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Der Club spielte zuletzt 2007/08 in der Europa League © getty

Unter Trainer Dieter Hecking geht es mit dem Club aufwärts. Die Nachwuchsspieler haben großen Anteil daran.

Nürnberg - Javier Pinola ist ein Leistungsträger des 1. FC Nürnberg, aber am Sonntag beim 1. FC Köln (ab 15.15 Uhr im LIVE-TICKER) wird er nicht spielen.

Der Argentinier muss wegen einer Sperre aussetzen.

Den Trainer könnte dies beunruhigen, denn, wie erwähnt, Javier "Fußballgott" Pinola ist ein Leistungsträger der Mannschaft.

Dieter Hecking aber bleibt gelassen, was er zugegebenermaßen meistens ist. Er kann es in diesem speziellen Fall freilich auch sein.

Denn für Javier Pinola spielt Marvin Plattenhardt. Marvin Plattenhardt hat vor dem Spiel beim 1. FC Köln übrigens gesagt: "Wir fahren da hin und hauen die weg."

Jungstars sorgen für Furore

Marvin Plattenhardt. Klingt nach Verlegenheitslösung, ist es aber nicht. Irgendwo scheint neben dem Valznerweiher im Südosten von Nürnberg auch so eine Art Jungbrunnen zu stehen, aus dem Hecking mit schöner Regelmäßigkeit Talente für seinen Bundesliga-Kader abschöpft.

Philipp Wollscheid spielt seit geraumer Zeit Innenverteidiger, er tut dies so gut, dass der als Stammkraft eingeplante Per Nilsson nach seiner Verletzung nun nicht zum Zuge kommt.

Timothy Chandler, ein junger Amerikaner, hat in den vergangenen Wochen ebenfalls für reichlich Furore gesorgt. Und Plattenhardt vertritt Pinola nun zum fünften Mal.

Bemerkenswerte Entwicklung unter Hecking

Die bemerkenswerte Entwicklung des 1. FC Nürnberg hat nach dem bislang letzten Auswärtsspiel beim 1. FC Köln ihren Lauf genommen. Damals, im Dezember 2009, unterlag der Club mit 0:3, und die Mannschaft spielte, als wollte sie den Trainer loswerden. Michael Oenning wurde dann auch in der Tat einen Tag später beurlaubt, Hecking übernahm.

Aus hoffnungsloser Lage rettete sich Nürnberg in die Relegation, besiegte dort den FC Augsburg, blieb in der Bundesliga.

Nun, sieben Spiele vor dem Saisonende, ist der Abstieg längst kein Thema mehr und stattdessen, zumindest im Umfeld, der Einzug in die Europa League eins. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Vertrag durch Klassenerhalt verlängert

Hecking hat es mit einer ziemlich jungen Mannschaft, die zum allgemeinen Erstaunen auch die Ausfälle junger Leistungsträger wie Ilkay Gündogan, Mehmet Ekici oder Julian Schieber gut kompensieren kann, weit gebracht.

Sein Vertrag hat sich automatisch um ein Jahr bis 2012 verlängert nach dem Klassenerhalt, und geht es nach Sportdirektor Martin Bader, soll der Niedersache noch länger bleiben. Hecking wird den Familienrat konsultieren, ehe er entscheidet. Seine Familie lebt bei Hannover.

Hecking und Bader warnen

Was ihm mit dem 1. FCN vor allem in der Rückrunde gelungen ist, mag Hecking aber nicht als nachhaltige Entwicklung ansehen. Noch nicht. Solle bitteschön niemand wie "selbstverständlich davon ausgehen, dass das immer so weitergeht".

Und auch Bader betont, wenn in der kommenden Saison eine Platzierung zwischen 10 und 12 gelingen würde, sei das auch okay. "Wichtig ist", betont Hecking, "dass es kein einmaliger Schub war."

Die Historie lehrt, dass der Club auf bemerkenswert gute Phasen einzigartig schlechte folgen ließ. So gesehen wäre der Verein in der kommenden Saison wieder mal abstiegsgefährdet.

Club-Spieler sehr begehrt

Die Mannschaft jedenfalls könnte sich stark verändern. Der 1. FC Nürnberg wird im kommenden Jahr auf jeden Fall Julian Schieber verlieren. Der Angreifer muss zum VfB Stuttgart zurück. U-21-Nationalspieler Gündogan wird eines Tages auch gehen, vielleicht schon in diesem Sommer, wenn er noch Ablöse garantiert.

Ekici, von Bayern München ausgeliehen, würde gerne beim Club bleiben. Kapitän Andreas Wolf hat den angebotenen Vertrag noch nicht unterschrieben. Immerhin: Albert Bunjaku, lange verletzter Angreifer, ist wieder im Mannschafstraining und fast so etwas wie ein Neuzugang.

Die nächsten Talente warten schon

Aber es ist auch nicht so, dass der Club nicht vorbereitet wäre. Hinter Plattenhardt, immerhin schon fast 40-mal für deutsche Junioren-Auswahlteams im Einsatz und U-17-Europameister, lauern schon die nächsten Nachwuchskräfte auf ihre Chance.

Markus Mendler, Sebastian Gärtner oder Julian Wießmeier.

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