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Arjen Robben war gegen Schlusslicht Gladbach noch Bayerns Bester © getty

Der Niederländer schießt Bayern gegen Gladbach auf Platz drei und entschärft so auch den Trubel um seine Abwanderungsgedanken.

Von Björn Seitner und Christian Paschwitz

München - Metalist Kharkov, BATE Baryssau, FC Sheriff Tiraspol: Die Aussicht auf unattraktive Kicks gegen Gegner mit derartigen Namen ist die große Horror-Vorstellung, die den FC Bayern umtreibt.

Eine Furcht, die am Samstagnachmittag geringer geworden ist - durch einen unattraktiven Kick gegen das Bundesliga-Schlusslicht. Und durch genau den Mann, dem der Albtraum Europa League die größte Angst einflößt - gepaart mit Abwanderungsgedanken.

Nur dank Arjen Robbens Treffer (78.) gegen Schlusslicht Borussia Mönchengladbach konnte der FC Bayern einen weiteren Rückschlag im Kampf um die Champions League gerade noch verhindern.

Durch den knappen 1:0-Erfolg gegen die "Fohlen" und die gleichzeitige Niederlage Hannovers in Dortmund rücken die Bayern auf Rang drei vor.

Schwache Partie von Gomez

"Das war nicht gut. Wir haben zu wenig Chancen kreiert", analysierte der Torschütze, der ein Bekenntnis zum Verein weiterhin schuldig blieb. (Rummenigge spricht Machtwort: "Robben bleibt!")

Auch Mario Gomez konnte dem dritten Sieg in Folge gegenüber SPORT1 nichts Positives abgewinnen: "Wir waren einfach nicht spritzig. Mit so einer Leistung gewinnt man auch beim Letzten nur schwer."

Gomez, der zusammen mit Papiss Cisse mit 19 Treffern die Torjägerliste anführt, kam in den ersten 45 Minuten nur auf sieben (!) Ballkontakte. 373533(DIASHOW: Der 28. Spieltag)

Es war definitiv eine der schwächsten Halbzeiten der Bayern in dieser Saison. Keine Laufbereitschaft, keine Kreativität - dafür viel zu viele Ballverluste.

"Wir haben uns schwer getan und zu langsam gespielt. In so einer Situation muss man halt mal Charakter zeigen. Immerhin haben wir dann die drei Punkte geholt", sagte Robben nach seinem neunten Saisontor bei LIGA total!.

Immerhin das Minimalziel

Nach der Partie war häufig vom ausgerufenen Minimalziel die Rede. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Wir müssen diesen dritten Platz auf jeden Fall halten", erklärte Sportdirektor Christian Nerlinger: "Das war ein Sieg, der für den ganzen Verein sehr wichtig ist."

Auch für FCB-Coach Louis van Gaal, der sonst so viel Wert auf Spielkultur legt, zählte nur der "Dreier".

"Klar, es war nicht unser bestes Spiel. Aber mit dem Resultat bin ich natürlich sehr zufrieden, weil wir jetzt endlich auf dem dritten Platz stehen. Das ist unser Mindestziel", sagte der Niederländer, der in der kommenden Saison von Jupp Heynckes abgelöst wird.

Van Gaal glaubt an die Champions League

"Wir haben jetzt noch sechs Spiele. Ich denke, dass wir das schaffen können", sagte van Gaal, während Franck Ribery einmal mehr betonte, dass es eine "Katastrophe" für den FC Bayern wäre, die Königsklasse zu verpassen.

Angesichts der etwas besseren Leistung in Halbzeit zwei meinte der Franzose sogar, man hätte mindestens drei oder vier Tore gegen die Borussia erzielen müssen.

Dann hätte aber schon fast jeder Torschuss sitzen müssen, denn laut van Gaal bekamen die Münchner nicht viele Gelegenheiten gegen lange Zeit gut stehende Gladbacher: "Wir haben nicht viele Chancen kreiert - eine in der ersten und drei in der zweiten Halbzeit."

Nerlinger gibt sich pessimistisch

"Unsere Effektivität war deshalb hoch, das war schon anders in diesem Jahr", sagte er mehr oder weniger zufrieden.

Mit 51 Punkten liegen die Bayern vor dem anstehenden bayerischen Derby beim 1. FC Nürnberg nun einen Zähler vor Hannover, aber weiterhin sieben hinter Leverkusen, das mit 1:0 in Kaiserslautern gewann.

"Leverkusen macht einen stabilen Eindruck, da muss schon viel passieren", sagte Nerlinger.

Bastian Schweinsteiger war da schon optimistischer: "Leverkusen spielt konstant gut, wir werden in den letzten sechs Spielen aber weiter versuchen sie einzuholen."

Hanke "maßlos enttäuscht"

Mönchengladbach kommt dagegen keinen Schritt vorwärts.

Stürmer Mike Hanke war gegenüber SPORT1 "maßlos enttäuscht. Gladbachs Chance, in München mal was zu gewinnen, war vielleicht noch nie so groß wie heute." .

Knapp 16 Jahre liegt der bisher einzige Sieg der "Fohlen" in München (Oktober 1995) schon zurück.

"Der Kopf muss oben bleiben", mahnte Verteidiger Dante dennoch.

Gute Leistung - trotzdem verloren

"Wir hatten aber vor allem in der zweiten Halbzeit zu viele unnötige Ballverluste und haben den letzten Pass nicht immer im richtigen Moment gespielt", erklärte Borussen-Coach Lucien Favre nach der Partie.

Und weiter: "Wir haben lange Zeit eine gute Leistung gezeigt und trotzdem verloren - das ärgert mich."

Fünf Punkte beträgt weiterhin der Rückstand auf den Relegationsplatz.

Am kommenden Wochenende hat Gladbach wohl die letzte Chance im Kampf um den Klassenerhalt noch einmal anzugreifen - in einem Spiel, das auch so schon Brisanz genug hat: gegen den den 1. FC Köln.

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