vergrößernverkleinern
Volker Finke war von 1991 bis 2007 Trainer des SC Freiburg © getty

Volker Finke feiert ein erstes Jubiläum am Geißbockheim. Erste Erfolge kann der Sportdirektor vorweisen. Ein Youngster verlängert.

Von Olaf Mehlhose und Tobias Hlusiak

München - Er hat für eine Zäsur beim 1. FC Köln gesorgt.

Seit Volker Finke vor gut 100 Tagen seinen Vertrag als Sportdirektor beim 1. FC Köln unterzeichnete, ist es wesentlich ruhiger geworden.

Zusammen mit Trainer Frank Schaefer hat er eine gehörige Portion Demut und Zurückhaltung in das gemeinhin sehr emotionale Umfeld des Klubs gebracht.

Mit seiner typischen Gelassenheit plant und gestaltet Finke die Zukunft der "Geißböcke".

"Wir werden die Dinge weiter im Stillen vorbereiten und erst dann an die Öffentlichkeit gehen. Ich kann aber versichern: Alles, was geht, wird gemacht", sagte der ehemalige Freiburger auf SPORT1-Nachfrage.

"Wir sind mit mehreren Spielern in Gesprächen. Es gibt in einem Fall schon einen Vertrag, der längst unterschrieben ist, was wir aber noch nicht bekanntgegeben haben."

Clemens bleibt langfristig

Nun wurde die Ausdehnung des Arbeitspapiers von Eigengewächs Christian Clemens bekanntgegeben. Der U 21-Nationalspieler bindet sich bis 2014 an den Verein.

"Christian kann für sein Alter schon sehr viele Einsatzzeiten in der Bundesliga aufweisen. Dies ist ein Beleg für seine Qualitäten und für seine positive Entwicklung. Er spielt in unseren Planungen eine wichtige Rolle", sagt der Sportdirektor. .

Torhüter Michael Rensing wurde vor einer Woche ebenfalls vorzeitig mit einem Vertrag bis 2013 ausgestattet.

Aufwärtstrend in der Rückrunde

Sportlich ist bei den Kölnern ohnehin eine positive Entwicklung zu verzeichnen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Während der FC bei Finkes Vertragsunterschrift am 17. Spieltag mit gerade mal 15 Punkten den Relegationsplatz belegte, steht die Mannschaft nun mit 32 Zählern auf Platz elf.

Der Vorsprung auf Platz 16 beträgt immerhin vier Punkte.

Einzig der geplatzte Transfer von Maxim Choupo-Moting trübt die Bilanz ein wenig. Wegen eines Übermittlungsfehlers beim Faxen des Vertrags scheiterte der Wechsel des HSV-Spielers zu den Rheinländern.

In seiner Arbeitsweise unterscheidet sich Finke auch enorm von Vorgänger Michael Meier.

Der Sportdirektor schaut sich viele Trainingseinheiten an und sucht das Gespräch mit dem Trainerteam, Spielern und Fans. In den Medien tauchte er dagegen nur selten auf.

Overath und Rensing begeistert

In Köln kommt Finke mit seiner direkten, kommunikativen Art sehr gut an. "Volker Finke ist ein Glücksfall für den Verein", erklärt Rensing.

Und auch Wolfgang Overath ist vom 63-Jährigen begeistert.

"Volker tut dem Verein sehr gut. Mit Frank Schaefer zusammen ist das ideal. Finke macht einen sehr, sehr guten Job, ist sehr zurückhaltend und drängt sich nicht in den Vordergrund", sagte der FC- Präsident der "Bild".

Schaefer ist ähnlich angetan:

"Ich empfinde es als sehr positiv, ihn an meiner Seite zu wissen. Neben seiner Fußball-Erfahrung verfügt Volker Finke auch über große Lebenserfahrung und ist eine wichtige Hilfe und Unterstützung."

"Der Klassenerhalt steht über allem"

Allerdings hat der neue sportliche Leiter in Köln weit mehr vor, als nur Hilfestellung zu geben.

Zunächst geht es auch für Finke nur darum, mit aller Kraft den Verbleib in der Bundesliga zu sichern: "Der Klassenerhalt steht über allem."

Doch insgeheim arbeitet er bereits daran, eine schlagkräftige Mannschaft für die kommende Saison zusammenzustellen.

Duo soll bleiben, Petit wohl weg

Neben Clemens und Rensing soll auch mit Christopher Schorch und Christian Eichner verlängert werden.

Es wird aber mit Sicherheit auch einige Härtefälle geben. Für den 34-jährigen Petit dürfte das Kapitel Köln nach dieser Spielzeit beendet sein.

Zudem baut Finke wie schon beim SC Freiburg auf ein ausgefeiltes Konzept zur Nachwuchsförderung.

Unter der Federführung des 1. FC Köln, dem Olympiastützpunkt Rheinland und den Kölner Haien soll ein Sportinternat entstehen, das bereits "in der letzten Phase der Umsetzung ist", wie Finke erklärte.

Zudem will er strukturelle Veränderungen vorantreiben.

Kooperation mit Inter Mailand?

Dazu passt die Nachricht, dass zurzeit über ein Kooperationsangebot des italienischen Triple-Gewinners Inter Mailand nachgedacht wird.

Nach Angaben des "Express" geht es um den Austausch von Spielern, sowie eine Zusammenarbeit im infrastrukturellen und im Scouting-Bereich.

"Ein Blick über die Grenzen ist immer gut. So eine Kooperation kann hilfreich sein, allerdings nur, wenn es für beide Seiten einen Mehrwert gibt", sagte Finke.

"Da könnte es Sinn machen, mit solchen Vereinen wie eben Inter Mailand zu sprechen."

Allerdings begegnet Finke der Offerte des italienischen Top-Klubs auch mit einer gehörigen Portion Skepsis:

"Es gab schon vor meiner Zeit mal eine Liste von Inter Mailand, da waren nur Spieler drauf, die waren über 34. Da muss man immer vorsichtig sein."

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel