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Seit 2004 gibt es zwischen DFB und DFL ein Grundlagenvertrag über TV-Rechte © getty

Am Freitag vergibt die Deutsche Fußball-Liga die Fernsehrechte ab der Saison 2009. Es drohen Millioneneinbußen und Salami-Spieltage.

München - Vor der Entscheidung über die Vergabe der Bundesliga-Fernsehrechte ab der Spielzeit 2009 kämpft die Deutsche Fußball Liga (DFL) bei den Einnahmen um ihren Status quo: Zwar streben die Vertreter der 36 Erst- und Zweitligisten vor der Entscheidung bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung am Freitag wie bisher pro Saison 409 Millionen Euro aus der Inlands-TV-Vermarktung an.

Doch die Summe ist nach Medienberichten möglicherweise nicht zu erzielen.

Bislang soll die DFL erst rund 370 Millionen Euro pro Jahr gesichert haben.

Seit dem Wochenende hat sich Christian Seifert, Vorsitzender der DFL-Geschäftsführung, an einen geheimen Ort zurückgezogen, um die Angebote der insgesamt 19 Interessenten zu sichten und unter Umständen noch einmal nachzuverhandeln.

Nach Informationen des Fachmagazins "kicker" sollen sich die Profiklubs für eine Laufzeit des neuen Vertrags über vier Jahre bis 2013 geeinigt haben.

Angebot ist hinter den Erwartungen

"Premiere" ist aufgrund der jüngsten Verluste von knapp 90 Millionen Euro schwer belastet. Das Angebot des Pay-TV-Anbieters an die DFL soll derzeit noch hinter den Erwartungen zurückliegen. Zudem gab es Gerüchte, die Finanzierung der TV-Rechte sei noch nicht gesichert.

Premiere-Chef Mark Williams hatte erklärt: "Wir befinden uns in konstruktiven Gesprächen."

Das "Handelsblatt" hatte am Montag berichtet, die Gespräche mit zwei Bankkonsortien seien noch nicht abgeschlossen worden. "Premiere"-Unternehmenssprecher Torsten Fricke sagte jedoch: "Wir sehen die Angelegenheit recht entspannt."

Am Montag wurde bekannt, dass der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi über die Firma Fininvest 3,134 Prozent der Premiere-Aktien hält.

Das "Handelsblatt" berichtet zudem, dass der als Pay-TV-Partner ebenfalls in Frage kommende Disney-Kanal "ESPN" nicht an Live-Rechten interessiert zu sein scheint. Demnach würde der DFL ein Konkurrent zu Premiere fehlen.

Gestückelte Spieltage

Die Fans müssen sich ab der kommenden Saison auf Salami-Spieltage einstellen. Angedacht ist künftig ein Live-Spiel am Samstagabend um 18.30 Uhr unter Umständen parallel zur Ausstrahlung der Zusammenfassung von den Nachmittagsbegegnungen in der "ARD-Sportschau".

Außerdem sollen die beiden Sonntagsspiele nicht mehr um 17 Uhr, sondern versetzt um 15.30 bzw. 17.30 Uhr angepfiffen werden.

Zudem ist die Einführung von zwei Zweitligaspielen am Samstag um 13 Uhr geplant.

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