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Mainz wartet seit sechs Heimspielen auf einen Sieg, Freiburg ist seit fünf Partien sieglos © imago

Nach dem Unentschieden zwischen Mainz und Freiburg hadern beide Trainer mit dem Ergebnis. Auch das Publikum verliert die Geduld.

Mainz - Weder der Mainzer Trainer Thomas Tuchel noch sein Freiburger Kollege Robin Dutt waren nach dem Abpfiff zufrieden.

"Wir können deutlich besser spielen, als wir es heute gezeigt haben. Das war bestenfalls Durchschnitt, was wir heute geboten haben. Da war heute zu wenig FSV Mainz drin", sagte Tuchel selbstkritisch nach dem 1:1 (0:1) gegen den SC Freiburg.

Und Dutt, dessen Team nach zuvor vier Niederlagen in Serie immerhin einen Punkt über die Zeit rettete, resümierte:

"Insgesamt bin ich eher unzufrieden, dass wir nicht die drei Punkte geholt haben." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Allagui trifft und vergibt

Dabei musste die Gäste am Ende froh sein, dass sie überhaupt noch etwas Zählbares mit auf die Heimreise nehmen konnten.

Denn Edel-Joker Sami Allagui, der eine Viertelstunde vor Schluss den Ausgleich für die Gastgeber erzielt hatte, vergab drei Minuten nach seinem neunten Saisontor eine glasklare Möglichkeit, durch die er möglicherweise den Heimfluch der Rheinhessen beendet hätte, die zum sechsten Mal in Folge daheim nicht gewannen.

"Ich habe den Ball voll auf die Nase bekommen, sonst geht er rein. Aber auch so bin ich davon überzeugt, dass wir weiterhin eine Chance haben, einen Europacupplatz zu erreichen", sagte der Tunesier.

Holtby kritisiert das Publikum

Die eklatante Heimschwäche könnte den Mainzern dabei aber zum Verhängnis werden, zumal auch das in der Vorrunde verwöhnte Publikum langsam seine Geduld verliert. 373533(DIASHOW: Der 28. Spieltag)

Nach der von Fehlpässen und Ballverlusten geprägten Vorstellung des FSV vor der Pause verabschiedete der eigenen Anhang die Mannschaft mit einem Pfeifkonzert in die Kabine.

"Ich finde es schade, dass die Fans so reagieren. Es hilft keiner Mannschaft, wenn sie ausgepfiffen wird. Normalerweise sind unsere Fans dafür bekannt, dass sie die Mannschaft unterstützen, das war heute über weite Strecken leider nicht der Fall", kritisierte Nationalspieler Lewis Holtby das eigene Publikum.

Tuchel kann Fan-Reaktion verstehen

Auch FSV-Präsident Harald Strutz ärgerten die Pfiffe von den Tribünen: "Man sollte erst einmal feststellen, dass es nach wie vor großartig ist, dass die Mannschaft so weit oben steht."

Sein Trainer Tuchel, der nach Angaben von Andreas Ivanschitz in der Halbzeit "sehr laut" geworden ist und deutliche Worte an die Mannschaft gerichtet hatte, zeigte dagegen Verständnis für die Zuschauer: "Es ist unser Anspruch, die Zuschauer zu unterhalten, und das ist uns heute nicht gelungen. Deshalb kann ich die Pfiffe nachvollziehen."

Die mitgereisten 3000 Freiburger Fans erfreuten sich ihrerseits mit der Mannschaft über das Ende der Durststrecke.

"Das kann Signalwirkung haben"

"Das kann Signalwirkung für die restlichen Saisonspiele haben", sagte Abwehrchef Julian Schuster, der sich aber ebenso wie sein Coach darüber ärgerte, dass man die vielen Konterchancen nicht zu einem zweiten Treffer genutzt hatte.

Nachdem Torjäger Papiss Demba Cisse die Breisgauer bereits nach 49 Sekunden mit seinem 19. Saisontreffer in Front gebracht hatte, ergaben sich zahlreiche Gelegenheiten für die Freiburger.

Schuster will Dutt beschenken

"Da hätten wir konsequenter agieren müssen", bemängelte der künftige Leverkusener Dutt, der in der Länderspielpause seinen Abschied aus dem Breisgau bekannt gegeben hatte.

"Wir wollen dem Trainer noch so viele Punkte wie möglich schenken", sagte Schuster und unterstrich damit das nach wie vor intakte Verhältnis der Mannschaft zum scheidenden Coach.

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