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Christoph Daum stieg mit dem 1. FC Köln 2008 in die Bundesliga auf © getty

Der neue Eintracht-Coach Christoph Daum spricht im SPORT1-Interview über seine Mittel im Abstiegskampf und die Zukunft der Hessen.

Aus Frankfurt berichtet Thorsten Mesch

Frankfurt/Main - Es ist auf allen Ebenen zu spüren: Christoph Daum ist zurück in der Bundesliga.

Bei seinem neuen Klub Eintracht Frankfurt sorgt er mit engagierten Auftritten im Training für neuen Schwung. 369622(DIASHOW: Daums Start in Frankfurt)

Und auch ein früherer Rivale fühlt sich durch das Comeback Daums offenbar herausgefordert.

"Da muss wohl irgendein Pulver im Kaffee gewesen sein", sagte Uli Hoeneß am Montagabend über den Trainer-Wechsel-Wahnsinn in der Bundesliga.

Und der Bayern-Präsident vermutet, auch Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen sei betroffen gewesen, dass er seine schwächelnde Mannschaft ausgerechnet Daum übergeben musste.

Der Frankfurter Trainer wird sich von solchen Sticheleien seines Erzfeindes kaum aus dem Konzept bringen lassen.

Vielmehr geht der 57-Jährige voller Energie in den Abstiegskampf. (REPORT: Vom Messias zum Hütchenaufsteller)

Im SPORT1-Interview spricht Daum über seine neue Mannschaft, die Zukunftsperspektiven der Hessen und ein besonderes Duell aus dem Jahr 1992. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

(Sehen Sie auch ein ausführliches TV-Interview mit Christoph Daum am Mittwoch ab 18.30 Uhr in Bundesliga Aktuell)

SPORT1: Ihre Trainingseinheiten waren teilweise sehr intensiv. Felix Magath ist ja als "Quälix" bekannt. Kann man davon ausgehen, dass in Wolfsburg am Sonntag zwei sehr fitte Mannschaften aufeinander treffen werden?

Christoph Daum: Ich kann nur für unsere Mannschaft sprechen. Wir werden uns optimal vorbereiten.

SPORT1: Welchen Eindruck haben Sie von dem körperlichen Zustand Ihrer Spieler?

Daum: Ich kann meiner Mannschaft nur ein Kompliment machen. Die Spieler haben sehr engagiert gearbeitet. Hier hält sich keiner zurück. Der einzige, der sich manchmal ein bisschen zurückhält, ist der Trainer, weil die Spieler so gut mitgehen, dass sie über die Leistungsgrenze hinausgehen. Dann muss ich ein bisschen bremsen.

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SPORT1: Ihr Team hat also eine sehr gute Einstellung?

Daum: Ja. Die Einstellung und der Charakter der Mannschaft ist, was ich hier in den paar Trainingseinheiten gesehen habe, hervorragend. Wenn wir den Kopf wieder frei kriegen, dann marschieren wir.

SPORT1: Das Restprogramm der Eintracht hat es in sich: In Wolfsburg, Hoffenheim, Mainz und Dortmund, und zu Hause gegen Bremen, Bayern und Köln. Wie schätzen Sie die Chancen ein?

Daum: Ich versetzte mich da lieber in die Lage der anderen Mannschaften. Die müssen alle gegen uns spielen!

SPORT1: Kann Frankfurt den Klassenerhalt vorzeitig sicherstellen?

[kaltura id="0_lpds0t9h" class="full_size" title="Daum 25 Stunden am Tag f r die Eintracht "]

Daum: Natürlich ist das unser Ziel, das ist doch ganz klar.

SPORT1: Die Partie gegen Köln am vorletzten Spieltag könnte für Sie ein ganz besonders emotionales Aufeinandertreffen werden. Wäre es nicht schön, bereits vor dem Spiel ihren Ex-Verein klare Verhältnisse zu haben?

Daum: Das wünsche ich mir nicht nur für uns, sondern auch für die Kölner. Das wäre dann sicherlich eine riesige Veranstaltung.

SPORT1: Haben Sie Frankfurts Mannschaft in den letzten Jahren beobachtet und wenn ja, welchen Eindruck haben Sie vom Verein?

Daum: Ich will nach vorne schauen. Wichtig ist zunächst das Spiel in Wolfsburg, und dann schnellstmöglich den Klassenerhalt zu sichern. Dann sehe ich hier ein riesiges Potenzial, eine riesige Unterstützung durch die Fans und aus der Region.

SPORT1: Was ist in der Zukunft möglich?

Daum: Ich glaube, dass sich jeder danach sehnt, dass die Eintracht wieder in die nationale Spitze vorstößt und auch wieder international spielt. Mit meinen Erfahrungen möchte ich diesem Traditionsklub helfen, diese Ziele zu realisieren und ich freue mich darauf. Ich glaube, wir haben hier viele Möglichkeiten, aber wir müssen zunächst einmal das Naheliegende ins Auge fassen, und das sind die notwendigen Punkte für den Klassenerhalt.

SPORT1: Sie sind 1992 mit Stuttgart Meister geworden und haben damals der Eintracht den Titel vor der Nase weggeschnappt. Wäre es nicht ganz schön, wenn Sie das am Ende der Saison durch den Erreichen des Klassenerhalts wieder gut machen könnten?

Daum: So etwas kann nicht wieder gut gemacht werden. Damals war die Eintracht ganz klar die beste Mannschaft. Wir waren mit Stuttgart in einer gewissen Umbruchsituation und sind mit sehr, sehr viel Glück am letzten Spieltag Meister geworden. Wenn ich die Namen der Frankfurter Mannschaft heute aufzähle, läuft mir immer noch das Wasser im Mund zusammen. Wir hatten dagegen etwas bescheidenere Möglichkeiten. Von daher war es eine Riesen-Sache, dass wir mit dieser Stuttgarter Mannschaft die Meisterschaft einfahren konnten. Ich bin darauf auch stolz, habe aber immer gedacht Mann, wie müssen sich die Frankfurter fühlen?

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