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Louis van Gaal führte den FC Bayern 2010 zum Double aus Meisterschaft und Pokal © imago

Der Bayern-Coach sieht für seinen Nachfolger bessere Bedingungen und will ein Jahr Pause machen - mit Golf und Psycho-Büchern.

Vom FC Bayern berichtet Olaf Mehlhose

München - Während der Länderspielpause hat sich Louis van Gaal ein paar Tage Urlaub gegönnt.

Dementsprechend gelassen trat er am Freitag vor die versammelten Journalisten.

Dabei läuft der FC Bayern vor dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) Gefahr, sein absolutes Minimalziel, die Qualifikation für die Champions League, zu verpassen. Im Moment liegen die Münchener zwei Punkte hinter Hannover 96 auf Platz vier.

Doch dem Coach war das nicht anzumerken. Er plauderte sogar über Nachfolger Jupp Heynckes, für den er beim FC Bayern eine bessere Ausgangslage sieht, als er selbst sie hatte. 241095(DIASHOW: Die Planspiele des FC Bayern).

"Mein Curriculum steht für sich"

"Er ist ein erfahrener Trainer. Und ich habe gelesen, er ist ein Freund des Präsidenten und des Vorstands - da hat er einen Vorsprung vor mir", sagte der Niederländer, der sich jedoch nicht in Konkurrenz zu Heynckes sieht: "Mein Curriculum steht für sich."

Van Gaal war bei den Bayern auch über sein angespanntes Verhältnis zum Präsidenten Uli Hoeneß gestolpert. Dass die Beziehung zum Präsidenten des FC Bayern weiterhin belastet ist, zeigte sich auch am Freitag.

Heynckes dagegen, der zu Beginn der kommenden Saison von Bayer Leverkusen an die Isar wechseln und van Gaal ersetzen wird, ist mit Hoeneß befreundet.

Platz drei im Auge

Van Gaal soll nun mit den Bayern in den verbliebenen sieben Spielen noch Rang drei sichern. Im Falle eines Sieges gegen Gladbach könnten die Münchner zunächst einmal auf den dritten Tabellenplatz vorrücken.

"Es ist nicht interessant, jetzt Zweiter oder Dritter zu sein. Wir müssen am letzten Tag mindestens Dritter sein", sagte van Gaal dazu.

[kaltura id="0_j98wqrqi" class="full_size" title=" Denke dass Robben bleibt "]

"Die Mannschaft ist sehr spielerisch"

Auf das Hinspiel gegen Gladbach angesprochen, in dem die Münchener nach einer zwischenzeitlichen 2:1-Führung nur mit Mühe und Not einen Punkt retteten, sprach der Trainer von einem Prozess, in dem sich die Mannschaft noch immer befinde.

"Die Mannschaft ist sehr spielerisch, das gehört zu meiner Philosophie. Es ist aber keine Konsequenz meiner Philosophie, dass wir ein Spiel nicht ausspielen müssen. Das fällt dieser Mannschaft noch schwer", erklärte van Gaal.

Van Gaal erwartet defensive "Fohlen"

Ob die "Fohlen" unter Lucien Favre stärker seien als unter Michael Frontzeck, könne er nicht beurteilen: "Sie haben nach der Winterpause mehr Punkte geholt, deswegen kann man sagen, dass sie sich verbessert haben, aber ich finde das nicht."

Mit einem offenen Schlagabtausch rechnet van Gaal jedenfalls nicht.

"Ich denke, dass sie bei uns wieder sehr defensiv auftreten werden, so wie alle anderen Mannschaften außer Dortmund", sagte der FCB-Coach.

Lob für Gomez

Der Coach hat seine Spieler indes gebeten, sich nicht mit den Spekulationen über mögliche Zu- und Abgänge für die kommende Spielzeit zu beschäftigen. "Ich habe meinen Spielern gesagt, dass sie sich nicht ablenken lassen dürfen. Sie müssen sich fokussieren auf das, was sie machen müssen", sagte er.

Was nach seiner Zeit beim FC Bayern passiert, scheint van Gaal weiter zu interessieren. Dass der Klub am Donnerstag den Vertrag mit Nationalspieler Toni Kroos bis 2015 verlängerte, begrüßte er.

"Es ist wichtig, dass der FC Bayern ein deutsches Gesicht bekommt", sagte er, schränkte aber ein: "Es ist nicht mehr so wichtig, was ich finde. Wichtig ist, was der Vorstand findet und der neue Trainer."

Lobende Worte fand der Holländer aber für Torjäger Mario Gomez: "Er hat eine gute Entwicklung genommen. Er ist jetzt ein Anspielpunkt, das war er im letzten Jahr nicht. Er kann den Ballbesitz behaupten und macht auch die Tore. Für uns ist er sehr wichtig, aber ich kann nicht sagen, dass er der beste Stürmer der Welt ist."

"Sabbatical" für Ehefrau Truus

Obwohl er sich sicherlich weiterhin für einen der weltbesten Trainer hält, will van Gaal im kommenden Jahr pausieren.

Das habe er seiner Frau Truus versprochen: "Ich bin jetzt 40 Jahre in dieser Fußball-Welt und hatte kaum Urlaub."

Er werde Bücher über Psychologie lesen, Fußball schauen, Golf und Tennis spielen, kündigte er für sein Sabbat-Jahr an.

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