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Arjen Robben behauptet den Ball gegen Gladbachs Filip Daems © getty

In einer zähen Partie tun sich die Münchner zu Hause gegen Gladbach lange schwer. Dann trifft Robben in der Schlussphase.

Aus der Allianz Arena berichtet Christian Paschwitz

München - Erbaulich war's mitnichten:

Allein dank Arjen Robben hat der FC Bayern gegen Schlusslicht Borussia Mönchengladbach einen glanzlosen 1:0 (0:0)-Sieg erzwungen und seine Hoffnung auf die Qualifikation für die Champions League am Leben gehalten.

In einer vor allem während der ersten 45 Minuten höchst dürftigen Partie ließ erst das späte Tor des niederländischen Flügelflitzers (78.) den Rekordmeister jubeln.

Den vor Anpfiff belastenden Zwei-Punkte-Rückstand auf den für die Königsklasse unabdingbaren dritten Platz konnten die Münchner aber auch nur deshalb wettmachen, weil Direktkonkurrent Hannover 96 bei Borussia Dortmund mit 1:4 unterlag.

"Haben uns schwer getan"

"Wir haben uns heute schwer getan und zu langsam gespielt. Wir mussten noch mehr kämpfen, haben aber die drei Punkte", resümierte Robben nach der Partie bei LIGA total!.

Bastian Schweinsteiger hat weiterhin Rang zwei im Blick: "Leverkusen spielt konstant gut, wir werden in den letzten sechs Spielen aber weiter versuchen sie einzuholen. Wir wollen aber auf jeden Fall den dritten Platz sichern."

Viele Fehler im Aufbau

Die Mannschaft von Trainer Louis van Gaal hatte im ersten von sieben "Endspielen" erhebliche Startprobleme und musste in der Anfangsphase gleich mehrfach brenzlige Situationen überstehen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Dass auch Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge ("Unsere Tabellensituation erlaubt nichts anderes als einen Sieg") kurz vor Anpfiff via Stadion-Magazin nochmals an die Spieler appelliert hatte, blieb von selbigen zunächst ungehört.

Vor allem im Spielaufbau wirkten die Gastgeber ungewohnt nervös, leisteten sich viele leichte Fehler.

Badstuber und Gustavo innen

Gladbach, das den Bayern bereits im Hinspiel ein 3:3 abgetrotzt hatte, besaß deshalb zunächst wenig Probleme, das gegnerische Star-Ensemble in Schach zu halten. 373533(DIASHOW: Der 28. Spieltag)

Vielmehr startete der Tabellenletzte selbst einige Vorstöße, die die Münchner Abwehr mit diesmal Holger Badstuber (für den verletzten Daniel van Buyten) und Luiz Gustavo im Innenblock vor Probleme stellte.

Insbesondere Marco Reus setzte hin und wieder Akzente, während gegenüber die Superstars Franck Ribery und Robben erst einmal gut abgeschirmt waren.

Schweinsteiger und Kroos ungenau

Von der Defensivzentrale mit dem wie zuletzt schon bei der Nationalmannschaft unsicher wirkenden Bastian Schweinsteiger und Toni Kroos kamen vor der Pause kaum verwertbare Bälle nach vorne.

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Richtig gefährlich wurde es erstmals in der 18. Minute, als Borussen-Keeper Logan Bailly einen Schuss von Robben abprallen ließ, Torjäger Mario Gomez damit jedoch nichts anzufangen wusste.

Das schien die Bayern zu beflügeln: Nur kurz darauf verfehlte Robben nach Riberys Flanke per Kopf das Ziel.

Borussia-Abwehr steht

Die Hoffnung der Bayern-Fans in der mit 69.000 Zuschauern gefüllten Allianz Arena auf einen besseren Kick wurde aber schnell wieder zerstört:

Auch fortan rannten sich die unmotiviert auftretenden Bayern in der ordentlich gestaffelten Gäste-Abwehr fest.

Unverständlich: Statt kreativer Elemente bemühte der Tabellen-Vierte bei seinen Vorstößen immer wieder erfolglos lange Bälle.

"Löwen" und Hoeneß verspottet

Daran änderte sich auch direkt nach Wiederanpfiff nur wenig, so dass einige Bayern-Anhänger vor allem damit befasst waren, Klub-Präsident Uli Hoeneß und den Insolvenz-bedrohten Stadt-Rivalen 1860 München zu verspotten ("1860 und Uli H.: Restlaufzeit verkürzen").

Immerhin: Mit einem knapp rechts vorbeistreichenden 15-Meter-Schuss setzte Ribery mal wieder ein Achtungszeichen (54.).

Reus auf Zack

Die Gladbacher, bei denen Patrick Herrmann und Mike Hanke in der Startelf Michael Fink und Mohamadou Idrissou ersetzten, antworteten fortan vor allem mit Kontern:

Bei Herrmanns Vorstoß über rechts und Hereingabe in die Mitte auf Reus klärte Badstuber in höchster Not (58.).

Reus war es auch, der kurz darauf Gustavo enteilte und den Ball gefährlich aufs bayerische Tornetz setzte (69.).

Kraft rettet gegen Idrissou

Turbulent wurde es dann in der Schlussphase:

Nach Vorarbeit von Ribery köpfte zunächst Gomez aus elf Metern links vorbei (73.). Im Gegenzug zwang der eingewechselte und völlig frei stehende Idrissou Keeper Thomas Kraft zu einer Glanztat.

Dann erst sorgte Robben mit seinem Treffer für die Bayern-Erlösung:

Ribery profitierte von einem Reus-Fehlpass, legte zurück auf seinen Sturm-Kollegen.

Der vollstreckte aus fünf Metern mit einem satten Linksschuss.

Kein Elfmeter?

Nochmals sorgte Robben danach für Wirbel, als er im Duell mit dem herausstürzenden Bailly zu Fall kam.

Anstelle eines Strafstoßes ahndete Schiedsrichter Christian Dingert die Szene aber als Schwalbe und verwarnte den Bayern mit Gelb (84.).

Bailly berührte Robben aber klar am Fuß. Es hätte also eher Strafstoß geben müssen.

Der eingewechselte Klose traf kurz danach zudem noch den rechten Außenpfosten.

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