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Patrick Owomoyela wechselte 2008 von Werder Bremen zu Borussia Dortmund © getty

Nach nur einem Punkt aus zwei Spielen wittern die Verfolger des BVB Morgenluft. Patrick Owomoyela bleibt bei SPORT1 ruhig.

Von Tobias Hlusiak

München - Wer an der Tabellenspitze steht, muss sich an den Angriffen der Konkurrenz erwehren.

Nicht nur sportlich, sondern auch verbal versuchen die Verfolger den Spitzenreiter aus dem Tritt zu bringen.

Über einen Großteil der Saison war Borussia Dortmund jedoch über jeden Zweifel erhaben.

Zu gemütlich war das Punktepolster des Klassenprimus, zu überlegen die Dortmunder Spielauffassung, zu untauglich die medialen Angriffe aus Leverkusen, München oder Hannover.

Vorsprung auf Leverkusen schmilzt

Doch die Zeiten ändern sich.

Nur einen Punkt holte der BVB aus den vergangenen beiden Spielen. Der Vorsprung auf Bayer Leverkusen ist auf sieben Punkte geschrumpft. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Schon wittern die Verfolger noch einmal Morgenluft, blasen vor dem Spiel des Tabellenführers gegen Hannover 96 (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) kollektiv zum Angriff.

"Ich glaube nicht, dass wir wackeln"

"Ich glaube nicht, dass wir wackeln", beruhigt Dortmunds Patrick Owomoyela im Gespräch mit SPORT1.

96-Trainer Mirko Slomka hatte den Borussen zuvor via "Sport Bild" unterstellt "angekratzt" zu sein. Bayern-Präsident Uli Hoeneß sagte sogar: "Ich würde mir Sorgen machen, wenn ich in schwarz-gelben Unterhosen schlafen würde."

[kaltura id="0_45s88fus" class="full_size" title="Bombenalarm in Dortmund"]

Owomoyela bleibt gelassen

Owomoyela, der am Samstag erstmals seit dem sechsten Spieltag wieder zum Kader gehören will, bleibt gelassen.

"Wir leben in einem freien Land. Jeder kann hier sagen, was er will", tut der 30-Jährige die Angriffe ab. "Da muss man keine Energie verschwenden, um irgendwelche Antworten zu formulieren."

Stattdessen vertraut "Owo" auf altbewährtes: "Spaß und Konzentration sind da, wie schon die ganze Saison". Er gibt aber gleichermaßen zu, in die jungen Mannschaftskollegen "nicht hineinschauen" zu können.

"Haben übergeordnetes Ziel"

Zusammenhalt und gegenseitiger Respekt innerhalb der Mannschaft zählen zu den Stärken der Borussia. Diese will auch Owomoyela - im neuerlichen Duell mit Rechtsverteidiger-Vertretung Lukasz Piszczek - nicht zerstören.

"Wir haben hier ein übergeordnetes Ziel, das verfolgen wir zusammen!", stellt er klar: "Aber ich bin natürlich davon überzeugt zu spielen, wenn ich wieder komplett fit bin."

Kehl und "Weide" sorgenfrei

Kapitän Sebastian Kelh stimmt mit ein. "Um den Charakter der Mannschaft mache ich mir keine Sorgen", sagt Kehl. Torhüter Roman Weidenfeller gibt vor, die Befürchtung eines Einbruches "nicht im Ansatz" zu haben.

Nationalspieler Marcel Schmelzer beschwichtigt: "Wir sind ganz ruhig. Das Wichtigste ist ohnehin, dass wir innerhalb der Mannschaft ruhig sind und das Spiel gewinnen."

Diese Gelassenheit kommt nicht von ungefähr. So impulsiv sich BVB-Trainer Jürgen Klopp während der Spiele an der Seitenlinie präsentiert, so ruhig bereitet er sein Team auf die anstehenden Aufgaben vor.

"Hannover ist nicht ohne Grund Dritter"

"Wir haben in der Vorbereitung nichts geändert", erzählt Owomoyela. "Wir wissen was zu tun ist gegen Hannover. Die sind ja nicht ohne Grund Dritter."

Das war auch der Tenor vor den vergangenen Auftritten in Hoffenheim (0:1) und gegen Mainz (1:1). Trotzdem blieb der Erfolg aus.

"Wir haben nicht auf höchstem Niveau gespielt", erklärt Owomoyela, dessen neuer Ein-Jahres-Vertrag kurz vor dem Abschluss steht. "Aber die Gegner waren auch sehr stark. Hoffenheim und Mainz darf man nicht außer Acht lassen."

Ein Sieg gegen 96 würde die aufkeimende Unruhe unter den Fans beruhigen, weiß auch der elfmalige Nationalspieler, der das Spiel in der Kategorie "wichtig" einstuft: "Wir haben den kürzesten Weg zum Titel."

Spiel nicht gefährdet

Der sportliche Aspekt der Partie rückte am Donnerstag allerdings erstmal in den Hintergrund. Die Meldung über einen offenbar vereitelten Bombenanschlag auf das BVB-Stadion sorgte für große Aufregung.

Drei sprengstoffverdächtige Gegenstände waren laut Bundeskriminalamt im "Nahbereich" des Stadions gefunden und "unschädlich gemacht, beziehungsweise gesichert worden".

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke beruhigte bei SPORT1 aber: "Er war ein Einzeltäter, der uns offenbar erpressen wollte. Von daher war relativ schnell klar, dass es keine Gefährdung mehr für Samstag gibt", sagte Watzke: "Er hatte keine Komplizen und ist dingfest gemacht geworden."

Dortmund will sich auch davon nicht aus dem Tritt bringen lassen.

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