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Der dänische Trainer ist seit 2010 beim RCD Mallorca unter Vertrag © getty

In Hamburg kehrt keine Ruhe ein. In der Trainerfrage setzt Sportchef Arnesen offenbar nicht auf Oenning sondern einen Skandinavier.

Von Martin Volkmar

München - Der Hamburger SV tritt weiter auf der Stelle.

Denn seit der angekündigten Trennung von Vorstandsboss Bernd Hoffmann sind die Hanseaten praktisch kopflos, weil der neue Sportchef Frank Arnesen erst am 1. Juli die Freigabe vom FC Chelsea erhält.

Dementsprechend sind den Spekulationen über Zu- und Abgänge der Mannschaft ebenso Tür und Tor geöffnet wie der Frage nach dem (neuen) Trainer.

Michael Oenning, der das Amt nach dem Rauswurf von Armin Veh zumindest bis Saisonende übernommen hat, macht sich weiter Hoffnung.

Oenning bleibt gelassen

"Ich habe die Chance weizerzumachen", sagte der 45-Jährige nach einem Gespräch mit Arnesen bei dessen Hamburg-Besuch in der vergangenen Woche.

Trotzdem werden fast täglich Nachfolge-Kandidaten genannt, was Oenning im Gespräch mit SPORT1 relativ gelassen kommentierte.

"Ich habe das von Arnesen noch nicht gehört, sondern auch nur gelesen", sagte er.

"Entscheidend ist natürlich auch, wie erfolgreich ich mit meiner mir im Moment anvertrauten Mannschaft bin."

Arnesen will "Mann für die Zukunft"

Fraglich scheint allerdings, ob die HSV-Verantwortlichen bis zu einer vielleicht erst am letzten Spieltag feststehenden Qualifikation für die Europa League warten wollen, ehe sie die Trainerfrage klären.

"Wir brauchen einen Coach, der ein Mann für die Zukunft ist", hat Arnesen nur dazu gesagt.

Offenbar favorisiert der frühere dänische Nationalspieler dabei einen Skandinavier. Als Favoriten gelten sein Landsmann Michael Laudrup und der Norweger Stale Solbakken (FC Kopenhagen).

[kaltura id="0_psvuln1w" class="full_size" title="Der Trainer Wahnsinn"]

Olsen offenbar interessiert

Mit beiden Kandidaten soll sich Arnesen bereits getroffen haben, ebenso wie mit Dänemarks Nationalcoach Morten Olsen. Der 61-Jährige soll sogar Interesse am Job in Hamburg bekundet haben.

Doch der ehemalige Kölner erhält vor dem Ende der EM-Qualifikation im November keine Freigabe ? oder bei einer Teilnahme an der Endrunde sogar erst im Sommer 2012.

"Da passiert nichts, Morten bleibt bei uns", sagte Jim Stjerne Hansen, der Generalsekretär des Verbands.

Laudrup in der Pole-Position?

Daher soll laut der gewöhnlich gut unterrichteten französischen Sportzeitung "L'Equipe" nun Michael Laudrup auf der HSV-Wunschliste ganz oben stehen.

Demnach seien die Verhandlungen des 46-Jährigen trotz Vertrags bis 2012 beim spanischen Erstligisten Mallorca schon weit fortgeschritten.

Der 104-malige dänische Nationalspieler war bereits als Chefcoach bei Brøndby IF, dem FC Getafe und Spartak Moskau tätig. Und beim Tabellenneunten Mallorca ist man mit Laudrup sehr zufrieden.

"Er macht seine Arbeit sehr gut"

"Er macht seine Arbeit sehr gut", sagte Vize-Präsident Lorenzo Serra Ferrer, der den Ex-Weltstar gleichwohl für höhere Aufgaben geeignet hält:

"Er würde seinen Job auch bei Barcelona, Real Madrid oder Bayern ausgezeichnet machen."

Neben Laudrup wird Solbakken hoch gehandelt. Der 42-Jährige führte den FC Kopenhagen in den vergangenen fünf Jahren zu fünf Meisterschaften und zuletzt ins Champions-League-Achtelfinale.

Auch als Nationaltrainer gehandelt

Allerdings soll Solbakken bereits beim norwegischen Verband als Nationaltrainer ab Sommer 2012 im Wort stehen.

Und auch Laudrup wird in Dänemark als Auswahlcoach nach der EM-Endrunde gehandelt.

Immerhin hätten beide ein Jahr Zeit für den HSV - beinahe eine klassische Lösung für den Bundesliga-Dino:

Denn in den vergangenen vier Jahren durften sich acht verschiedene Trainer an der Elbe versuchen.

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