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Hans-Joachim Watzke ist seit Februar 2005 Geschäftsführer beim BVB © getty

Nach dem vereitelten Anschlag gibt BVB-Boss Hans-Joachim Watzke Entwarnung. Die Sicherheitsvorkehrungen werden aber verschärft.

München - Am Donnerstagnachmittag sorgte eine Meldung über einen offenbar vereitelten Bombenanschlag auf das Stadion des Tabellenführers Borussia Dortmund für große Aufregung.

Drei sprengstoffverdächtige Gegenstände waren laut Bundeskriminalamt im "Nahbereich" des Stadions gefunden und "unschädlich gemacht, beziehungsweise gesichert worden".

Ein 25-Jähriger Tatverdächtiger, der offenbar eine Erpressung plante, wurde mittlerweile in Köln verhaftet.

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke erklärte am Donnerstagabend bei SPORT1, dass das Heimspiel gegen Hannover am Samstag (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) auf jeden Fall stattfinden wird.

"Er war ein Einzeltäter, der uns offenbar erpressen wollte. Von daher war relativ schnell klar, dass es keine Gefährdung mehr für Samstag gibt", sagte Watzke: "Er hatte keine Komplizen und ist dingfest gemacht geworden."

Bei den Motiven handele es sich nicht um "terroristische Hintergründe", berichtete der BVB-Boss: "Nichtsdestotrotz haben wir aber in Zusammenarbeit mit der Polizei besprochen, die ohnehin schon recht hohen Sicherheitsvorkehrungen nochmal zu erhöhen."

Dezente Konsequenzen

Die Besucher des Spiels sollen davon aber nichts mitbekommen. "Für den Fan wird im Stadion nichts ersichtlich anders sein, als es ohnehin schon war", erklärte der 51-jährige, es gebe sowieso "entsprechende Leibesvisitationen."

Zu den weiteren Ermittlungen gebe es von Seite des Klubs "nichts zu sagen", so Watzke: "Der Täter ist gefasst. Alles andere ist Sache der ermittelnden Behörden und nicht von Borussia Dortmund."

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Die Dortmunder Polizei gab ebenfalls Entwarnung: "Mit den vom Bundeskriminalamt veröffentlichten Ermittlungsergebnissen sieht die Dortmunder Polizei keine Gefährdung für die Besucher des Signal-Iduna-Parks", hieß es in einer Pressemitteilung, die vom Klub bestätigt wurde.

Der DFB wies in Person seines Sicherheitsbeauftragten Helmut Spahn darauf hin, dass "wir in den Bundesligastadien einen extrem hohen Sicherheitsstandard haben".

"Allgemeinkriminelle Motive"

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums gebe es bei dem Täter "keinerlei Bezüge zu terroristischen oder islamistischen Organisationen".

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums in Berlin erklärte am Donnerstag: "Es handelt sich bei dem Beschuldigten offenbar um einen Einzeltäter mit allgemeinkriminellen Motiven."

Nach Informationen mehrerer Medien hatten die Ermittler am Donnerstag auf dem Parkplatz C an der Endhaltestelle der U-Bahn-Station ein verdächtiges Paket mit Zeitzünder gefunden.

Der Bereich um die Haltestelle und die nahegelegene Helmut-Körnig-Leichtathletikhalle wurde daraufhin gesperrt.

Ermittlungen seit Februar

Laut Pressemitteilung des BKA hatte der Sachverhalt seinen Ausgangspunkt im Februar 2011, als "ein anonymer Hinweisgeber per E-Mail Kontakt zur Deutschen Botschaft in Islamabad/Pakistan mit der Absicht aufnahm, Informationen zu zwei zeitlich gestaffelten Anschlägen in Deutschland zu liefern".

Das BKA nahm dann Ermittlungen wegen des Verdachts der Vorbereitung eines Sprengstoffverbrechens auf.

Laptop und Chemikalien sichergestellt

Der anonyme Hinweisgeber geriet in der Folge selbst in Verdacht, zum Zwecke einer Erpressung ein Anschlagsszenario heraufbeschworen zu haben.

Er wurde am Dienstag in einem Kölner Hotel festgenommen und gab an, im Bereich des Stadions drei Sprengsätze abgelegt zu haben und auch in seiner Wohnung drei Sprengsätze zu lagern.

Bei der Durchsuchung der Wohnräume des Tatverdächtigen wurden neben "einem Laptop, externen Speichermedien, schriftlichen Unterlagen und umfangreichen Chemikalien" ebenfalls drei sprengstoffverdächtige Gegenstände sichergestellt und unschädlich gemacht.

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