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Als Spieler ging Louis van Gaal leer aus - als Trainer holte er vier TItel in den Niederlanden © getty

Die Bayern-Spieler freuen sich schon auf den Nachfolger des Niederländers. Mit Heynckes käme wieder Ruhe in den Verein.

Von Andreas Berten

München - Trainern des FC Bayern München graut es in der Regel vor Länderspielpausen.

Wenn dann stets die halbe Truppe im Dienste des jeweiligen Vaterlandes unterwegs ist, lässt es sich nur bedingt anständig trainieren.

Louis van Gaal ist da keine Ausnahme.

Umso mehr dürfte sich der Niederländer darüber freuen, seinen Kapitän früher als geplant wieder an der Säbener Straße begrüßen zu können.

Ein Dutzend Bayern sind mit den Nationalmannschaften unterwegs, als einziger von sieben DFB-Auswahlspielern darf Philipp Lahm das Länderspiel am Dienstag gegen Australien schwänzen und stattdessen den Trupp Daheimgebliebener beim Bayern-Training verstärken.

Van Gaals letzte Einheiten beim Rekordmeister - sie werden von Mal zu Mal delikater.

Lahm hat ein gutes Gefühl

Zumal sich offenbar jeder Bayern-Spieler schon auf dessen Nachfolger Jupp Heynckes freut. Philipp Lahm ist nur einer davon.

"Ich habe bei Jupp Heynckes ein sehr gutes Gefühl", sagte er der "Bild". "Er kennt den FC Bayern und alle handelnden Personen bestens. Es wird mit ihm mit Sicherheit passen."

Zu gerne erinnert sich Lahm an die Schlussphase der Saison 2008/09, als Heynckes nach der Demission von Jürgen Klinsmann den FCB für fünf Spiele übernahm und noch in die Champions League führte:

"Er hat uns den Spaß zurückgebracht." 241095(DIASHOW: Bayerns Planspiele)

Ein Rückblick, den Louis van Gaal offenbar auch als Seitenhieb verstehen darf.

Zwar räumte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge unlängst in der "Bild" jeglichen Verdacht aus, in der Bayern-Kabine hinge der Haussegen schief.

Schweinsteiger: "Heynckes kann mit Spielern umgehen"

Aber auch Bastian Schweinsteiger hinterließ nach dem 4:0-Sieg der DFB-Elf über Kasachstan den Eindruck, als wäre es an der Zeit, wieder ein paar Dinge recht zu rücken:

"Das ist eine gute Entscheidung und bringt Ruhe in den Verein. Ich glaube, dass er sehr gut mit den Spielern umgehen kann, mit ihnen reden."

Das Vertrauen in Heynckes und dessen dritter Amtszeit in München (zwischen 1987 und 1991 holte er mit den Bayern zwei Meisterschaften) ist immens. Die Erwartungshaltung jedoch auch. (EINWURF: Mit 66 fängt das Leben an)

[kaltura id="0_cgorokiz" class="full_size" title="Hoene Heynckes ist unser 1A Kandidat"]

Das machte Uli Hoeneß schon unmissverständlich klar.

"Wir sind ein erfolgsorientierter Verein und wollen nächstes Jahr wieder Titel gewinnen", sagte der Bayern-Präsident zu SPORT1. Und: "Wir werden gute Chancen haben."

Lob auch von Müller

Vor allem die jungen Spieler brennen offenbar auf die Zusammenarbeit mit dem 66-Jährigen:

"Jupp Heynckes ist ein hervorragender Trainer", sagt Thomas Müller. "Ich freue mich auf ihn, denn er hat mir schon als ganz junger Spieler zu Einsätzen in der Bundesliga verholfen."

Alles Nettigkeiten, die zum Geschäft dazu gehören. Genauso gut wie die Tatsache, dass Heynckes bis zum 34. Spieltag noch die Interessen von Bayer Leverkusen verfolgt.

Die sich logischerweise mit denen der Bayern überschneiden. Am 17. April kommt es zum direkten Aufeinandertreffen in der Allianz-Arena.

Lahm und Co. hoffen immer noch, die bereits um sieben Punkte enteilte Werkself noch abzufangen.

Keine Rücksicht auf den neuen Trainer

"Da können wir keine Rücksicht nehmen", sagt Schweinsteiger und fügt mit einem Schmunzeln hinzu: "Vielleicht nimmt er ein bisschen Rücksicht auf uns."

Davon ist nicht auszugehen. Trotzdem wollen die Bayern unter allen Umständen den Gang in die Europa League vermeiden. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Daran will ich gar nicht denken", sagt Philipp Lahm.

"Die Europa League ist in jeder Hinsicht eine Nummer kleiner und unattraktiver: die Städte, die Klubs, die Stadien, die Zuschauerzahlen. Wir vom FC Bayern wollen uns mit den Besten der Welt messen, nicht nur mit dem Rest vom Fest."

Bloß kein Deja-vu

Bis es soweit ist, lastet auf den Akteuren ein enormer Druck. Denn geht das Vorhaben, mindestens Dritter zu werden und die Qualifikation zu erreichen, schief, gäbe es ein hässliches Deja-vu.

Dann würden die Bayern 2011/12 wie schon 1997 das Endspiel des wichtigsten europäischen Klub-Wettbewerbs verpassen, das in ihrem Stadion ausgetragen wird.

"Ich will in dieses Finale - als Spieler", erklärt Lahm, der einst im Olympiastadion Balljunge war, als Borussia Dortmund Juventus Turin besiegte.

Dass der BVB in der neuen Saison in der Königsklasse spielt, dürfte inzwischen ja als gesichert gelten.

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