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Mario Götze (r.) und Lucas Barrios (M.) bejubeln den 20. Saisonsieg des BVB © getty

Gegen Hannover sorgt BVB-Youngster Götze mit seinem Solo für die Initialzündung. 96 gratuliert vorzeitig zur Meisterschaft.

Von Stefan Missy und Christian Arias Losada

München/Dortmund - Manchmal kann ein einziger Moment ein ganzes Spiel entscheiden.

Als Mario Götze im Topspiel gegen Hannover 96 nach 59 Minuten zum Solo ansetzte, gleich mehrere Gegenspieler aussteigen ließ und den Ausgleich für Borussia Dortmund erzwang, war es für den Spitzenreiter wie eine Befreiung.

Nach der "Mini-Krise" von zwei Partien ohne Sieg spielten sich die Schwarz-Gelben danach zusehends in einen Rausch und schickten die Niedersachsen schließlich verdient mit 4:1 (0:0) nach Hause 373533(DIASHOW: Der 28. Spieltag).

"Das war ein wichtiger Sieg für uns", stellte Sportdirektor Michael Zorc bei "LIGA total!" erleichtert fest.

BVB braucht Geduld

Dabei hatte die Kontertaktik der Gäste, die immer wieder gefährliche Nadelstiche zu setzen wussten, die Westfalen insbesondere im ersten Durchgang vor erhebliche Schwierigkeiten gestellt.

Bei sommerlichen Temperaturen schienen sich Aufwand und Ertrag beim Team von Trainer Jürgen Klopp, das davor in fünf Rückrundenheimspielen stolze 111 Torschüsse für magere fünf Treffer benötigt hatte, zum wiederholten Male nicht zu decken.

Ganz anders die gewohnt effizienten 96er, die nach dem Seitenwechsel mit einem von insgesamt gerade mal sieben Torschüssen vorlegten.

"Götzinho" schlägt zu

Nach einer Flanke von Sergio Pinto netzte Mohammed Abdellaoue zu seinem neunten Saisontreffer ein (57).

Der BVB schüttelte sich allerdings nur kurz. Lediglich 134 Sekunden später lag das Spielgerät nach Götzes sensationellem Slalomlauf schon wieder im Netz - das wichtige 1:1.

"Nicht von ungefähr nennen wir ihn manchmal Götzinho", witzelte Mitspieler Mats Hummels über den 18-Jährigen.

Lobeshymnen auf den Youngster

Auch Lucas Barrios versetzte die Spielkunst seines jüngsten Kollegen ins Schwärmen: "Mario ist ein großer Spieler mit einem großen Talent", gab der Stürmer gegenüber SPORT1 zu Protokoll.

Klopp nahm die "Weltklasse-Einzelleistung" (Zorc) seines Youngsters da schon weitaus weniger sachlich auf.

Der sowieso für seine emotionalen Achterbahnfahrten bekannte Coach ballte beide Fäuste und stieß einen echten Urschrei aus.

"Befreiung war spürbar"

Denn für seine Dortmunder war es die Initialzündung zu einem Sturmlauf, der erst mit dem Schlusspfiff enden sollte.

"Die Befreiung war spürbar und greifbar bei den Jungs, wir haben die Räume dann sensationell genutzt und anschließend auch hochverdient gewonnen", meinte der 43-Jährige zu SPORT1.

Nachdem "der Knopf aufgegangen" war (Klopp), brauchte der bärenstarke Barrios keine zehn Minuten mehr für seine Saisontore zwölf und 13 (64./73.).

Schwarz-Gelb wie im Rausch

In der Schlussphase glänzte der Stürmer dann auch als Vorbereiter und legte das 4:1 durch Kevin Großkreutz mustergültig mit der Hacke vor (83.).

Im ausverkauften Signal Iduna Park, in dem von den Sprengstofffunden vom Donnerstag - abgesehen von verschärften Sicherheitskontrollen - wenig zu spüren war, herrschte damit endgültig eitel Sonnenschein.

Auf dem Weg zum siebten Meistertitel der Vereinsgeschichte hat man mit dem 20. Saisonsieg den wahrscheinlich letzten großen Stolperstein aus dem Weg geräumt.

Glückwunsch vom Gegner

Das sah auch der Gegner so - und verteilte artig Glückwünsche: "Es tut mir leid Kloppo, aber ich muss Dir zur Meisterschaft gratulieren", sagte 96-Coach Mirko Slomka.

Bei sechs ausstehenden Partien hat Verfolger Bayer Leverkusen weiterhin sieben Punkte Rückstand auf die Borussia. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Wir werden unser Ding durchziehen und dann werden sie uns nicht kriegen", gab sich Torschütze Großkreutz im Gespräch mit "LIGA total!" ganz gelassen.

Slomka hadert

Dagegen hat Hannover nicht nur erstmals in dieser Spielzeit nach einer 1:0-Führung verloren, sondern darüber hinaus den Champions-League-Qualifikationsplatz vorerst an den FC Bayern eingebüßt.

"Ich finde schon, dass wir über weite Strecken ein sehr ordentliches Auswärtsspielpiel gemacht haben, uns aber nicht belohnt haben", haderte Slomka:

"Wir hatten allerdings auch eine Phase von zehn Minuten, wo wir völlig abgetaucht sind. Und das darf nicht passieren."

"Das ist nicht dramatisch"

Sein Vorgesetzter wollte den schmerzlichen Dämpfer nicht überbewerten. "Das ist jetzt nicht dramatisch. Platz drei ist nicht ausgeschlossen, wir sollten ihn auch nicht einfach aus den Augen lassen", erklärte Sportdirektor Jörg Schmadtke.

Trotzdem muss seine Mannschaft nun erst einmal die Europa League absichern, immerhin kommt es schon am nächsten Wochenende zum direkten Duell mit dem Tabellenfünften 1. FSV Mainz 05.

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