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Der angeschlagene Baumann (r.) wird von Schiedsrichter Kircher (M.) und Mathijsen versorgt © getty

Nach den erneut unschönen Szenen beim Nordderby zwischen dem HSV und Werder Bremen droht den Hamburgern eine drastische Strafe.

Frankfurt/Main - Erneut sorgt das Nordderby zwischen dem Hamburger SV und Werder Bremen auch noch lange nach Abpfiff für reichlich Gesprächsstoff.

Grund ist der Wurf eines Handy-Akkus, der in der 24. Minute den Bremer Kapitän Frank Baumann am Kopf verletzt hatte.

Der Kontrollausschuss des DFB hat nun erwartungsgemäß Ermittlungen gegen den HSV eingeleitet.

In der vergangenenen Saison hatte Bremens Torhüter Tim Wiese mit einem brutalen Foul an HSV-Stürmer Ivica Olic für Aufregung gesorgt.

Damals war gegen Wiese sogar eine Anzeige wegen versuchten Totschlags gestellt worden. Im Vorfeld des Derbys waren nun beide Vereine um ein friedliches Derby bemüht.

Unter dem Motto "Rivalität ja, Gewalt nein" trafen sich Wiese und Olic zum Friedensgipfel und der kroatische Stürmer forderte über die Medien die HSV-Fans zu Fairness auf.

Letzlich vergeblich, wie die Szene aus der 24. Minute zeigte.

"Ich war geschockt"

Die Werder-Spieler hatten nach dem 1:1-Ausgleichstreffer durch Diego unmittelbar vor der Fankurve der Gastgeber gefeiert.

"Mich hat plötzlich ein kleiner Gegenstand an der linken Augenbraue getroffen", berichtete Baumann (Spielerportrait) nach dem Spiel, "ich war geschockt und bin froh, dass nicht mehr passiert ist."

Dabei blutete er sogar ein wenig, setzte die Partie aber fort. Hätte Baumann nicht weiterspielen können, wäre das Spiel möglicherweise abgebrochen worden.

Drastische Geldstrafe

Schiedsrichter Knut Kircher (Rottenburg) verfasste über den Vorfall einen Sonderbericht an den DFB. Der DFB-Kontrollausschuss hat den Hamburger SV mittlerweile zu einer zeitnahen Stellungnahme zu dem Vorfall aufgefordert.

Nach Vorliegen und Auswertung der Stellungnahme wird über den weiteren Fortgang des Verfahrens entschieden.

Frings nimmt HSV in Schutz

Dem Verein droht auf jeden Fall eine drastische Geldstrafe. Schon im Vorjahr waren beim Derby gegen Bremen zahlreiche Gegenstände aus der HSV-Kurve gegen Werder Torwart Wiese geworfen worden.

Von Bremer Seite hat der HSV laut Werder-Manager Klaus Allofs allerdings keine rechtlichen Schritte zu befürchten.

Dazu sieht auch Torsten Frings keinen Grund: "Das ist ein einziger Trottel, der nicht ins Stadion gehört. So etwas darf einfach nicht passieren, aber da kann man auch dem HSV keine Schuld geben."

Allofs erkennt Aufwärtstrend

Ungeachtet der unschönen Vorfälle kommt Werder nach der 1:2-Pleite weiterhin nicht vom Fleck. (Datencenter: Ergebnisse)

Die mit Titelambitionen in die Saison gestarteten Bremer stehen auf einem enttäuschenden neunten Platz und haben bereits elf Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Hoffenheim.

Trotzdem erkannte Allofs einen Aufwärtstrend: "Die Leistung war stark verbessert. Wir hätten uns nicht entschuldigen müssen, wenn wir als Sieger vom Platz gegangen wären. Wir können einige gute Dinge mitnehmen. Dinge, die für die nächsten Wochen Mut machen.

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