele vor uns. Darauf geht die volle Konzentration", verkündete VfB-Manager Horst Heldt.

Und auch der Nachfolger von Veh auf dem Trainerstuhl, Markus Babbel, der bis dato als Co-Trainer an dessen Seite tätig war, hatte die plötzliche Trennung von seinem Kollegen offenbar gut verkraftet.

Nicht mal ein paar geheuchelte Worte des Bedauerns kamen über die Lippen des Ex-Assistenten: "Es war schon eine überraschende Situation, aber eine freudige Überraschung", sagte Babbel über seinen plötzlichen Aufstieg zum Cheftrainer.

"Es ist eine schwierige Phase"

Bei den Schwaben waren sie offensichtlich heilfroh endlich den Schuldigen für die sportliche Misere aus dem Weg geräumt zu haben. Nun soll es wieder aufwärts gehen beim Tabellenelften.

"Es ist eine schwierige Phase, aber die Mannschaft hat Potenzial. Es geht darum, dass die Spieler ihre Köpfe wieder frei bekommen", sagt Babbel, der als Teamchef die Verantwortung in den nächsten Wochen tragen soll. Ihm zur Seite steht mit Rainer Widmayer der bisherige Co-Trainer der Amateurmannschaft.

Staudt fordert Ruck

VfB-Präsident Erwin Staudt betonte, dass man mit der Trennung von Veh kein Alibi für die Spieler schaffen wolle: "Es muss nun ein Ruck durch die Mannschaft gehen."

Allerdings mehren sich die Stimmen, dass die radikale Personalentscheidung möglicherweise als Alibi für die Mitschuld der Klubverantwortlichen an der chronischen Erfolglosigkeit dient (Sport1.de-Einwurf).

Zu offene Worte von Veh?

Schließlich war es der Gefeuerte höchstpersönlich, der Manager Heldt am Freitag vor der 1:4-Niederlage in Wolfsburg eine Teilschuld an der mageren Punktausbeute (18 aus 14 Spielen) gab:

"Der entscheidende Fehler waren die Verpflichtungen nach der Meisterschaft 2007. Horst Heldt, Jochen Schneider und ich haben nicht die richtigen Leute geholt", hatte Veh womöglich zu offen gestanden.

Dass der Chefcoach spätestens seitdem bei den Schwaben auf der Abschussliste stand, war nicht nur für Sport1.de-Kolumnist Udo Lattek (Aktuelle Kolumne) eine logische Schlussfolgerung.

Babbel: Zurück zum Offensivfußball

Wie lange das Duo Babbel/Widmayer nun das sportliche Geschehen dirigieren darf, hängt offenbar vom unmittelbaren Erfolg ab.

Veh-Erbe Babbel versprach gleich zum Amtsantritt den Verein wieder zurück zu erfolgreichem Offensivfußball führen zu wollen. Er gestand auch: "Ich habe bei Armin Veh als dessen Co-Trainer viel gelernt."

Schwere Woche vor Augen

Die erste Reifeprüfung wartet auf den ehemaligen Nationalverteidiger schon am Mittwoch im Uefa-Cup-Spiel bei Sampdoria Genua (ab 20.15 LIVE). "Es wird so sein wie bei meiner ersten Bundesligapartie als Spieler. Ich werde nervös sein, werde ins Wasser geworfen und muss mich freischwimmen", so Babbel.

Nur vier Tage später wird der FC Schalke 04 zum Sonntagsbesuch in der Mercedes-Benz-Arena vorbeischauen (Spielplan).

Angesichts dieser Aufgaben könnte es also sehr schnell gehen, dass man sich beim VfB wieder mit den Versäumnissen der Vergangenheit konfrontiert sieht.

Balakov? Soldo?

Namen alter Stuttgarter Helden wie Krassimir Balakov und Zvonimir Soldo kursieren schon als mögliche Wachablösung für Babbel.

Nicht auszuschließen, dass sie beim Meister von 2007 schon bald wieder von Neuem nach vorne blicken müssen.

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